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<title>MY RSS Feed</title><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/index.html</link><description>Hot News&#x21;</description><dc:language>de-de</dc:language><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:rights>Copyright 2006 Cerstin</dc:rights><dc:date>2010-01-05T19:27:11+01:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Sun, 06 Jun 2010 21:06:08 +0200</lastBuildDate><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2010-01-05T19:27:11+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/page2.html#unique-entry-id-142</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/page2.html#unique-entry-id-142</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; ">Beerdigung von Roswitha</span><span style="font:14px Times, Georgia, Courier, serif; color:#000000; "><br /></span><table border="0.000000" cellpadding="10.000000" cellspacing="0.000000"><tr height="0"><td valign="top" width="784" width="100.000000%"><span style="font:11px Verdana, serif; color:#000000; ">M&ouml;ge die Stra&szlig;e uns zusammen f&uuml;hren<br /><br />M&ouml;ge die Stra&szlig;e uns zusammenf&uuml;hren<br />und der Wind in Deinem R&uuml;cken sein;<br />sanft falle Regen auf Deine Felder<br />und warm auf Dein Gesicht der Sonnenschein.<br /><br />Refrain:<br />Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand; und bis wir uns<br />wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.<br /><br />F&uuml;hre Die Stra&szlig;e, die Du gehst<br />immer nur zu Deinem Ziel bergab;<br />hab wenn es k&uuml;hl wird , warme Gedanken<br />und den vollen Mond in dunkler Nacht.<br /><br />Refrain: Und bis wir...<br /><br />Hab unterm Kopf ein weiches Kissen,<br />habe Kleidung und das t&auml;glich Brot;<br />sei &uuml;ber vierzig Jahre im Himmel,<br />bevor der Teufel merkt Du bist schon tot.<br /><br />Refrain: Und bis wir...<br /><br />Bis wir uns mal wiedersehen,<br />hoffe ich , da&szlig; Gott Dich nicht verl&auml;&szlig;t;<br />er halte Dich in seinen H&auml;nden,<br />doch dr&uuml;cke seine Faust Dich nicht zu fest.<br /><br />Refrain: Und bis wir...<br /><br /></span></td></tr></table>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2010-01-02T13:30:34+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/page2.html#unique-entry-id-141</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/page2.html#unique-entry-id-141</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font-size:13px; font-weight:bold; ">Trauerfeier f&uuml;r meine Mutter.<br /></span><br />Hi Mutsch,<br /><br />wir sind heute alle hier, alle, die du ein Leben lang begleitet hast, alle, die dich lange begleitet haben. Wir sind hier, weil du jetzt vorausgehst und die M&ouml;glichkeit hast, uns zu erwarten, wenn wir dir irgendwann auf diesem Weg folgen werden.<br />Sterben geh&ouml;rt zum Leben dazu, es ist nur so schwer, es zu verstehen, es ist so schwer, loszulassen, zu sp&uuml;ren, dass du nicht mehr bei uns sein wirst. Das Sichtbare ist vergangen, doch &uuml;berall sind Spuren deines Lebens, Gedanken, Augenblicke und Gef&uuml;hle. Sie werden uns immer an dich erinnern. Begrenzt ist das Leben, doch unendlich die Erinnerung.<br /><br />J. Mariss hat gesagt:<br />&bdquo;Andere Menschen k&ouml;nnen f&uuml;r uns manchmal wie eine Sonne sein, eine Sonne, der wir uns dankbar zuwenden, weil sie uns w&auml;rmt und st&auml;rkt mit ihren Strahlen aus Herzlichkeit und Wohlwollen, Vertrauen und Verst&auml;ndnis.&ldquo; <br /><br />Nicht &bdquo;andere Menschen k&ouml;nnen f&uuml;r uns manchmal...&ldquo; &ndash; nein, du Mutsch, bist/warst immer diese Sonne, die du selbst so sehr geliebt hast.<br />Die Sonne, die den Sommer verk&ouml;rpert. Die Jahreszeit, in welcher du dich besonders wohlf&uuml;hltest, denn es war schon fr&uuml;h hell. Wenn am Morgen die Sonne aus ihrem Wolkenbett stieg, hast du mit deinem Tagwerk begonnen. Noch gut sind mir deine Worte in Erinnerung: Ich schaffe in den Morgenstunden am meisten. Bevor du mit dem Rad zum Kindergarten gefahren bist, wurde geb&uuml;gelt, eingekocht - die Hausarbeit erledigt. Sp&auml;ter, als du nicht mehr zur Arbeit musstest, blieb das fr&uuml;he Aufstehen, um das Tageslicht zu nutzen.<br />Licht in der Wohnung, ganz oft hast du die Lampen angeschaltet, um die Helligkeit wahrzunehmen, um zu lesen, schreiben, vorzubereiten. Aber auch dann, wenn Jemand an der Wohnungst&uuml;r klingelte. Licht, um empfangen zu werden. Du hast das Licht im Herzen.<br />Besch&uuml;tze das Licht in deinem Herzen, dieses einzigartige, sonnenwarme Leuchten, das sich so oft als freudestrahlendes L&auml;cheln in deinem Gesicht spiegelt. (J. Mariss) <br />Dir ist dies trotz aller Widrigkeiten gelungen.<br />Wie schwer muss es im letzten Jahr w&auml;hrend der Therapie gewesen sein, dich f&uuml;r mehrere Wochen im Dunkeln aufzuhalten. <br />Mit der Sonne verbindet dich nicht nur das Licht, welches du geliebt und gleichzeitig verschenkt hast, auch die W&auml;rme. <br />Mutsch, du hast so viel W&auml;rme ausgestrahlt, obwohl es f&uuml;r dich nie warm genug sein konnte und du fast immer gefroren hast. Au&szlig;er im Sommer oder wenn Vati geheizt hat. Wir Kinder und Enkelkinder sind mit deiner Lebensw&auml;rme aufgewachsen. Eine W&auml;rme, die Wohlf&uuml;hlen und Vertrauen signalisiert.<br />Wof&uuml;r steht die Sonne noch? Kraft und Energie. Wir haben deine St&auml;rke kennen und lieben gelernt, denn du hast dich f&uuml;r deine Mitmenschen eingesetzt, damit es ihnen gut geht. Du hast das Leben geliebt, es bewusst gelebt und uns ermuntert, einen starken Lebenswillen zu entwickeln.<br />Du hattest die F&auml;higkeit, die Sonne hinter den Wolken zu sehen und nicht &uuml;ber die Wolken vor der Sonne zu jammern.<br />Dieser Lebenseinstellung ist es zu verdanken, dass du mit uns gemeinsam das Weihnachtsfest verbringen konntest, obwohl &Auml;rzte nach der Krebsdiagnose im April 2008 dir nur noch einige Monate Leben voraussagten.<br />Wir als Familie haben eine Zeit mit dir erleben d&uuml;rfen, die uns wachsen und gedeihen lie&szlig;. Du hast uns wie die Sonne mit Licht, W&auml;rme und Energie umsorgt und gen&auml;hrt. <br />Deinen Wunsch, Ruhe zu finden, dr&uuml;ckte H. Hesse so aus:<br />&bdquo;Einschlafen d&uuml;rfen, wenn man m&uuml;de ist, und eine Last fallen lassen d&uuml;rfen, die man sehr lange getragen hat, das ist eine k&ouml;stliche, eine wunderbare Sache."<br />Eine tiefe, tiefe Dankbarkeit empfinden wir, dass du uns als Mensch begleitet hast und du unsere Mutsch bist, du als Ehefrau, Oma, Freundin, Geliebte sowie innige Vertraute immer f&uuml;r die Familie da warst, f&uuml;r immer in unseren Herzen sein wirst und somit gegenw&auml;rtig auch zuk&uuml;nftig uns begleitest. <br />Das Sch&ouml;nste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein L&auml;cheln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.<br />Ich glaube, genau dies h&auml;ttest du auch an diesem Tag von uns gewollt.<br /><br />Wir Menschen sind wie Kerzen und k&auml;mpfen gegen das Dunkel an. Manchmal brennt unser Licht ganz ruhig, dann flackert es pl&ouml;tzlich wieder auf. Manche Flamme erlischt auf einmal, andere brennen ganz langsam aus. Viele sind schon l&auml;ngst erloschen, aber ihr Licht leuchtet weiter in unseren Herzen.<br /><br />Dieses Licht &ndash; eine Kerze &ndash; z&uuml;nde ich an, es wird deine / unsere Sonne sein.<br /><br /><br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-12-26T08:10:11+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2009#unique-entry-id-140</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2009#unique-entry-id-140</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Trebuchet, Verdana, serif; color:#39322d; ">Mutti ist eingeschlafen.<br /><br />Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist &uuml;berall, wo wir sind.<br />Der Tod ordnet die Welt neu, scheinbar hat sich nichts ver&auml;ndert, und doch ist die Welt f&uuml;r uns ganz anders geworden.<br /><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-12-25T10:07:02+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2009#unique-entry-id-139</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2009#unique-entry-id-139</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; ">Roswitha ist gestorben.<br /><br /></span><span style="font:12px Trebuchet, Verdana, serif; color:#39322d; ">Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben f&uuml;r immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.<br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-12-13T21:39:42+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2009#unique-entry-id-138</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2009#unique-entry-id-138</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; ">Wann f&auml;ngt Weihnachten an?<br />Wenn der Schwache<br />dem Starken die Schw&auml;che vergibt.<br />wenn der Starke<br />die Kr&auml;fte des Schwachen liebt,<br />wenn der Habewas<br />mit dem Habenichts teilt,<br />wenn der Laute<br />bei dem Stummen verweilt<br />und begreift,<br />was der Stumme ihm sagen will,<br />wenn der Leise<br />laut wird<br />und das Laute still,<br />wenn das Bedeutungsvolle<br />bedeutungslos,<br />das scheinbar Unwichtige<br />wichtig und gro&szlig;,<br />wenn mitten im Dunkel<br />ein winziges Licht<br />Geborgenheit,<br />helles Leben verspricht,<br />und du z&ouml;gerst nicht,<br />sondern du<br />gehst so wie du bist<br />darauf zu,<br />dann<br />ja, dann<br />f&auml;ngt Weihnachten an.<br /><br />&copy; Rolf Krenzer, Dillenburg</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-11-20T14:45:33+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-136</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-136</guid><content:encoded><![CDATA[Es gibt Tage, denen man das Datum als Name aberkennen m&ouml;chte. Das heutige Datum geh&ouml;rt dazu.<br />Ich habe in der Nacht fast nicht geschlafen und wenn, dann bin ich von wirren Tr&auml;umen wieder munter geworden. Endlich d&auml;mmert es und ich kann meine Joggingsachen anziehen. Fast jeden Morgen laufe ich seit drei Wochen meine alte Strecke, welche ich schon als Teenager absolviert habe. Bergan f&uuml;hrt die Kopfsteinpflasterstra&szlig;e durch zwei Kurven, dann sanft abw&auml;rts, um nach 2 km wieder leicht anzusteigen. Ich laufe an vielen alten Kirschb&auml;umen vorbei, die beidseitig den Stra&szlig;enrand s&auml;umen, schaue &uuml;ber die Felder und erreiche meine Zielstelle, eher einen schmalen Teerfleck - f&uuml;r meine nebeneinanderstehenden F&uuml;&szlig;e genau passend. Stop! Langsam drehe ich mich um und wische mir die Tr&auml;nen von der Wange. Wenn das Erinnerungsgef&uuml;hl zu stark ist, heule ich eben schon auf dem Hinweg. Meine tr&uuml;ben Gedanken verschwinden. Warme Sonnenstrahlen und ein leichter Wind streicheln mein Gesicht im November. Ein wundervoller Morgen - der Tag erwacht - ganz egal was f&uuml;r ein Datum heute ist, egal, welche Vorstellungen mich qu&auml;len, dieser Augenblick ist beeindruckend. Ich schlie&szlig;e die Augen wie jeden Morgen, werde ganz ruhig, lasse los, lasse alles los. Irgendwie habe ich das Gef&uuml;hl, leer zu sein, nur kurz, dann kann neue Energie einstr&ouml;men. Ist es eine Art der Meditation? In alle vier Himmelsrichtungen schreie ich: "Ich will jetzt leben!" Die H&auml;nde vor der Brust zusammengedr&uuml;ckt, bedanke ich mich f&uuml;r das Leben, dem ich so sehr vertraue.<br />"Wer einmal zu sich selbst gefunden, der kann nichts auf der Welt verlieren." (Stefan Zweig)<br />Dann laufe ich zur&uuml;ck. Versuche, meine Vergangenheit zu akzeptieren, auch wenn es heute nur der Tag ist. Ich werde mich finden. Wie es dann mit dem "Verlieren" ist, wird sich zeigen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-11-16T22:22:56+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-135</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-135</guid><content:encoded><![CDATA[Wir sind seit gestern in Heidelberg. St. begleitet mich, so muss ich nicht allein die weite Strecke fahren. Es gibt lange Gespr&auml;che, die f&uuml;r mich hilfreich sind, denn auch sie hat vor zwei Jahren &Auml;hnliches erlebt.