Der letzte Tag im Juli, noch drei freie Ferientage in NRW - ich werde schreiben, doch es wird das Aufschreiben von Erinnerungen sein. Wenigstens eine Eintragung für jeden Monat möchte ich verfassen. Da das vergangene Jahr so unheimlich erlebnisintensiv war, werden die Aufzeichnungen mir die Möglichkeit geben, über alles noch einmal nachzudenken. Für meinen Seelenfrieden ganz bestimmt gewinnend, so kann ich meine Gefühle besser verstehen. Es war nicht ganz einfach mit mir selbst klar zu kommen, meine Gedanken und Reaktionen zu begreifen, mich anzunehmen. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt - ein ständiges Auf und Ab kann ganz schön belastend sein. Nicht nur für mich selbst, nein auch für alle Beteiligten. Wenn Andreas nicht so viel Geduld mit mir hätte/hat, so viel Zuversicht und Lebensmut ausstrahlte/ausstrahlt, mein "langes Gesicht" (Kommt ein Pferd in die Kneipe; fragt der Wirt: Was machst du denn für ein langes Gesicht?) zum Lachen bringen würde, dann wäre es manchmal ganz schön traurig. Ich kann jetzt noch nicht erklären, woher diese Traurigkeit kommt, diese Schwermut, die ich wirklich bis jetzt nicht gekannt habe.
Ja, und was hat es gebracht? Wir waren uns noch niemals so nah!
"Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts. (Sören Kierkegaard)
So werden aus den schwarzen Monaten am linken Rand nach und nach blaue.