8.00 Uhr - wir sind wach und in der Küche wird schon das Frühstück hergerichtet - ein heiliger Tag in der Familie soll es werden. Felix schläft noch tief und fest, auch A. hat mit dem Aufstehen so seine Schwierigkeiten. Doch diese Mahlzeit ist in Hornhausen immer sehr schön, weil dort die Zeit ihren Platz mit hat. Liebevoll wird der Tisch gedeckt, in Ruhe gegessen und viel erzählt. Danach beginnt die Hausarbeit - jeder bekommt seine Aufgabe. Wir fahren noch zum Einkaufen nach Oschersleben, meine Eltern bereiten den Nachmittag und Abend vor, da für viele Stunden die Familie zusammen und versorgt sein möchte. Am Mittag ist auch Felix wach und hilft mit. Dann sucht er eine Mitfahrmöglichkeit für den 25. nach München über das Handy. Alles schlägt fehl, auch A. sucht - beide liegen im Flur auf dem Boden. Viele Absagen! Schlecht von Felix organisiert und von mir vorhergesehen, da ich bereits in Leipzig sagte, dass er eine Möglichkeit suchen solle. Je eher um so besser.
Gegen 16.00 Uhr treffen alle Großfamilienmitglieder zum Kaffeetrinken ein und der Trubel beginnt. In diesem Jahr werde ich seit langer Zeit nicht mit in die Kirche gehen. Ich habe darüber nachgedacht und meine, dass ich auch ZUHAUSE beten kann. Mutti, C., I., J. und der Lütte gehen gegen 17.30 Uhr und sind um 19.00 Uhr sehr verfrohren zurück. S. hat in der Zwischenzeit ihren Auftritt geübt und ich das Frikassee vorbereitet. 19.30 Uhr kommen die Weihnachtsmannfrau und der Wichtel zur Bescherung. Mutti hat alles wunderbar vorbereitet und alle merken, dass sie zusammengehören - zusammen hier her gehören - eine Familie sind. Mögen wir noch sehr lange dieser Gemeinschaft angehören und Kraft sowie Geborgenheit erhalten. S. und J. sind unschlagbar in ihrer Rolle und bereiten uns viel Freude. Selbst J. kommt mit einem langen Gedicht (C. meint immer, er kann es nicht.) der Weihnachtsatmosphäre nach. Alle werden reichlich beschenkt. Das wichtigste Geschenk, was jeder besonders an diesem Abend vergibt und auch bekommt ist die LIEBE. Die Liebe der Eltern für ihre Kinder, die Liebe der Kinder für ihre Eltern, die Geschwisterliebe, die Partnerliebe und das jeweils über zwei Generationen. Es ist der Heilige Abend!
Wir essen Abendbrot, trinken, erzählen, hören zu, spielen und verabschieden uns gegen 23.00 Uhr. Bevor die Kerzen erlöschen, sitze wir, A. F. und ich, noch in der Stube und unterhalten uns ganz lieb. Jetzt ist wieder der Krebs bei uns, der für Stunden vergessen war und uns drei doch tief bewegt.
Ich habe euch alle sehr sehr lieb!