<br />Um 9.30 Uhr habe ich den ersten Termin f&uuml;r ein "Vorstellungsgespr&auml;ch" in der psychosomatischen Klinik. Bevor ich im Februar mit der Wiedereingliederung beginne, m&ouml;chte ich, dass meine Psyche stabiler ist, ich mit meiner Situation besser umgehen kann. In den letzten drei Jahre ist so viel passiert. Ich m&ouml;chte es verstehen, muss lernen, damit umzugehen und sicher auch loslassen. Trotz Unterst&uuml;tzung der Familie und Bekannter werde ich es nicht allein schaffen. Darum nehme ich an, dass professionelle Hilfe kompakt f&uuml;r einige Wochen wichtig und richtig sein wird. <br />Ein altes gro&szlig;es Geb&auml;ude und ein winziger Warteraum wirken bedr&uuml;ckend auf mich. St. muntert mich auf und auch die Dame im Anmeldungszimmer ist sehr freundlich. Nach einem kurzen Moment des Wartens werde ich von Dipl.-Psych. Dr. phil. T.G. abgeholt und zum Gespr&auml;ch gebeten. Wir unterhalten uns eine Stunde und ich bin fasziniert, dass man so vielf&auml;ltige Themenbereiche ansprechen kann, ohne zu empfinden, ausgefragt zu werden. Meine Ersch&ouml;pfung merke ich erst wieder im Auto. Es regnet. Tausend Regentropfentr&auml;nen trommeln auf das Autodach, klatschen gegen die Scheiben, zerplatzen in viele kleine Tr&ouml;pfchen und rinnen wieder sich zu Tropfen sammeln, ihren eigenen Weg finden, nach unten ins Nichts. Gut, dass St. f&auml;hrt, gut, dass wir den gestrigen Tag zum Quatschen hatten, so kann ich meinen Gedanken nachh&auml;ngen. Ganz egal in welcher Klinik ich mich einweisen werde, es wird eine diffizile Zeit werden. Meine Empfindungen und Gedanken, die ich zum Teil intensiv verdr&auml;ngt habe, werden zum Vorschein kommen und dann muss ich mich ihnen stellen. ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-11-13T11:09:55+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-133</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-133</guid><content:encoded><![CDATA[Freitag, der 13.11.2009<br />Ist es ein Gl&uuml;ckstag oder ein Pechtag? Alles nur Aberglaube?<br />Ich bin jetzt seit 14 Tagen bei meinen Eltern und es ist an der Zeit, einmal inne zu halten. Also warum nicht an diesem Freitag? <br />Dabei werde ich die erste Frage gar nicht beantworten k&ouml;nnen. Zum Tag an sich kann ich nat&uuml;rlich sagen, er hat einen gl&uuml;cklichen Verlauf genommen oder auch nicht. Dass ich jedoch an diesem Tag, in dieser Verfassung, in dieser Konstellation, ... hier in Hornhausen bin und im Augenblick lebe, dar&uuml;ber kann ich noch nichts sagen, nur philosophieren.<br />Ganz fest bin ich der &Uuml;berzeugung: Alles im Leben hat einen Sinn! Man kann ihn nur nicht gleich erkennen. <br />Dies habe ich schon so oft gesagt, auch aufgeschrieben und doch muss ich es mir immer wieder verdeutlichen.<br />Also, ich bin hier und habe mir so einen r&auml;umlichen Abstand geschaffen, um mich weiter intensiv auf die Suche nach meinem ICH zu begeben. Abstand von Situationen und Personen, die mich krank machen, die negativen Stress hervorrufen und mich beim Gesunden meilenweit zur&uuml;ckwerfen - meine Krebszellen mobilisieren. <br />Hier werde ich jetzt gebraucht und kann mich auch mit ganzem Herzen einbringen. Gut, dass ich noch nicht wieder zur Schule muss, wie ich es ab Oktober urspr&uuml;nglich wollte. Meine aktiven Behandlungen sind abgeschlossen, somit habe ich keinen Terminstress. Ich f&uuml;hle mich wohl, jedenfalls k&ouml;rperlich. Und, es umgeben mich Menschen, die mich sehr lieben. Ja! Ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort.<br />In der ersten Woche war meine Mutter noch in der Uniklinik in Magdeburg. Mein Vater und ich haben sie jeden Tag besucht. Ich hatte Zeit, um zu fahren, zu fragen, zu pflegen, zu reden, zu motivieren, zu erkl&auml;ren, zu weinen, zu halten, zu unterst&uuml;tzen, zu lachen, zu organisieren - d a z u s e i n. Nun ist meine Mutter seit einer Woche zu Hause. Sie f&uuml;hlt sich wohl hier, wird &auml;rztlich und famili&auml;r umsorgt. Wir richten uns auf Abschied ein. <br />Wie kann ich mit dieser Situation umgehen? Wie kann ich mit mir in dieser Zeit umgehen?<br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-11-09T10:39:07+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-129</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-129</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="color:#050505; ">Mauer, Mauerfall - die Mauer fiel vor 20 Jahren. <br />Wie kann man eine Mauer zum Einsturz bringen? <br />Unzufriedenheit, Einschr&auml;nkungen, Begrenzungen und Druck jedes Einzelnen geb&uuml;ndelt durch die Masse erzeugt die Kraft, um Mauern zum Einsturz zu bringen.<br />Hat nicht jeder eine pers&ouml;nliche Mauer? Ich ja! Im Moment empfinde ich meine Mauern sehr bedr&uuml;ckend. Gern w&uuml;rde ich sie einrei&szlig;en, schaffe es zurzeit noch nicht. Vielleicht habe ich Angst vor der dann gewonnenen Freiheit, vielleicht ist der Druck noch nicht so gro&szlig;, vielleicht gibt es innere Zust&auml;nde, die an der Mauer festhalten - ich wei&szlig; es nicht. Doch mit Hilfe werde ich es herausfinden und dann mich auf ein "Dahinter" freuen.                   <br /><br /></span><table border="0.000000" cellpadding="5.000000" cellspacing="1.500000"><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; color:#050505; ">Traurigkeit ist nur eine Mauer zwischen zwei G&auml;rten.<br /></span></td></tr><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:11px Georgia, serif; color:#050505; "><em>Khalil Gibran, </em></span></td></tr><tr height="0"><span style="color:#050505; "><br /></span></td></tr></table><table border="0.000000" cellpadding="5.000000" cellspacing="1.500000"><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; color:#050505; ">Einsamkeit ist die einzige Mauer, die man alleine nie niederrei&szlig;en kann.<br /></span></td></tr><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:11px Georgia, serif; color:#050505; "><em>&copy; Markus Weidmann</em></span></td></tr><tr height="0"><span style="color:#050505; "><br /></span></td></tr></table><table border="0.000000" cellpadding="5.000000" cellspacing="1.500000"><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; color:#050505; ">Die Mauer aus Angst, die vor deinem Auge aufgebaut ist, wird Stein f&uuml;r Stein durch Wissen und Vertrauen abgetragen.<br /></span></td></tr><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:11px Georgia, serif; color:#050505; "><em>&copy; Helga Sch&auml;ferling,<br /></em></span></td></tr></table><table border="0.000000" cellpadding="5.000000" cellspacing="1.500000"><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; color:#050505; ">In dir scheinen alle Eigenschaften meines Ideals ihren Ausdruck zu finden! Welch ein Gl&uuml;ck, dass du deine Mauer wieder eingerissen hast, die mir schon un&uuml;berwindbar schien. Wir haben so viel zu teilen!<br /></span></td></tr><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:11px Georgia, serif; color:#050505; "><em>&copy; Irina Rauthmann</em></span></td></tr><tr height="0"><span style="color:#050505; "><br /></span></td></tr></table><table border="0.000000" cellpadding="5.000000" cellspacing="1.500000"><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; color:#050505; ">Viele Probleme erscheinen uns nur deshalb so gro&szlig;, weil wir sie mit zu wenig Abstand betrachten.<br /></span></td></tr><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:11px Georgia, serif; color:#050505; "><em>&copy; Jochen Mariss<br /></em></span></td></tr></table><table border="0.000000" cellpadding="5.000000" cellspacing="1.500000"><tr height="0"><td valign="middle" width="436"><span style="font:12px Georgia, serif; font-weight:bold; color:#050505; font-weight:bold; ">Meine Mauer erscheint mir nur so gro&szlig;, weil ich sie mit zu <br />wenig Abstand betrachte.</span></td></tr></table>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-11-01T12:45:53+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-119</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2009#unique-entry-id-119</guid><content:encoded><![CDATA[Krebsgeburtstag - ein komisches Wort und doch trifft es den Kern. Mein Krebs hat heute Geburtstag und ER wird heute 4 Jahre alt. Kaum zu glauben - jedes Jahr wieder - vor vier Jahren sagte FRAU mir, dass ich Brustkrebs habe. Nun m&uuml;sste der Satz folgen: Und seit vier Jahren k&auml;mpfe ich schon gegen IHN an. NEIN! <br />Im ersten Jahr habe ich gek&auml;mpft gegen den Krebs.<br />Im ersten Jahr musste ich mich damit auseinandersetzen.<br />Im ersten Jahr wurde operiert und therapiert.<br />Im ersten Jahr waren alle geschockt.<br />Im ersten Jahr wurde ich begleitet, umsorgt und getragen.<br />Im ersten Jahr habe ich alles zugelassen.<br />Im ersten Jahr konnte ich alle Hilfe annehmen.<br />Dann habe ich f&uuml;r Normalit&auml;t gek&auml;mpft.<br />Normalit&auml;t im Alltag.<br />Normalit&auml;t in der Familie.<br />Normalit&auml;t in der Beziehung.<br />Normalit&auml;t im Beruf.<br />Normalit&auml;t in mir.<br />Normalit&auml;t in den Gedanken und Gef&uuml;hlen.<br />Vor zwei Jahren habe ich aufgeh&ouml;rt zu k&auml;mpfen.<br />Es wird nie mehr Normalit&auml;t geben.<br />Ein Kampf f&uuml;r oder gegen ist aussichtslos, ich bin immer die Verliererin. ER wird auf allen Gebieten gewinnen. Nur wann es soweit auf welchem Gebiet ist, bleibt offen.<br />Vor einem Jahr offenbarte ER mir, dass ich IHN nicht ignorieren kann. ER sich, wann immer ER es m&ouml;chte, sich meinem K&ouml;rper bem&auml;chtigen kann und wird.<br />Ich habe gelernt. Ich muss einen Deal eingehen.<br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2009-10-07T13:22:54+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2009#unique-entry-id-116</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2009#unique-entry-id-116</guid><content:encoded><![CDATA[Ich muss schreiben, nur so kann ich glauben, dass dies alles wirklich geschehen ist.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-10-14T22:57:31+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2008#unique-entry-id-134</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2008#unique-entry-id-134</guid><content:encoded><![CDATA[Jetzt beginnt alles wieder von vorn.<br />Ich fahre nach Aachen ins Marienhospital. Dr. Danaei wird mir helfen, davon bin ich &uuml;berzeugt. Alle sind sehr freundlich, doch ich bin traurig und f&uuml;hle mich allein. Auf der einen Seite wei&szlig; ich, was auf mich zukommt, die Krebsbehandlungen, die jetzt beginnen, kenne ich noch von vor drei Jahren. Auf der anderen Seite ist immer alles neu. So haben sich nat&uuml;rlich in drei Jahren meine Lebensumst&auml;nde ge&auml;ndert. Meine Familie und Freunde sind &uuml;ber 500 km von mir entfernt, A. hat eine neue Beziehung, Felix beginnt gerade sein Leben zu gestalten und neue Bekannte werden gerade Vertraute. <br />Nachdem ich mich im Zimmer eingerichtet habe, werde ich ruhiger. Es wird alles gut.<br />Am Nachmittag werde ich "angemalt".]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-10-05T22:51:24+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2008#unique-entry-id-132</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2008#unique-entry-id-132</guid><content:encoded><![CDATA[Zum ersten Mal fahre ich mit einer Freundin in den Urlaub. E. wei&szlig; auch &uuml;ber meine erneute Erkrankung Bescheid. Seit ich vor knapp einem viertel Jahr vor&uuml;bergehend bei ihr eingezogen bin, hat sich in den vielen Gespr&auml;chen, die wir f&uuml;hren konnten, ein tiefes Vertrauen gebildet. Sie hat schon so viele Tr&auml;nen getrocknet, die allerdings nichts mit dem Krebs zu tun haben. Doch noch sind meine Informationen mager. Es wurden Krebszellen entdeckt. Ich werde abwarten, was in der n&auml;chsten Woche Dr. Danaei nach den Untersuchungen mir sagen wird. In dieser Woche an der See m&ouml;chte ich nicht dar&uuml;ber nachdenken. Der Krebs tut nicht weh, mein Herz ist zerbrochen. Dieser Schmerz ist momentan dominant. Wind und Wellen haben mir bis jetzt immer gut getan.<br />Wir haben eine erlebnisreiche Zeit. Seit Jahren habe ich keinen Drachen mehr steigen lassen und noch nie am Strand. Der Wind tr&auml;gt ihn, immer h&ouml;her steigt er, die Schur reicht nicht. Es ist herrlich - eine fast unbek&uuml;mmerte Woche Leben.<br /><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; "><br />(Rosenstolz)<br /></span><br /><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Geh&ouml;r ich hier denn noch dazu</span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">oder bin ich l&auml;ngst schon drau&szlig;en?<br />Zeit nimmt sich den n&auml;chsten Flug.<br />Hab versucht ihr nachzulaufen.<br />Bin doch gestern erst geborn </span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">und seit kurzem kann ich geh'n.<br />Hab mein Gleichgewicht verlorn, </span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">doch kann trotzdem grade stehn.<br />In meinem Kopf ist so viel Wut.<br />Gestern Nacht konnt ich nicht schlafen.<br />Dass du da warst, tat mir gut.<br />Bitte stell jetzt keine Fragen.<br />Denn ich w&uuml;rde nur bereu'n,<br />h&auml;tt ich mich an dir verbogen.<br />War bestimmt nicht immer treu,<br />doch ich hab dich nie belogen.<br /></span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; font-weight:bold; color:#000965; font-weight:bold; ">Refrain:<br /></span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin Ich, Ich bin Ich<br />Das allein ist meine Schuld!<br />Das bin ich! <br />Das bin ich!<br />Das bin ich! <br />Das allein ist meine Schuld!<br />Ich bin jetzt!<br />Ich bin hier!<br />Ich bin Ich!<br />Das allein ist meine Schuld!<br />Ich bin jetzt!<br />Ich bin hier!<br />Ich bin Ich!<br />Das allein ist meine Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; font-weight:bold; color:#000965; font-weight:bold; ">Zwischenpart:<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; font-weight:bold; color:#000965; font-weight:bold; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich muss dich jetzt nicht finden.<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Darf mich nur nicht verliern.<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Bin doch gestern erst geborn<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">und seit kurzem kann ich gehn.<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Hab mein Gleichgewicht verlorn,<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">doch kann trotzdem grade stehn.<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin jetzt!</span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin hier!</span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin Ich!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Das allein ist meine Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin jetzt!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin hier!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin Ich!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Das allein ist meine Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin jetzt!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin hier!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin Ich!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Das allein ist meine Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin jetzt!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin hier!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Ich bin Ich!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Das allein ist meine Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sind jetzt!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sind hier!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sind Wir!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Das allein ist unsre Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sind jetzt!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sind hier!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sind Wir!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Das allein ist unsre Schuld!<br /></span><span style="font:12px 'Lucida Grande', LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "> </span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; ">Geh&ouml;r ich hier denn noch dazu?<br /><br /><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-09-28T22:24:38+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-131</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-131</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die Fahrt nach Hornhausen ist lang und anstrengend, auch gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Meine Krebserkrankung vor zwei Jahren belastete meine Familie, alle machten sich gro&szlig;e Sorgen. Nun ist meine Mutter seit einem halben Jahr erkrankt, wer kann meinen "neuen" Krebs jetzt noch mit ertragen? Ich werde in dieser Woche noch nichts sagen. Zum Gl&uuml;ck fahre ich in der n&auml;chsten Woche mit E. an die Nordsee und muss dann erst wieder ins Marienhospital zur Weiterbehandlung. Ja, diese Woche werde ich f&uuml;r meine Eltern da sein, um ihnen zu helfen, mit dieser Erkrankung den Alltag zu leben, die Situation anzunehmen. Man hat als Erkrankte oftmals eine andere Sicht auf die Dinge und ich kann mit meiner Mutter lange Gespr&auml;che dar&uuml;ber f&uuml;hren.<br />Mit diesem Entschluss wird es eine angenehme Woche f&uuml;r uns alle.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-09-26T22:50:24+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-111</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-111</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Eigentlich ist es der letzte Schultag vor den Herbstferien, doch ich m&ouml;chte gar nicht an Schule denken. Ferienzeit - Urlaubszeit - Freizeit - ZEIT.<br />Bis jetzt waren die Ferien immer lange erwartet und die Vorfreude auch gro&szlig;, denn wir sind in den Urlaub gefahren. Egal wo wir waren, wir haben immer etwas Neues entdeckt, Bekanntes genossen, waren mit Freunden unterwegs oder haben uns der Familie gewidmet, die so weit entfernt ist. Dies werde ich alles nicht mehr erleben k&ouml;nnen. Nein, nicht traurig sein. F&uuml;r heute hast du dir ja etwas vorgenommen und auch die n&auml;chsten 14 Tage geplant.<br />Das Telefon klingelt und die &Auml;rztin aus dem Marienhospital in Aachen ruft an. Sie m&ouml;chte, dass ich noch einmal ins Krankenhaus komme, um die Befunde der Biopsie auszuwerten. Nein, nach Aachen fahre ich heute ganz bestimmt nicht mehr, denn ich habe f&uuml;r A. ein "blind date" im Saunahof mit &Uuml;bernachtung organisiert. <br />Es w&auml;re sehr wichtig f&uuml;r die n&auml;chste Behandlung, meint Frau Dr. Ich erfahre nach einigen Gespr&auml;chsminuten, in denen ich meine &Uuml;berredungskunst anwenden muss, die Ergebnisse der Biopsie: </span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; ">Krebszellen in der rechten Achselh&ouml;hle!<br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">F&uuml;r einige Sekunden herrscht v&ouml;llige Stille zwischen uns.<br />Was jetzt? Die Stille breitet sich in meinem Kopf aus. Nein, ich werde nicht sofort zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus kommen. Ich werde heute und in den n&auml;chsten Tagen Ferien haben, Lebenszeit, auch mit diesem Wissen.<br />Am Nachmittag hole ich A. ab, ihm werde ich es sagen. Meine erste Krebsbehandlung hat er gemeinsam mit mir erlebt, hat mich begleitet, hat mich getragen. <br />Kann er es noch einmal? Ich w&uuml;rde es mir sehr, sehr w&uuml;nschen, wei&szlig; allerdings auch, dass keine noch so schwere Krankheit eine/unsere Beziehung retten wird. Bin ich deshalb so ruhig, weil ich mir erhoffe, dass der Krebs es doch kann?</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-09-25T22:41:26+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-123</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-123</guid><content:encoded><![CDATA[Mein letzter Tag im Krankenhaus. Dr. Danaei wird, obwohl nichts gefunden wurde, eine Biopsie durchf&uuml;hren. Damals in Leipzig brachte die Biopsie (26.10.2005) den Brustkrebs. Was wird sie dieses Mal aufzeigen? Die behandelnde &Auml;rztin beruhigt mich: Wenn ich nichts beim Ultraschall gesehen habe, dann brauchen sie nicht beunruhigt sein. All diese Aussagen, all diese Untersuchungen, all dies ..., kenne ich schon, habe ich schon &auml;hnlich erlebt. Dejavu - Erlebnis?<br />Dr. Danaei f&uuml;hrt die Biopsie durch. Auch er vertraut seinem Bauchgef&uuml;hl.<br />Am Abend kann ich dann ohne Befund nach Hause fahren. E. ist zum Gl&uuml;ck da, so f&uuml;hle ich mich in der neuen Wohnung nicht so allein.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-09-24T22:18:15+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-122</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-122</guid><content:encoded><![CDATA[Die Untersuchungen gehen weiter. Heute folgt ein MRT. Ich bin geduldig, denn eine Abkl&auml;rung kommt auch mir entgegen. Alle sind sehr freundlich. Als Dr. Danaei kommt und mit mir redet, f&uuml;hle ich mich umsorgt und wei&szlig;, dass er nicht locker l&auml;sst, bis alles gekl&auml;rt ist. Er ertastet noch einmal meine Achselh&ouml;hle und schickt mich zum Ultraschall. Weder das MRT noch die Ultraschalluntersuchung ergeben etwas. Jetzt m&uuml;sste ich doch zufrieden sein. Ich erwarte ETWAS. Bin ich wirklich entt&auml;uscht, dass alles nur Einbildung ist? Man, Cerstin, was ist mit dir los? Freue dich und lebe, lebe dein Leben, auch wenn eigentlich alles, was du dir w&uuml;nschst, nicht mit dieser Erkrankung zu tun hat. Du kannst Leben, du wirst noch leben.  ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-09-23T21:47:46+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-121</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-121</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Heute muss ich zur PET - Untersuchung. Bereits zu Hause habe ich einiges im Internet gelesen, damit ich nicht ganz unvorbereitet bin: </span><span style="color:#020101; ">Die </span><span style="color:#020101; font-weight:bold; ">Positronen-Emissions-Tomographie</span><span style="color:#020101; ">: Abk&uuml;rzung </span><span style="color:#020101; font-weight:bold; ">PET</span><span style="color:#020101; ">, ist ein </span><span style="color:#020101; ">bildgebendes Verfahren</a></span><span style="color:#020101; "> der </span><span style="color:#020101; ">Nuklearmedizin</a></span><span style="color:#020101; ">, das </span><span style="color:#020101; ">Schnittbilder</a></span><span style="color:#020101; "> von lebenden </span><span style="color:#020101; ">Organismen</a></span><span style="color:#020101; "> erzeugt, indem es die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz (</span><span style="color:#020101; ">Radiopharmakon</a></span><span style="color:#020101; ">) im Organismus sichtbar macht und damit biochemische und physiologische Funktionen abbildet (</span><span style="color:#020101; "><em>funktionelle Bildgebung</em></span><span style="color:#020101; ">). </span><span style="color:#020101; "><a href="http://www.wikipedia.de" rel="external">www.wikipedia.de</a></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><br />Nachdem ich das radioaktive Kontrastmittel erhalten habe, verlasse ich die Praxis und kaufe mir zwei nette Sachen, damit sich die Seele freut. Zur&uuml;ck kann dann die Untersuchung beginnen. Das ruhige Liegen f&auml;llt mir nicht schwer, schlafe fast ein, trotzdem bin ich dann froh, als die Schwester mich erl&ouml;st. der Arzt will auch gleich mit mir reden. Er kann keine Auff&auml;lligkeiten erkennen, beruhigt mich, da diese Untersuchung 90 % sichere Aussagen zul&auml;sst, und w&uuml;nscht mir alles Gute. O.k., trotzdem ist der "Gnubbel" da.<br />Ich richte mich in meinem Zimmer ein, lese und freue mich, wenn eine Schwester nach mir schaut. Ansonsten bin ich allein. Meine Familie m&ouml;chte ich noch nicht beunruhigen. Au&szlig;erdem wei&szlig; ich selbst nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll. Ist oder ist nicht? E. wei&szlig; Bescheid und ruft auch an. A.? was w&uuml;rde es &auml;ndern?</span><br /> <span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-09-22T21:24:08+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-120</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2008#unique-entry-id-120</guid><content:encoded><![CDATA[Einweisung Marienhospital Aachen<br />Mein Allgemeinzustand ist schlecht: Gewichtsabnahme, M&uuml;digkeit, kleinere Erkrankungen, Blutwerte sind grenzwertig, Tumormarkerwerte hoch.<br />Dr. Danaei macht sich Sorgen und m&ouml;chte einige Untersuchungen durchf&uuml;hren, um das Steigen der Tumormarkerwerte abzukl&auml;ren.<br />Ich vertraue ihm und habe auch seit einiger Zeit etwas gefunden. Einen kleinen "Gnubbel" in der rechten Achselh&ouml;le. Seit einigen Wochen habe ich ihn ertastet und er f&uuml;hlt sich &auml;hnlich an wie damals der kirschkerngro&szlig;e Knoten in der rechten Brust. Warum bin ich nur so ruhig, wenn es um die Nachsorge geht? Was sp&uuml;rt mein K&ouml;rper, was kann der Verstand noch nicht begreifen?]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-08-01T15:58:29+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/aug-2008#unique-entry-id-125</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/aug-2008#unique-entry-id-125</guid><content:encoded><![CDATA[Ich beziehe meine neue Wohnung in Kreuzau.<br /><br />AAAAAAAAAAAALLLLLLLLLEEEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNNNNNN!!!!!!!!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-07-01T16:40:04+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jul-2008#unique-entry-id-130</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jul-2008#unique-entry-id-130</guid><content:encoded><![CDATA[Meine Mutter erh&auml;lt die zweite Bestrahlung: <span style="font:16px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Photodynamische Therapie (PDT)<br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die PDT erfolgt mit Hilfe von Photofrin (Injektion, anschlie&szlig;end direkte Bestrahlung durch perkutane oder endoskopische Einbringung einer Strahlenquelle) bei Bismuth III - IV und Versagen der endoskopischen Drainage-Therapie. Sie ist bisher nur in wenigen Zentren verf&uuml;gbar, gilt aber als sehr erfolgversprechend (Erh&ouml;hung des Karnovsky-Index und Lebensverl&auml;ngerung). In einer randomisierten kontrollierten Studie stieg die &Uuml;berlebenszeit von durchschnittlich 7 Monaten (Kontrollgruppe, nur mit Stents zur Drainage behandelt) auf 21 Monate. Komplikationen bestanden haupts&auml;chlich in Gallenwegsinfektionen.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-06-26T23:55:53+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2008#unique-entry-id-128</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2008#unique-entry-id-128</guid><content:encoded><![CDATA[Arztbesuch bei Dr. Danaei in Aachen.<br />Er ist ganz bestimmt zurzeit mein Lieblingsarzt, obwohl seine Art sehr speziell ist. Aachen ist eine sch&ouml;ne Stadt, leider verkrampft sich mein Herz immer, wenn ich hier bin und dies liegt nicht nur an meiner Erkrankung. Doch keine sentimentalen Empfindungen, jetzt z&auml;hlen nur Tatsachen. Die Tumormarkerwerte sind hoch, mein Allgemeinzustand ist schlecht und ich bin einfach nur depressiv. Alles, alles sieht mein netter Arzt und er macht sich Sorgen: "So eine sch&ouml;ne Frau und so traurig sieht sie aus." Ich solle doch fr&ouml;hlich sein und mehr lachen, denn nur so kann man gesund werden. Ja, dies stimmt ganz bestimmt, doch meine heile Welt gibt es nicht mehr, ich sp&uuml;re keinen festen Boden unter meinen F&uuml;&szlig;en, nichts zum Anlehnen, nichts, worauf ich mich verlassen kann, und ich bin so allein, so leer. Meine Mutter wird an ihrer Krebserkrankung bald sterben. 500 km liegen zwischen uns, wir k&ouml;nnen nur ganz fest aneinander denken, und noch viele "Kilometer" mehr zwischen A. und mir. Dabei halten wir uns heute f&uuml;r einige Stunden in ein und der selben Stadt auf. Aachen kann auch ziemlich traurige Empfindungen ausl&ouml;sen. Es tut weh - richtig weh - mein Herz.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-04-12T22:45:40+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2008#unique-entry-id-127</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2008#unique-entry-id-127</guid><content:encoded><![CDATA[Meine Mutter erh&auml;lt die Diagnose: Cholangiokarzinom Bismuth IV.<br /><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Extrahepatisches </span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0030b2; "><a href="http://www.medicoconsult.de/wiki/Cholangiokarzinom" rel="self">Gallenwegskarzinom</a></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "> im Bereich der Hepaticusgabel<br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-04-05T15:57:07+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2008#unique-entry-id-124</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2008#unique-entry-id-124</guid><content:encoded><![CDATA[A. zieht aus unserer gemeinsamen Wohnung aus.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-03-07T14:08:09+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2008#unique-entry-id-117</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2008#unique-entry-id-117</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Mehrere Untersuchungen, Tumormarkerwerte hoch<br />Es wird nichts gefunden. Am Nachmittag werde ich aus dem Krankenhaus entlassen.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2008-02-10T22:58:39+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2008#unique-entry-id-112</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2008#unique-entry-id-112</guid><content:encoded><![CDATA[Ich lebe noch!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-11-01T20:00:46+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2007#unique-entry-id-110</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2007#unique-entry-id-110</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">An Allerheiligen gedenkt die katholische Kirche aller ihrer </span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Heiligen</a></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">, also nicht nur derer, die offiziell heilig gesprochen sind, sondern auch (und insbesondere) der Heiligen, &bdquo;um deren Heiligkeit niemand wei&szlig; als Gott&ldquo;.<br /><br />01. November, heute vor zwei Jahren wurde ich mit der Diagnose Krebs konfrontiert. <br />Viele, viele Menschen - Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Unbekannte, Kollegen, &Auml;rzte, Schwestern, Nachbarn und Sch&uuml;ler sind Wegbegleiter, Vertraute, Helfer, Freunde und Bekannte geworden &ndash; Menschen, &bdquo;um deren Heiligkeit niemand wei&szlig; als Gott&ldquo;.<br />Ein herzliches Dankesch&ouml;n an alle, denn ich lebe, liebe und genie&szlig;e jeden Tag.<br />In Gedanken bin ich heute ganz fest bei euch.<br /><br /><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-09-05T16:13:16+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2007#unique-entry-id-126</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2007#unique-entry-id-126</guid><content:encoded><![CDATA[A. begibt sich auf einen eigenen Weg.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-08-29T23:52:29+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/aug-2007#unique-entry-id-109</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/aug-2007#unique-entry-id-109</guid><content:encoded><![CDATA[Schreibe ich jetzt noch oder nur ein paar Seiten lesen und dann schnell schlafen? Zuerst eine hei&szlig;e Trinkschokolade. Morgen ist der Tag voll ausgeplant, denn wir haben zurzeit Projekttage in der Schule und am sp&auml;ten Nachmittag hat sich Besuch angemeldet. Freitag wollen wir eigentlich nach Oschersleben fahren ... Damit ist der Monat August schon wieder vorbei.<br />Der Kakao duftet - nun bin ich schon beim Schreiben.<br />Ich hatte mir so viel vorgenommen f&uuml;r diese Woche, in der Andreas in London ist. Unzufrieden bin ich nicht, denn einiges kann schon abhaken werden.<br />Zum ersten Mal f&uuml;nf Tage allein in Merzenich. Ich bin allein, jedoch nicht einsam - eine gewisse Ungezwungenheit ist auch ein angenehmes Gef&uuml;hl, keine R&uuml;cksichtnahme, keine Angepasstheit - ich bin die Bestimmerin, kann tun und lassen wann, wo und wie ich es will.<br />Am Freitag sind wir wieder zusammen.<br />Der Monat August ist der erste Schulmonat nach den Sommerferien in NRW und damit beginnt das zweite Schuljahr unseres Lehrerdaseins in D&uuml;ren. Nach acht Wochen "Kur-Urlaubs-Ferienzeit" habe ich mich auf die Schule wieder gefreut und es war &uuml;berhaupt kein Vergleich zum Vorjahr. Bekannte Gesichter, bekannte Sch&uuml;ler, bekannte Zimmer, bekannte Zeiten, bekannte Bedingungen, aber auch andere Gesichter, andere Sch&uuml;ler, andere Bedingungen. Ein idealer Zustand: Bekanntes und Vertrautes gepaart mit Neuheiten. Mir wird erst jetzt bewusst, wie intensiv das Empfinden vor einem Jahr war. Einiges konnte ich gar nicht aufnehmen, weil es zu viele neue Eindr&uuml;cke waren. Dies habe ich jetzt nachholen d&uuml;rfen. Wieder ein Anfang.<br />Ich bin Klassenlehrerin und habe damit die Verantwortung f&uuml;r 27 Sch&uuml;ler &uuml;bernommen. Nach wie vor ist es ein besonderes Gef&uuml;hl, Jugendliche eine gewisse Wegstrecke ihres Lebens begleiten zu k&ouml;nnen. Gerade jetzt zu den Projekttagen lernen wir uns intensiv kennen, denn die Renovierung des Klassenzimmers ist f&uuml;r uns alle eine enorme Herausforderung.<br />Ich bin nicht mehr so &auml;ngstlich wie im letzten Jahr, versuche selbstbewusster auch hartn&auml;ckiger meine Berufserfahrungen einzubringen. Es sind erst vier Wochen Unterricht und ich schlafe nachts schlecht, falle am Nachmittag f&uuml;r eine halbe Stunde in eine Tiefschlafstarre und muss am Abend mich unheimlich motivieren, um alle Vorbereitungen zu schaffen. Oft frage ich mich, ob es am Alter liegt, geht es anderen auch so oder ist mein K&ouml;rper immer noch mit dem Verarbeiten sowie Aufarbeiten von Krankheitssymptomen besch&auml;ftigt? Also sollte ich schleunigst lernen, einiges einfach zu ignorieren, nicht so wichtig zu nehmen - Priorit&auml;ten zu setzen. Man, oh man, das will ich doch schon seit zwei Jahren.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-08-01T21:18:34+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/aug-2007#unique-entry-id-108</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/aug-2007#unique-entry-id-108</guid><content:encoded><![CDATA[Und dann? Irgendwann erfasst dich eine unheimliche Sehnsucht nach ...? Ich w&uuml;rde so gern alles aufschreiben, was mich in diesem letzten Jahr bewegt hat, mir begegnet und passiert ist, doch es ist so ein m&auml;chtiger Berg, der sich da angeh&auml;uft hat - also gar nicht so einfach einen Anfang, den Aufstieg, zu finden. Vielleicht ist diese Vollmondnacht ja ein Neubeginn, welcher gleichzeitig der Abschluss f&uuml;r ein St&uuml;ck Lebensgeschichte wird. <br />Wir haben unheimlich viel Musik geh&ouml;rt und dann kamen die Erinnerungen an vergangene Zeiten, Erlebnisse werden wach, Empfindungen sind sp&uuml;rbar, so dass eine Unruhe den ganzen K&ouml;rper erfasst. Eine Unmenge Bilder entstanden im Kopf und ich hatte das Gef&uuml;hl, dass die Zeit, wof&uuml;r auch immer, einfach nicht reicht. Dabei ist es nur eine Sache der Organisation und des richtigen Zeitpunktes. Jetzt! <br />Zuerst m&ouml;chte ich euch das geniale Yoga-Buch von Frau <a href="../page3/page8/page8.html" rel="self" title="Lektüreempfehlungen">Dr. Angela Dietz</a> vorstellen. Auch dazu gibt es eine bewegende Geschichte des Kennenlernens.  Doch dar&uuml;ber schreibe ich  sp&auml;ter. Es ist ein ganz pers&ouml;nliches Buch, welches nicht nur K&ouml;rper&uuml;bungen enth&auml;lt, sondern auch die Seele anspricht - so, wie vielleicht der Grundgedanke des Yogas verstanden werden soll. Ich habe mich schon l&auml;nger mit Yoga&uuml;bungen besch&auml;ftigt und unter Anleitung gelingen die Asana(s) recht gut, doch nach dieser Vorlage, alles ist kompakt und &uuml;bersichtlich, kann man auch allein &uuml;ben - ich bin einfach begeistert:  <a href="../page3/page8/page8.html" rel="self" title="Lektüreempfehlungen">(M)ein Leben mit Yoga.</a> Das Buch kann man nur &uuml;ber die Autorin bestellen.<br />Wichtig sind mir  ein paar neue <a href="../page9/page9.html" rel="self" title="Lebensbilder">Bilder,</a> auch wenn der dazugeh&ouml;rende Text noch ein wenig auf sich warten l&auml;sst.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-07-31T10:35:46+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jul-2007#unique-entry-id-104</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jul-2007#unique-entry-id-104</guid><content:encoded><![CDATA[Der letzte Tag im Juli, noch drei freie Ferientage in NRW - ich werde schreiben, doch es wird das Aufschreiben von Erinnerungen sein. Wenigstens eine Eintragung f&uuml;r jeden Monat <span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">m&ouml;chte ich verfassen</span>. Da das vergangene Jahr so unheimlich erlebnisintensiv war, werden die Aufzeichnungen mir die M&ouml;glichkeit geben, &uuml;ber alles noch einmal nachzudenken. F&uuml;r meinen Seelenfrieden ganz bestimmt gewinnend, so kann ich meine Gef&uuml;hle besser verstehen. Es war nicht ganz einfach mit mir selbst klar zu kommen, meine Gedanken und Reaktionen zu begreifen, mich anzunehmen. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betr&uuml;bt - ein st&auml;ndiges Auf und Ab kann ganz sch&ouml;n belastend sein. Nicht nur f&uuml;r mich selbst, nein auch f&uuml;r alle Beteiligten. Wenn Andreas nicht so viel Geduld mit mir h&auml;tte/hat, so viel Zuversicht und Lebensmut ausstrahlte/ausstrahlt, mein "langes Gesicht" (Kommt ein Pferd in die Kneipe; fragt der Wirt: Was machst du denn f&uuml;r ein langes Gesicht?) zum Lachen bringen w&uuml;rde, dann w&auml;re es manchmal ganz sch&ouml;n traurig. Ich kann jetzt noch nicht erkl&auml;ren, woher diese Traurigkeit kommt, diese Schwermut, die ich wirklich bis jetzt nicht gekannt habe. <br />Ja, und was hat es gebracht? Wir waren uns noch niemals so nah!<br />"Verstehen kann man das Leben nur r&uuml;ckw&auml;rts. Leben muss man es vorw&auml;rts. (S&ouml;ren Kierkegaard)<br />So werden aus den schwarzen Monaten am linken Rand nach und nach blaue.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-06-05T21:16:03+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2007#unique-entry-id-107</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2007#unique-entry-id-107</guid><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-06-04T18:09:06+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2007#unique-entry-id-106</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2007#unique-entry-id-106</guid><content:encoded><![CDATA[Ich habe ganz gut geschlafen, war nur zweimal auf. Vor dem Fr&uuml;hst&uuml;ck muss ich den Urin abgeben und Blut wird mir noch abgenommen, also gehe ich p&uuml;nktlich ins Haupthaus. Das kann doch nicht wahr sein. Ich traue meinen Augen nicht. Da steht B. vor mir. Wir kennen uns aus Leipzig von der Selbsthilfegruppe, auch sie schmunzelt und dann umarmen wir uns herzlich. So kann mein erster Kurtag beginnen. Wir plaudern und fr&uuml;hst&uuml;cken. So erfahre ich &uuml;ber die Aktivit&auml;ten der Selbsthilfegruppe im letzten Jahr etwas und mir wird erst jetzt bewusst, dass mir dieser Gedankenaustausch doch gefehlt hat. Leider konnte ich noch keinen Kontakt zu anderen Betroffenen aufnehmen oder wollte ich es gar nicht. Jedenfalls waren meine Bem&uuml;hungen bisher nicht intensiv, nur kurze Recherchen im Internet. Ich bin gesund und gesunde Menschen brauchen keine Selbsthilfegruppe. Habe ich mir vielleicht etwas vorgemacht? Dieses Fr&uuml;hst&uuml;cksgespr&auml;ch war sehr, sehr angenehm. <br />Danach warte ich im Zimmer auf den Oberarzt, der  um 10.30 Uhr eine Anamnese sowie eine Untersuchung durchf&uuml;hrt und dann wird der Therapieplan festgelegt. Auch er ist offen und freundlich, wir k&ouml;nnen &uuml;ber kleine Missverst&auml;ndnisse gemeinsam lachen.<br />Bevor es um 12.00 Uhr Mittagessen gibt, kann ich noch einen kurzen Spaziergang unternehmen, um die n&auml;here Umgebung zu erkunden.<br />Zu meinen festen Vorhaben z&auml;hle ich den Mittagsschlaf. Eigentlich habe ich bis 16.30 Uhr Zeit, denn dann beginnt mein erster Therapiepunkt: Therapeutisches Singen, doch so lange werde ich nicht schlafen - eine Stunde ist ausreichend.<br />Beide "Aktivit&auml;ten" waren herrlich und nun gibt es schon wieder Abendbrot. Ich beteilige mich am allgemeinen Tischgespr&auml;ch und es wird ein gemeinsamer Abendspaziergang beschlossen. Einige Lebensgeschichten erfahre ich, zugleich stelle ich fest, dass es mir k&ouml;rperlich sehr gut geht.<br />Am Abend versuche ich meine Eltern und Andreas anzurufen. Die Festnetzverbindung funktioniert noch nicht und mit dem Handy muss ich immer nach drau&szlig;en gehen, doch eine kurze Information ist schon wichtig.<br />Dann schaue ich mir noch meinen Wochenplan an und der erste Tag ist schon vorbei.<br />                                         <br /><img class="imageStyle" alt="IMG_0001" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//Karte.jpg" width="300" height="300"/>                                                                                                                               <img class="imageStyle" alt="IMG_0001" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//Plan1.jpg" width="300" height="300"/>        <br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2007-06-03T12:27:37+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2007#unique-entry-id-105</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2007#unique-entry-id-105</guid><content:encoded><![CDATA[Sonntag: Beginn meiner ersten Kur. Genau ein Jahr nach dem Unterschreiben des Mietvertrages in NRW. Wir waren zu keiner Zeit so lange getrennt voneinander. Ich war aufgeregt - so eine lange Strecke bin ich noch nicht alleine gefahren, traurig - ich hatte jetzt schon Sehnsucht, obwohl ich Andreas Hand noch fest in meiner sp&uuml;rte, und auch erwartungsvoll - hatte ich doch noch nie eine Kur in Anspruch genommen.<br />Die Vorbereitungen waren schon aufregend und forderten eine Menge Durchsetzungsverm&ouml;gen. Eigentlich wollte ich gar nicht diese M&ouml;glichkeit der Erholung in Betracht ziehen. Doch alle, die Familie, Freunde, Verwandte und &Auml;rzte haben mir zugeraten. Dort h&auml;tte ich Zeit, meinen K&ouml;rper zu stabilisieren und meine Empfindungen sowie Gef&uuml;hle zu analysieren. Damals &uuml;berst&uuml;rzten sich die Ereignisse:  Juli 2006 war die letzte Operation, die Abschlussuntersuchungen, Gesundschreibung, Umzug nach NRW, 14 Tage Urlaub in Israel und am 08.08. 2006 begann das neue Schuljahr am GaW in D&uuml;ren. Auf gar keinen Fall wollte ich dies mit einer Kur beginnen. Jetzt ist das erste Schuljahr fast beendet, also eine g&uuml;nstigere M&ouml;glichkeit f&uuml;r eine Auszeit.<br />Wie beantragt man eine Kur? <br />Mein behandelnder Arzt in Aachen, Dr. Danaei, beantragte diese Kur f&uuml;r mich. Ein Schreiben ging der Bezirksregierung in K&ouml;ln zu. Wartezeit! Dann erhielt ich eine Antwort. Die Notwendigkeit einer Kur musste vom Amtsarzt best&auml;tigt werden. Also organisierte ich mir einen "Feststellungstermin" beim Amtsarzt in D&uuml;ren. Meine Erfahrungen mit Amts&auml;rzten waren ja nicht gerade aufbauend. Am 10.04.2007 sa&szlig; ich einer freundlichen &Auml;rztin gegen&uuml;ber, die mich aufforderte, doch meinen Kurantrag zu begr&uuml;nden. Warum wollte ich eine Kur? Ich konnte ja schlecht sagen, dass alle der Auffassung sind, ich br&auml;uchte eine Auszeit. So versuchte ich, die Kurzfassung meiner Krankengeschichte zu erz&auml;hlen. Das war allerdings f&uuml;r eine Amts&auml;rztin so normal, dass ich kein gro&szlig;es Mitgef&uuml;hl f&uuml;r meinen Leidensweg versp&uuml;rte. Es wurde erst Interesse gezeigt, als sich herausstellte, dass ich trotz Krankheit als Beamtin zur Anstellung gef&uuml;hrt werde. Sie teilte mir mit, dass auch sie diese Untersuchung durchf&uuml;hrt und ihr kein Fall bekannt ist, der nach dieser Krankheit eine Verbeamtung erm&ouml;glicht. Da war ich also die gro&szlig;e Ausnahme und sah die Leipziger Amts&auml;rzte in einem anderen Licht. Eine Kur steht mir zu, jetzt musste nur noch der Zeitpunkt gekl&auml;rt werden. "In welcher Ferienwoche wollen sie fahren?"  Oh, ich wollte in keiner Ferienwoche fahren. Da wurde ich belehrt: Beamte d&uuml;rfen nur in der Ferienzeit sich erholen. Ich war irritiert, jedoch nicht sprachlos. Meiner Meinung nach sollte die Ferienzeit zur Erholung vom Schulstress dienen, um die Arbeitskraft wieder herzustellen, eine Kur, jedenfalls in meinem Fall, m&uuml;sste mir helfen, meine Krankheit zu verarbeiten - k&ouml;rperlich und seelisch. Jetzt musste auch die &Auml;rztin schmunzeln und dann meinte sie, dass daf&uuml;r eine spezielle Begr&uuml;ndung gefunden werden m&uuml;sse. "Dann machen wir uns mal an die Arbeit", mit diesen Worten gab sie mir einen dicken Katalog, der s&auml;mtliche Kureinrichtungen beinhaltete. Zuhause habe ich dann zwei Stunden gebraucht, um mein Reiseziel zu finden, meinen Ort der Rehabilitation. Noch am Abend habe ich mich mit der Klinik Graal-M&uuml;ritz; Fachklinik f&uuml;r Onkologie und Ganzheitsmedizin, in Verbindung gesetzt. Gut, dass es das Internet gibt. So konnte ich mir die Klinik sowie deren Programm ansehen, eine Mail schreiben und eine Aufenthaltsm&ouml;glichkeit vom 03.06.2007 bis zum 24.06.2007 erfragen. Einen Tag sp&auml;ter war die Antwort schon da, dass ich an die Ostsee kommen kann. Jetzt konnte ich eine Mail an die Amts&auml;rztin schreiben. Leider war sie im Urlaub - Wartezeit! Um so erfreuter war ich dann,  als eine positive R&uuml;ckmeldung auch zum Reisetermin kam. Wie ging es weiter? Anschreiben an die Krankenkasse, Anschreiben an die Beihilfestelle - Wartezeit! Als dann endlich die Zustimmungen kamen, konnte ich auch in der Schule vorsprechen. Ich war unheimlich froh, dass man f&uuml;r die Kur zu diesem Zeitpunkt, immerhin waren noch zwei Wochen Schule, Verst&auml;ndnis hatte. Die Stunden habe ich teilweise vorgeplant, sodass die Vertretungslehrer und Sch&uuml;ler nicht noch zus&auml;tzlichen gestresst wurden. <br /><br />Ich liebe die Ostsee!<br /><br />Meine Hand, die Andreas nach wie vor fest h&auml;lt, schmerzt. Ich muss jetzt in das Auto einsteigen und endlich fahren. Es soll mir richtig gut gehen, ich soll mich erholen, ich soll ausruhen, ich soll abschalten, ich soll aufarbeiten, ich soll ...<br />Eine dicke Tr&auml;ne kann ich nicht zur&uuml;ckhalten, dann sitze ich im Auto und hoffe, dass das Navigationssystem funktioniert.<br />Ich muss mich konzentrieren, d.h. die Traurigkeit hat jetzt Pause. Nach 7 1/2 Stunden stehe ich in Graal-M&uuml;ritz vor dem Haupteingang und bin ganz sch&ouml;n stolz. Die erste Herausforderung habe ich super gemeistert. Jetzt beginnt das fr&ouml;hliche Kurleben. Es ist Sonntagabend, 17.00 Uhr, normalerweise kein Anreisetag, aber Schwester S. zeigt mir mein Zimmer, den Speiseraum und erkl&auml;rt kurz die Begebenheiten der Aufnahme. Die Kuranlage ist sehr sch&ouml;n, auch in meinem Zimmer 2 im Haus Pappel werde ich mich wohl f&uuml;hlen. Ich r&auml;ume das Auto aus und gehe um 17.30 Uhr zum Abendbrot. Jeder Platz hat ein Namenk&auml;rtchen, dies finde ich ganz nett, leider finde ich meines nicht. Eine Frau in einem leuchtend roten T-Shirt winkt mir zu und bittet mich an ihren Tisch: "Hier ist noch ein Platz frei und alles andere wird sich finden." Ich bin froh. <br />Andreas anrufen! Auch er ist beruhigt, dass ich gut angekommen bin. Schwester S. nimmt einige Daten noch auf: Blutdruck, Puls, Gewicht, EKG, Atemvolumen - alles ist o.k. <br />Dann kann ich endlich die Ostsee suchen - ich sehe sie - sp&uuml;re denn Sand, den Wind und das Wasser - herrlich. Ja, ganz bestimmt werde ich diese Zeit genie&szlig;en. <br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-09-17T11:11:01+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2006#unique-entry-id-102</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/sep-2006#unique-entry-id-102</guid><content:encoded><![CDATA[Liebe Tagebuchleser,<br />ich bin noch DA und habe auch die feste Absicht, weiter am Tagebuch zu schreiben. Die "verlorenen" Monate werden aufgearbeitet - es ist keine "verlorene" Zeit. Doch bis zum Oktober bitte ich um Geduld, dann sind Ferien und ich kann mich wieder auf Dinge konzentrieren, die nicht so dominant den Alltag bestimmen. Darauf freue ich mich!<br />Bis dahin k&ouml;nnt ihr die Bilder anschauen, die dokumentieren, dass es keine Langeweile bisher gab.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-24T22:08:22+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-101</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-101</guid><content:encoded><![CDATA[Sch&ouml;n, dass ich wieder aus dem Krankenhaus entlassen werde, nach Hause kann, meinen eigenen Tagesverlauf bestimme - tief durchatmen (geht noch nicht so gut) - tut gut!<br />Eigentlich war der Aufenthalt ertr&auml;glich, doch wer ist schon gern ausgeliefert und auf fremde Hilfe angewiesen. Trotz aller Unannehmlichkeiten gab es auch viele kleine und gro&szlig;e Freuden.<br />Andreas brachte mich am Montag gegen 7.00 Uhr ins Krankenhaus. Da marschierte ich wieder einmal die Auffahrt hoch, viel lieber w&uuml;rde ich sie runter gehen, also setzte ich jeden Schritt bewusst langsam. Auf der Station 10 war man zu dieser Zeit nat&uuml;rlich schon munter und konnte mir das Zimmer 21 zuweisen. Meine Bettnachbarin wartete auf das Fr&uuml;hst&uuml;ck, ich setzte mich dazu und wir plauderten &uuml;ber das Wetter. Es ist einfach das unverf&auml;nglichste Thema. Die erste Visite brachte f&uuml;r uns zwei Hinweise: Entlassung f&uuml;r meine Zimmerkollegin und OP-Termin f&uuml;r mich am Mittag. So richtete ich mich f&uuml;r eine Woche im Zimmer ein, r&auml;umte die Sachen in den Schrank und Nachtschrank, zog das Engelshemd und die wei&szlig;en "Reiz"str&uuml;mpfe an, schluckte meine lma-Tablette und wartete. Das Legen der Flexyle war sehr unangenehm, da es erst beim dritten Versuch klappte. Frau X. sprach mit den Schwestern ab, dass ich nach ihrer Entlassung doch den Fensterplatz belegen k&ouml;nne. Das fand ich richtig nett. Ich schlummerte ein, hatte einige wache Momente, doch so richtig munter wurde ich erst am Nachmittag, als ich aus dem Fenster schauen konnte und die riesige Eiche bestaunte. Da war schon alles &uuml;berstanden. Ich konnte mich zwar noch an ein f&uuml;rsorgliches Streicheln &uuml;ber die Wange im OP-Raum erinnern, mehr jedoch nicht. Faszinierend, was so eine Narkose bewirkt. Gut, dass es sie gibt. Es fiel mir schwer, die Augen zu &ouml;ffnen - Andreas war da. Oh, ich bin so m&uuml;de. H. schaute kurz vorbei. Endlich das eigene T-Shirt anziehen. Augen auf. Andreas ist immer noch da, hat aber die Augen zu. Ist er auch so m&uuml;de? Die Sonne blinzelt zwischen den Eichenbl&auml;ttern hindurch. Die Augen fallen mir wieder zu. Schlafen!<br />Am Dienstag bin ich schon wieder ansprechbar. Die Schmerzen werden durch eine 24h-Tablette unterdr&uuml;ckt, es ziept und dr&uuml;ckt doch. Ein Toilettengang ist noch nicht m&ouml;glich, da kommt der erl&ouml;sende Stuhl und die Schwestern m&uuml;ssen helfen. Ich freue mich &uuml;ber A., die vorbeischaut und mir gut zuredet, auch neue Zimmerkolleginnen lenken mich ab und nat&uuml;rlich kommt Andreas, der tr&uuml;be Gedanken vertreibt. Husten, Niesen sowie Lachen sind unm&ouml;glich, diese Schmerzen treiben mir sogar die Tr&auml;nen in die Augen. Die Dr&auml;nage wird gezogen und ich schaffe einen ersten Gang durch das Zimmer, auch zur Toilette und zum Teewagen. Viele kleine Dinge der Selbstst&auml;ndigkeit werden wieder hart erk&auml;mpft. In der Nacht zum Mittwoch schlafe ich ganz schlecht - eher gar nicht. Frau Dr. H. begutachtet w&auml;hrend der Visite die Narben unter den Pflastern und ist mit der Wundheilung zufrieden. Wenn alles weiter so gut verl&auml;uft, kann ich am Samstag entlassen werden. Meinen Bettnachbarinnen geht es nicht so gut, denn sie warten erst noch auf die OP. <br />Mit Andreas gehe ich in die Cafeteria. Es ist so hei&szlig;, wir essen Eis. Oh, lachen kann ich nicht. Dabei w&auml;hre es so erl&ouml;send. H. wird heute operiert, ich besuche sie in ihrem Zimmer. D. besucht mich und bringt eine wundersch&ouml;ne Sonnenblume mit. Ja, und sonst, ist wohl das Lesen im Bett noch recht nett.<br />Die gr&ouml;&szlig;te &Uuml;berraschung am Donnerstag sind meine Eltern, die einfach mit ihrer ganzen Liebe in der T&uuml;r stehen. Warum muss man nur immer heulen, wenn man so ger&uuml;hrt ist? Selbst Andreas wusste nichts. Eine geniale Idee! Die Erdbeeren und Kirschen schmecken so lecker.<br />Am Freitag werde ich noch einmal gr&uuml;ndlich untersucht und es ist soweit alles o.k. F&uuml;r die n&auml;chsten 4 Wochen gilt: kein Fahrrad fahren, nicht baden, nichts tragen, keine Anstrengung, kein Sex. Ich werde dies alles gut entbehren k&ouml;nnen, jedoch k&ouml;nnen 4 Wochen auch recht lang sein. Da haben es die freundlichen Schwestern der Station 10 mit ihrer bestimmenden Art wieder einmal geschafft, mich auf die Beine zu stellen. Den &Auml;rzten und Schwestern ein herzliches Dankesch&ouml;n!<br />Wir verstehen uns im Zimmer sehr gut, f&uuml;hren lange Gespr&auml;che und k&ouml;nnen uns gegenseitig helfen. Trotzdem bin ich nicht traurig, dass ich morgen wieder nach Hause kann.<br />Zum Fr&uuml;hst&uuml;ck am Samstag sitzen wir alle zum ersten Mal am Tisch zusammen. Es stimmt: "Die Zeit heilt alle (viele) Wunden." Andreas ist p&uuml;nktlich um 8.30 Uhr da und ich bin froh, dass auch diese Sache &uuml;berstanden ist. XXX]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-19T05:56:37+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-92</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-92</guid><content:encoded><![CDATA[Jetzt fahre ich zur Laparoskopie f&uuml;r eine Woche ins Krankenhaus. <br />Ich bin aufgeregt, jedoch zuversichtlich, da ich wei&szlig;, dass viele liebe Gedanken mich begleiten.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-18T23:57:25+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-100</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-100</guid><content:encoded><![CDATA[Hallo, mein liebes Kind, ich gratuliere zum Geburtstag und w&uuml;nsche, dass all deine Gedanken, deine Kraft, deine Empfindungen und Vorstellungen best&auml;ndig positiv sind, um den Alltag zu meistern, um das Leben zu leben.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_0012" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//K.jpg" width="150" height="150"/><br /><br />Am sp&auml;ten Nachmittag sind wir wieder in Leipzig - trotz Entfernung eine tiefe famili&auml;re Verbundenheit. Ich brauch diese Stunden, in denen ich so viel Liebe sp&uuml;re. Dadurch gewinne ich meine Sicherheit, Zuversicht und Glauben: Es wird alles gut!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-17T00:00:00+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-99</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-99</guid><content:encoded><![CDATA[Ein wundersch&ouml;nes Wochenende liegt vor uns. Wir fahren nach Oschersleben/Hornhausen und feiern den Geburtstag von Vati nach und in den Geburtstag von Felix hinein. Erst wollten wir hier in Leipzig uns alle treffen, doch dann haben meine Geschwister zu bedenken gegeben, dass es bei ihnen zum Feiern mit 14 Personen viel komfortabler ist. Stimmt! Wir freuen uns &uuml;ber das Angebot und fahren am Nachmittag zu meiner Schwester. Eine lustige Runde sind wir schon zum Kaffee trinken und der Abend vergeht bis Mitternacht recht schnell. Meine Eltern haben alles ganz lieb ausgestattet. Quietschfidel begr&uuml;&szlig;en wir das 19. Lebensjahr von Felix und haben viele gute W&uuml;nsche zu verschenken.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-16T22:07:54+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-98</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-98</guid><content:encoded><![CDATA[Mein Vati hat heute Geburtstag und ich denke ganz dolle an ihn. Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch!<br /><img class="imageStyle" alt="IMG_0009" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//Tulpe.jpg" width="150" height="150"/><br /><br />Auch so wird der Tag einen festen Platz in meiner Erinnerung einnehmen. Zum letzten Mal fahre ich zur Bestrahlung. Wieder gibt es etwas zum Abhaken. Ich habe eine weitere Etappe auf dem Weg zur Gesundheit geschafft. TOLL! TOLL! TOLL! Herzlich bedanke ich mich bei den Schwestern und freu mich, dass sie sich &uuml;ber meine Aufmerksamkeit freuen.<br />Danach muss ich ins Elisabeth-Krankenhaus und die Voruntersuchungen f&uuml;r die OP am Montag durchstehen. Gespr&auml;che, Untersuchungen, Blutabnahmen, EKG und An&auml;sthesie - nach vier Stunden bin ich fertig, fahre ersch&ouml;pft nach Hause. Zum Ausruhen bleibt nicht viel Zeit, denn wir treffen uns mit der Selbsthilfegruppe in Zwenkau. Bevor ich I. und H. abhole, besorge ich noch ein Mitbringsel f&uuml;r die Gastgeberin und Blumen f&uuml;r A. Von ihr m&ouml;chte ich mich in diesem Kreis verabschieden und mich f&uuml;r ein liebevolles Begleiten w&auml;hrend der Krankheit bedanken. Es wird mein letztes Zusammentreffen mit der Selbsthilfegruppe sein. <br />Der Abend ist nett, es gibt viel zu erz&auml;hlen und noch mehr zu essen. Sehr entspannend, bis zur Nachricht, dass ein Unwetter mit riesengro&szlig;en Hagelk&ouml;rner gerade Leipzig verw&uuml;stet. Nicht einen Tropfen Regen haben wir hier drau&szlig;en erlebt und sehen die Zerst&ouml;rung erst, als wir nach Hause fahren. So ist mein Auto wenigstens verschont geblieben. Manchmal muss man auch Gl&uuml;ck haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-15T22:21:29+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-97</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-97</guid><content:encoded><![CDATA[Frau B. hat in Absprache mit Frau Dr. H. meinen Termin f&uuml;r die Laparoskopie ver&auml;ndern k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber bin ich sehr froh und kann somit in der Uniklinik Bescheid sagen.<br />Gemeinsam fahren Felix und ich zur Bestrahlung. Es ist ein angenehmes Gef&uuml;hl, einen Begleiter zu haben. Mein Kind sp&uuml;rt genau, wie wichtig mir unsere gemeinsamen Stunden sind. Anschlie&szlig;end fahren wir in die Stadt, dort haben wir eine Verabredung mit M. Bei einem gemeinsamen Mittagessen k&ouml;nnen wir Gedanken austauschen und M. hat die Gelegenheit seinen Sohn zu sehen. Beim Bummel durch die Leipziger Innenstadt staunt Felix &uuml;ber viel Neues und das ein oder andere Schn&auml;ppchen freut ihn auch. Dann verabschiedet er sich f&uuml;r den heutigen Tag und ich fahre nach Hause. Zum Einkaufen am sp&auml;ten Nachmittag ist dann Andreas wieder mein Begleiter. <br />Ich bin heute ganz Frau.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-14T22:55:41+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-96</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-96</guid><content:encoded><![CDATA[Die morgendliche Joggingrunde ist jetzt wieder zu einer angenehmen Tradition geworden und heute bin ich sie ohne Gehpause gelaufen. Richtig stolz bereitete ich mir mein M&uuml;sli zu, &uuml;berlege beim Fr&uuml;hst&uuml;cken eine neue Terminanordnung und fahre mit dem Auto zur Bestrahlung. Frau Dr. K. hat wenig Zeit zum Erkl&auml;ren, sie schaut sich die Brust an und meint, dass die Haut gut aussieht. Vielleicht doch eine &auml;u&szlig;ere Bestrahlung? Nein, ich will alles daf&uuml;r tun, dass kein lokales Rezidiv auftritt. Dies haben doch Studien belegt, so hatte es mir eine andere &Auml;rztin erkl&auml;rt. Die Brust braucht eine l&auml;ngere Erholungspause, somit kann nicht am 19.06. operiert werden. Neuer Terminvorschlag ist der 03.07. - schade, an diesem Tag habe ich eine andere OP. 14 Tage sp&auml;ter? Unm&ouml;glich! Da sind wir schon umgezogen und die Abschlussuntersuchung von Frau Dr. Langanke sowie die Folgeuntersuchung beim Amtsarzt m&uuml;ssen auch noch absolviert werden. Im Moment gibt es noch keine L&ouml;sung. Ich muss versuchen den Termin f&uuml;r die Laparoskopie zu &auml;ndern. <br />Am Mittag rufe ich im Elisabeth-Krankenhaus an. Frau B. ist sehr freundlich und schaut nach: Der OP-Plan ist f&uuml;r die n&auml;chsten Wochen voll. Frau Dr. H. steht zurzeit im Operationssaal, ich soll sp&auml;ter noch einmal anrufen. Nach einer Stunde hat sich an der Situation noch nichts ge&auml;ndert, so wird Frau B. versuchen, mich am Nachmittag zu erreichen. Zeit zum Abreagieren! Ich freue mich auf K., denn wir sind bei ihr Zuhause verabredet. Oh, wie sch&ouml;n, eine kleine Oase, hier k&ouml;nnte ich auch alt werden - genau das, was ich jetzt brauche. Mit allem werde ich liebevoll versorgt. Da ist etwas f&uuml;r die Seele, f&uuml;r den Geist und auch f&uuml;r den K&ouml;rper. <br />Viel zu schnell vergehen diese erholsamen Stunden und die Gedichtzeilen von E. Michel fallen mir ein: <br />Ich w&uuml;nsche dir Zeit &ndash; nicht nur so zum Vertreiben. Ich w&uuml;nsche, sie m&ouml;ge dir &uuml;brig bleibenals Zeit f&uuml;r das Staunen und Zeit f&uuml;r Vertraun, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.<a href="../page5/page13/page13.html" rel="external"><br /></a><br />Das Handy klingelt und unterbricht unsere Idylle unter dem Nussbaum. Andreas teilt mir mit, das ein Anruf aus dem Krankenhaus kam und dass wir am Abend eine Verabredung in der Gosensch&auml;nke haben. Das zweite Klingeln bewirkt mein Kind. Felix ist schon in Leipzig und m&ouml;chte abgeholt werden. Ich bin freudig &uuml;berrascht und muss jetzt in die Realit&auml;t zur&uuml;ck. Danke K. f&uuml;r diese Verschnaufpause.<br />In Leipzig wird heute WM-Fu&szlig;ball gespielt, da kommt man nat&uuml;rlich nicht durch die Stadt. Andreas ruft erneut an und teilt mir mit, dass er schon in die Sch&auml;nke f&auml;hrt, ich nachkommen soll, Felix bereits zu Hause ist. Ein St&uuml;ckchen Gelassenheit habe ich von K. ja mit auf dem Weg bekommen.<br />Gl&uuml;cklich treffe ich meinen Sohn und wir k&ouml;nnen auch noch einige Begr&uuml;&szlig;ungsworte austauschen. Dann fahren wir beide wieder Richtung Gohlis. Er, um Freunde zu treffen und ich in die Gosensch&auml;nke. <br />Abends im Bett finden wir die Zeit, um &uuml;ber den Tag zu reden.<br />Es gibt viel zu besprechen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-13T22:58:05+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-95</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-95</guid><content:encoded><![CDATA[Sonne - Sommer - Sonne - Sommer - Sonne - Sommer<br /> F&uuml;r diesen Tag haben wir uns etwas Tolles &uuml;berlegt. Wir werden in Landsberg anbaden, leider auch gleichzeitig abbaden. Andreas muss nicht zur Schule und kann mich zur Bestrahlung begleiten, anschlie&szlig;end wollen wir gleich ins Bad fahren. Die Bestrahlungsschwestern &uuml;bergeben mir einen Zettel von der Ober&auml;rztin und meinen, dass der OP-Termin nicht eingehalten werden kann. Ich solle mich noch einmal mit ihr unterhalten. Nicht heute, heute m&ouml;chte ich mich ganz unbeschwert bewegen, heute wird nicht die Krankheit bestimmen, heute werde ich zum Baden fahren - jetzt gleich.<br />Am Vormittag ist es herrlich im Landsberger Bad unter der Felsenkirche. In der Sonne wird es zu hei&szlig; sein und im Schatten ist der Rasen noch taufeucht - wir finden ein unseren Anspr&uuml;chen entsprechendes Pl&auml;tzchen und lassen uns f&uuml;r die n&auml;chsten Stunden nieder. Der Badeanzug verdeckt fast alle Markierungen, nur die kurzen Haare k&ouml;nnten auf meine Erkrankung verweisen, sonst sind wir ein ganz normales Paar, welches nicht zur Arbeit muss. Wir lesen und reden, es riecht nach Sonnenkreme, Wasser -  gleichzeitig liegt Urlaubsstimmung in der Luft. Nach einer ganzen Weile stecke ich den gro&szlig;en Zeh in das Wasser, es ist wirklich eiskalt. Die F&uuml;&szlig;e baden kann auch ganz nett sein. Ich "darf" sowieso nicht ins Wasser. Die Beine stecken schon drin, der Po wird nass, ach egal, nun bin ich drin. Mit dem Gef&uuml;hl der gro&szlig;artigen Lebendigkeit schwimme ich einige Bahnen, auch Andreas kommt ins Wasser und freut sich. <br />Das Empfinden in diesen Stunden werde ich nie vergessen.<br />Am Nachmittag sind wir wieder Zuhause und dann fahre ich noch zum Yoga.<br />Ich habe heute wirklich mit allen Sinnen intensiv gef&uuml;hlt. <br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-12T21:00:24+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-94</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-94</guid><content:encoded><![CDATA[Die letzte Woche der Bestrahlung beginnt. Es ist im Vergleich zur Chemotherapie f&uuml;r mich wirklich keine Belastung. Mit dem Rad kann ich fahren und so verl&auml;uft der Vormittag ganz ruhig. Der Termin f&uuml;r die innere Bestrahlung wird der 19.06.2006 sein. Daher kann ich am Nachmittag, wenn ich im Elisabeth-Krankenhaus bin, den Zeitpunkt f&uuml;r die Laparoskopie festlegen.<br />Entspannt fahre ich nach Hause, kaufe unterwegs noch eine gro&szlig;e Portion Spargel und freue mich auf Andreas, der montags seinen kurzen Unterrichtstag hat.<br />Spargel essen wir sehr gern, jedoch ist die Vorbereitung unheimlich aufwendig. Ich setze mich auf den Balkon und fange gleich mit dem Sch&auml;len an. Unser "Verw&ouml;hnmittagessen" schmeckt prima. Danach ist sogar noch Zeit, um ein wenig zu ruhen, bevor ich dann mich wieder auf das Rad schwinge und zum Krankenhaus fahre.<br />Es ist die gleiche Station, Station 10 - doch diesmal behandelt mich Frau Dr. H., Chef&auml;rztin der Gyn&auml;kologie. Schwester M. ist mir noch sehr vertraut, dadurch sinkt meine Nerv&ouml;sit&auml;t. Alle sind freundlich. Wir sprechen &uuml;ber die Laparoskopie, diese wird genau erkl&auml;rt, anschlie&szlig;end werde ich noch untersucht. Ich kann einen Wunschtermin nennen - toll - dann wird es der 03.07.2006, passt in unseren Zeitplan. Damit habe ich die n&auml;chsten Etappen abgesteckt und kann mich auf alles einstellen. ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-11T20:21:17+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-93</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-93</guid><content:encoded><![CDATA[Auch heute sind die Temperaturen sehr angenehm - ein Sonntag zum Gedanken treiben lassen - "rummmuddeln" - entspannen. Es gibt zwar immer etwas zum Erledigen, doch ohne Zwang.<br />Am Nachmittag fahren wir mit den R&auml;dern zum Cospudener See und besuchen D. und D. Hier k&ouml;nnen wir ausgiebig quatschen und unsere Freundschaft genie&szlig;en. Wir sind uns sehr wichtig und werden trotz unseres Umzuges eine enge Verbindung aufrechterhalten. <br /><br /><strong>Wahre Freundschaft besteht in einer Einheit der Seelen, die es nur selten gibt auf dieser Welt. Nur zwischen gleichen Naturen kann eine Freundschaft dauerhaft bestehen.</strong> <br />Mahatma Gandhi, (1869 - 1948 ermordet)<br /><br />Unsere "Naturen" &auml;hneln sich sehr, da w&auml;ren gleiche Berufe, gleiche Fachrichtungen, gleiche Interessen, fast gleiches Aussehen.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-10T22:54:51+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-91</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-91</guid><content:encoded><![CDATA[Heute ist der erste richtige Sommertag, denn die Sonne scheint schon am fr&uuml;hen Morgen vom strahlend blauen Himmel. Nach unserem sportlichen Tagesbeginn fr&uuml;hst&uuml;cken wir auf dem Balkon. Die V&ouml;gel zwitschern, der Wind streichelt die Bl&auml;tter und Sonnenstrahlen kitzeln auf der Haut. Es wird ein sehr erholsames Wochenende werden. Bevor wir gemeinsam zur Bestrahlung fahren (Termin f&uuml;r Pfingstmontag), radeln wir noch zur Autovermietung, um einen Transporter f&uuml;r den Umzug zu bestellen. Anschlie&szlig;end bummeln wir durch die Stadt, schauen in die Gesch&auml;fte, beobachten die Fu&szlig;ballfans, lecken ein Eis. Es ist eine so friedliche Atmosph&auml;re und ich bin innerlich so ruhig, obwohl die Stadt nat&uuml;rlich im Fu&szlig;ballfieber pulsiert. Am Nachmittag sitzen wir wieder auf dem Balkon und lesen, wir haben Zeit, Zeit, die ich mir so gew&uuml;nscht habe. Auch wenn im Hinterkopf noch zwei Schreibaufgaben lauern, die verschiebe ich auf morgen und genie&szlig;e jetzt den ruhigen Augenblick. Wer wei&szlig;, wann ich diese tiefe Zufriedenheit wieder einmal empfinden werde. Unser abendlicher Spaziergang f&uuml;hrt uns in den Biergarten. Es passt zu diesem Tag. Am Abend sucht Andreas im Internet nach M&ouml;beln und findet tolle St&uuml;cke. Wir diskutieren &uuml;ber die neue Einrichtung, freuen uns &uuml;ber die M&ouml;glichkeit, eigene Ideen umzusetzen und ich stelle entsetzt fest, dass wir in genau 8 Wochen unsere "neue" Arbeit beginnen werden.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-09T17:49:06+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-90</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-90</guid><content:encoded><![CDATA[Ich komme nicht zum Schreiben, die Zeit verrinnt, es gibt auffallend viel zu erledigen - zu erleben - zu leben.<br />Noch muss ich nicht zur Arbeit, doch jeder Tag vergeht so schnell, dass einige Vorhaben einfach nicht realisiert werden k&ouml;nnen. Dabei stehe ich wirklich mit Andreas&nbsp;meistens&nbsp;gegen 6.30 Uhr auf. Wenn er aus dem Haus ist, wird ein wenig aufger&auml;umt, Gymnastik oder Joggen, K&ouml;rperpflege, Sachen heraussuchen - anziehen, dann fahre ich zur Bestrahlung und bin gegen 12.00 / 13.00 Uhr wieder zu Hause. Ganz in Ruhe bereite ich das Mittagessen vor, jetzt ist es schon 14.30 Uhr und Andreas kommt von der Schule. Nach dem Essen bin ich meistens mittagsschlafreif - lege mich aber nicht immer hin. Eine Aufgabe ist noch f&uuml;r den Nachmittag und dann ist der Tag schon fast wieder zu Ende. <a href="../page5/page13/page13.html" rel="self">Ich w&uuml;nsche mir mehr Zeit!</a><br />Zu Pfingsten (<strong>02.06. bis 04.06.</strong>) waren wir in D&uuml;ren, unserer neuen Heimat, um eine Wohnung zu suchen. Wir haben in einer herrlichen Ferienwohnung mit Blick auf die Berge unsere Zentrale aufgeschlagen und dann von dort einen Besichtigungsmarathon absolviert. Dabei konnten wir viele interessante Menschen kennen lernen und ein wenig auch ihre Mentalit&auml;t verfolgen. Die letzte Wohnung, die wir uns angesehen haben, wird ab 01.07.2006 unsere neue Wohnung in Merzenich, 4 km von D&uuml;ren entfernt, sein. Es war eine sehr intensive Zeit, die nur bedingt anstrengend war, da Andreas alles bestens organisiert hat. Interessant waren die Reaktionen der Vermieter auf mein Aussehen. Ein Paar, bei dem die Frau ein Kopftuch tr&auml;gt, wird argw&ouml;hnisch inspiziert. Erst als sich herausstellte, dass ich aus Krankheitsgr&uuml;nden das Tuch trage, hellten sich die Mienen auf. Paradox!<br />Als wir am Sonntagabend wieder im eigenen Bett lagen und die vergangenen Tage Revue passieren lie&szlig;en, waren wir sehr zufrieden. <br />Ein verregneter Pfingstmontag (<strong>05.06.</strong>) lud zum Entspannen ein. Den tristen Tag lockerte K. am Nachmittag auf, indem er mit leckerem Kuchen zum Kaffee/Teetrinken vorbeikam. Mit dem Dienstag, <strong>06.06.06</strong> begann eine n&auml;chste Bestrahlungswoche. Meiner Haut sieht man die Bestrahlungsprozedur noch nicht an, dar&uuml;ber bin ich sehr froh. Trotz des Schwitzens bei allen sportlichen Bewegungen und dem Duschen entstanden noch keine Reizungen, es muss nur regelm&auml;&szlig;ig nachgezeichnet werden. Nach der Bestrahlung bin ich auf einen Schwatz zu meiner Kollegin R. in die Turnhalle gefahren, um anschlie&szlig;end auch noch in der Schule vorbeizuschauen. Wohlmeinend erkundigen sich die Kollegen nach meinem Befinden und freuen sich, wenn es mir gut geht. Bevor ich am Abend zum Yoga fahre, besuche ich H. noch im Krankenhaus. Am Mittwoch (<strong>07.06.</strong>) sah Dr. M. nach der 20. Bestrahlung meine Brust an, erkundigte sich nach meinem Befinden und besprach, nach entsprechender Nachfragen, mit mir die R&ouml;ntgenbefunde. Diese weisen keine Auff&auml;lligkeiten auf, es ist alles in Ordnung - ein Stein f&auml;llt mir vom Herzen. Wie verl&auml;uft die weitere Behandlung? Es soll abgewartet werden. Umgehend soll ich f&uuml;r die Nachbestrahlung (Boost) einen Gespr&auml;chstermin mit der Ober&auml;rztin vereinbaren. Eine Absprache kann ich bereits am Donnerstag vornehmen, nur nicht mit Frau Dr. K., sondern mit Frau Dr. H. Dieser <strong>08.06.</strong> wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, weil ich mit der festen &Uuml;berzeugung, dass nur eine &auml;u&szlig;ere Bestrahlung infrage k&auml;me, ins Gespr&auml;ch ging. Nach einer halben Stunde schwirrte ein riesengro&szlig;es Fragezeichen durch meinen Kopf. Die interstitielle Brachytherapie ist sicherer, schonender, kosmetisch besser und milder. Es ist allerdings auch eine weitere Operation, ich muss wieder ins Krankenhaus und es sieht bestialisch aus. <br />So, Frau Schimanski, entscheiden sie sich jetzt. Nein, nicht sofort kann ich mich entscheiden. Gut, dass ich mit dem Fahrrad nach Hause fahren kann, so habe ich noch Zeit zum &uuml;berlegen. Mit Andreas kann ich Vor- und Nachteile abw&auml;gen, doch eine Entscheidung muss ich alleine treffen. Ich recherchiere wie so oft im Internet und lese auch im Brustordner nach. Eine willkommene Ablenkung ist am Nachmittag das Suchen nach Anregungen f&uuml;r die neue Wohnungseinrichtung bei IKEA und H&ouml;ffner. Andreas und ich haben viel Spa&szlig; und staunen nicht schlecht &uuml;ber die Preise. Au&szlig;erdem ist dieser Nachmittag eine weitere Premiere, denn bei dem herrlichen Sonnenschein trage ich kein Tuch mehr und f&uuml;hle mich neben Andreas mit meinen kurzen Haaren auch angenommen. Dieses Gef&uuml;hl wird durch seinen Entschluss verst&auml;rkt, sich selbst die Haare recht kurz schneiden zu lassen. So sitzen wir zum Abendbrot mit raspelkurzen Haaren auf dem Balkon und genie&szlig;en den Sonnenuntergang. Ja, ich werde auf Nummer sicher gehen und die innere Bestrahlung durchf&uuml;hren lassen. Auch dies werde ich noch &uuml;berstehen - muss ich. <br />Nun ist die Woche schon wieder fast vorbei und es beginnt die kopftuchfreie Zeit. Nach der Bestrahlung (<strong>09.06.</strong>) teile ich den Schwestern meinen Beschluss, die interstitielle Bestrahlung durchf&uuml;hren zu lassen, mit. Wenn ich mich endlich entschieden habe, f&uuml;hle ich mich immer befreiter. Jetzt kann ich mich besser auf ein sonniges Wochenende freuen. E. und R. schauen kurz am Nachmittag vorbei, um das ungenutzte Fahrrad abzuholen. Am Abend kommen I. und S., wir werden auf dem Balkon sitzen, quatschen und einfach uns wohl f&uuml;hlen.<br /> <img class="imageStyle" alt="IMG_0018" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//InesBlume.jpg" width="150" height="150"/><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-06-01T21:56:51+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-89</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/jun-2006#unique-entry-id-89</guid><content:encoded><![CDATA[<strong>Kindertag</strong><br />Hallo, mein Kind, ich denke an dich - in jeder Stunde wenigstens einmal!<br /><br /><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; ">Wir sollten uns weniger bem&uuml;hen, den Weg f&uuml;r unsere Kinder vorzubereiten als unserer Kinder f&uuml;r den Weg. ( USA)<br /></span><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span>Das Aufstehen f&auml;llt mir heute schwer, doch unser gemeinsames Fr&uuml;hst&uuml;ck ist mir schon wichtig, raus aus dem Bett und munter werden. Zur Bestrahlung muss ich heute eine halbe Stunde eher, also kann ich noch die E-Mails checken, aufr&auml;umen und nat&uuml;rlich mich anziehen. Die Joggingrunde absolviere ich dann nach der Bestrahlung. <br />Das Wetter zeigt sich auch heute von seiner launischen Seite und so fahre ich lieber wieder mit dem Auto. <br />Es gibt keine Wartezeit, dar&uuml;ber hinaus noch ein angenehmes Gespr&auml;ch mit den Schwestern. Ich freue mich, denn die Zeit f&uuml;r die Bestrahlung morgen konnte auf 8.00 Uhr verlegt werden.<br /> Beim Laufen werde ich wieder einmal pitschnass, es regnet zwischenzeitlich stark. <br />Was werde ich zum Mittagessen kredenzen? "&Uuml;berl&auml;nges" (Rester vom Vortag). Der Aufwand h&auml;lt sich in Grenzen, es ist f&uuml;r heute o.k.. <br />Am Nachmittag muss ich zum Zahnarzt und danach fahre ich noch zu Heidi ins Krankenhaus. <br />Meine Abendarbeit wird das Schreiben der verlorenen Tagebuchaufzeichnungen sein.<br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-31T23:45:53+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-88</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-88</guid><content:encoded><![CDATA[Der letzte Tag im Wonnemonat Mai - von "Wonne" ist nicht viel zu sp&uuml;ren, die Temperaturen und der st&auml;ndige Regen sprechen wohl eher f&uuml;r den depressiven November. Das Wetter ist es nicht Wert, dass ich es st&auml;ndig erw&auml;hne, aber es beeinflusst mich m&auml;chtig, es ist so gr&auml;sslich h&auml;sslich. Morgen ist meteorologischer Sommeranfang, darauf bin ich gespannt. Im Moment passen meine Gef&uuml;hle sowieso eher zum Wetter, besser formuliert, das Wetter passt zu meinen Gef&uuml;hlen. Mit dem Fahrrad kann ich also wieder nicht fahren. Zuerst habe ich einen Termin bei meiner Gyn&auml;kologin, sie muss den Krankenschein alle vier Wochen verl&auml;ngern. Ich nutze die Gelegenheit, um mich nach dem Verlauf der Laparoskopie zu erkundigen. Sie erkl&auml;rt mir den Eingriff und best&auml;rkt mich in meinen &Uuml;berlegungen, allerdings ist sie erstaunt &uuml;ber meine Absicht, bereits im August wieder zu arbeiten. Ich solle es mir nochmals &uuml;berlegen. Ja, dass werde ich, es ist noch von so vielen verschiedenen Faktoren abh&auml;ngig. Doch die feste Absicht steht.<br />Nun muss ich aber z&uuml;gig fahren, um p&uuml;nktlich bei der Bestrahlung zu sein. Es regnet und alle Ampeln zeigen nat&uuml;rlich Rot. Durch die Stadt zu fahren ist nach wie vor anstrengend: Baustellen, Umleitungen, viele Autofahrer (bei dem Wetter)..., einen Parkplatz finde ich erst nach zwei Ehrenrunden, in entsprechender Entfernung von der Klink. Es regnet, ich bin nass und haste, doch die Zeit kann ich  nicht einholen. Da ich zu sp&auml;t komme, muss ich warten. Es ist eine willkommene Verschnaufpause. Ich gestalte mir meine Affirmation: Sonne, Sand, es kribbelt auf der Haut. Bevor ich zur Ruhe komme, werde ich in die Kabine gebetet. Jacke, T-Shirt und Tuch lege ich ab, mir ist kalt und um die Wartezeit zu verk&uuml;rzen, f&uuml;hre ich gymnastische &Uuml;bungen durch. Gut, dass mich niemand sehen kann, man w&uuml;rde nur mit dem Kopf sch&uuml;tteln. Wie immer sind die Schwestern sehr freundlich und verzeihen mir die Versp&auml;tung. Nun muss ich auf den Bestrahlungstisch klettern, um mich dann zurecht schieben zu lassen. Bevor die Schwestern den Raum verlassen, erinnern sie mich noch daran, dass ich anschlie&szlig;end zum R&ouml;ntgen muss. Mir ist immer noch kalt. Das Bestrahlungsger&auml;usch surrt und ich denke: Sonne, Sand auf meiner Haut ... Mein n&auml;chster Termin wird auf dem Bestellk&auml;rtchen vermerkt. Ach ja, der Freitagstermin m&ouml;chte bitte vorverlegt werden, wir wollen doch nach D&uuml;ren fahren. Die Schwester wird versuchen eine &Auml;nderung zu erm&ouml;glichen. Ich marschiere in die Kabine zur&uuml;ck, ziehe mich an und frage bei der Anmeldung nach dem &Uuml;berweisungsschein sowie dem Geb&auml;ude f&uuml;r die R&ouml;ntgenuntersuchung. Bis zur Liebigstra&szlig;e ist es nicht weit, das kann ich erlaufen. Bevor ich mich auf den Weg mache, lese ich den &Uuml;berweisungsschein: R&ouml;ntgen von zwei Seiten zur Abkl&auml;rung von eventuellen Metastasen in der Lunge. Ziemlich niedergeschlagen laufe ich durch den Regen bis zum anderen Unigeb&auml;ude. Ich stecke in einer Untersuchungszwangsjacke, die ich so schnell nicht wollte, die mich verunsichert und einengt. Wie ein begossenen Pudel melde ich mich beim R&ouml;ntgen an. Warten, Aufruf, ausziehen, warten, in Position stellen, warten, umdrehen, warten, anziehen, warten, verabschieden. Regen, K&auml;lte, Traurigkeit. Erst im Auto merke ich, dass der Kopf schmerzt. Ruhig, ganz ruhig, ich stelle mir Sonne und Sand auf meiner Haut vor, die Musik (CD von Felix) hilft mir beim Entspannen. Auf der R&uuml;ckfahrt &uuml;berlege ich mir, dass ich keine Lust habe, bei dem Wetter am Nachmittag zum Einkaufen zu fahren. Da ist es besser, ich erledige es jetzt gleich. Kopf anstrengen und Gedanken b&uuml;ndeln, denn der Einkaufszettel liegt nat&uuml;rlich zu Hause. Am Abend wollen A. und E. zu uns kommen. Was m&ouml;chte ich anbieten? Was ben&ouml;tige ich alles? Energisch schiebe ich den Einkaufswagen zwischen den Regalen lang. Nicht bummeln, Andreas ist auch bald von der Schule zur&uuml;ck. Ich glaube, ich habe Stress. Es ist aber auch ein Zeichen, dass ich schon wieder ganz gut belastbar bin. Der Einkaufswagen ist gef&uuml;llt, ab zum Auto - es regnet - selbst mein Tuch f&auml;ngt zu tropfen an. Absolut besch... ! Einen Teil des Einkaufes trage ich nur hoch, denn Rest muss Andreas holen. Zum versp&auml;teten Mittagessen wird es Suppe geben, die essen wir beide wirklich gern. Andreas steht schon freudestrahlend in der T&uuml;r und begr&uuml;&szlig;t mich herzlich. Er kann zufrieden sein, denn sein Tagwerk hat er geschafft - ich noch nicht. Beim L&ouml;ffeln werten wir die erlebten Geschehnisse aus und besprechen den Abend. Er bringt mich wirklich immer zum Lachen. Bevor ich mit den Vorbereitungen beginne, g&ouml;nne ich mir noch eine erholsame Pause. Dazu bereite ich mir einen Rosentee zu, den mir eine nette Kollegin f&uuml;r besondere Tage geschenkt hat. Heute ist so ein spezieller Tag, darum schreibe ich die Erlebnisse und Empfindungen auch gleich ins Tagebuch. Zwischendurch kann das eine oder andere angerichtet werden. <br /><br /><strong>Absturz</strong> - es ist alles verschwunden - ich kann es nicht glauben - wieder einmal nicht gesichert  - alles ist weg - dicke Tr&auml;nen laufen mir &uuml;ber die Wangen - ich bin w&uuml;tend!<br /><br />Andreas schaut noch einmal nach, nichts. Dann versucht er mich zu tr&ouml;sten. Oh, ich will nicht getr&ouml;stet werden, ich leide! Auch das passt zu diesem Tag. Unsere G&auml;ste kommen gleich, ich muss mich beruhigen: Sonne, Sand, Sand auf meiner Haut. Ich freue mich auf einen sch&ouml;nen Abend. Als ob A. und E. es gewusst haben, der Blumenstrau&szlig;, den sie mir &uuml;berreichen, l&auml;sst die Sonne im Herzen erstrahlen. Wundersch&ouml;n! Der &Auml;rger ist f&uuml;r heute Abend vergessen, wir plaudern, essen und trinken. Das Leben ist wie Achterbahn fahren.<br /><br />                                                                                                   <img class="imageStyle" alt="IMG_0016" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//Blume.jpg" width="150" height="200"/>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-30T20:54:08+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-87</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-87</guid><content:encoded><![CDATA[Viel zu fr&uuml;h bin ich munter, bleibe noch liegen und beobachte Andreas beim Schlafen. Er merkt es und rekelt sich, da habe ich ihn wohl wachgeschaut. Ich muss jetzt aufstehen. Was bereitet keinen L&auml;rm und muntert mich auf? Laufen - es regnet mal nicht schon zu so fr&uuml;her Stunde, &uuml;berdies kann Andreas noch ein wenig rumdrusseln. Nach einer Stunde bin ich wieder da und wir k&ouml;nnen gemeinsam fr&uuml;hst&uuml;cken. Auch der Regen ist jetzt munter und f&auml;llt gleichf&ouml;rmig vom Himmel. Also muss ich mit dem Auto zur Bestrahlung fahren. Meinen Fotoapparat k&ouml;nnte ich mitnehmen und fragen, ob ich das Bestrahlungsger&auml;t fotografieren darf, schlie&szlig;lich m&uuml;ssen die Sommeraktivit&auml;ten noch dokumentiert werden. In der Bestrahlungsklinik werde ich von Dr. M. schon erwartet. Er erkundigt sich nach der gestrigen Ultraschallunteruchung. Ich bin sehr erstaunt, von einer Untersuchung wusste ich nichts. Er meinte, dass wir es besprochen h&auml;tten - wir haben definitiv keine Termine vereinbart. Alles kl&auml;rt sich und ich muss vor der Bestrahlung zu Frau Dr. D., die meinen Bauchraum gr&uuml;ndlich untersucht. Auch hier erfrage ich die Notwendigkeit. Alles ist f&uuml;r meine Sicherheit, ich br&auml;uchte mir keine Gedanken machen, sie findet keine Metastasen. Nach all dieser Eindringlichkeit bin ich erst recht besorgt. Die anschlie&szlig;ende Bestrahlung &uuml;berstehe ich und denke sogar an die Fotoaufnahmen.<br />Sp&auml;ter lenkt Andreas mich ab und wir bummeln f&uuml;r die n&auml;chsten Stunden durch die Gesch&auml;fte. Im Ern&auml;hrungsforum f&uuml;r Krebskranke habe ich &uuml;ber die positive Wirkung von Aprikosenkernen gelesen, jetzt kann ich sie kaufen und ausprobieren. Sie schmecken wie Mandeln und sehen auch so aus.<br />Am sp&auml;ten Nachmittag fahre ich ins Elisabeth-Krankenhaus und besuche H.. Es f&auml;llt mir schwerer, als ich gedacht h&auml;tte. Wieder Krankenhaus, wieder Brustkrebs - meine Erinnerungen sind noch so intensiv, die Zeit konnte noch nicht heilen und das erdr&uuml;ckende Erschrecken verblassen lassen. Ich stecke selbst noch so tief drin. Aber es geht heute nicht um mich. H. braucht jetzt den Zuspruch, den sie mir so oft in letzter Zeit gegeben hat. Man sagt nicht umsonst: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Zum Gl&uuml;ck wird G. sie auf diesem Weg begleiten.<br />Mein Yoga-Kurs am Dienstagabend bringt mir tiefe Entspannung, ich werde mich besinnen und versuchen, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten.  ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-29T23:21:06+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-86</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-86</guid><content:encoded><![CDATA[Montag, 10.25 Uhr, eine neue Bestrahlungswoche beginnt. Noch schaut die Sonne zwischen den Wolken hervor, darum kann ich mit dem Fahrrad fahren. Bewegung - Bewegung ist immer gut und tut mir gut! <br />Es gibt keine Beanstandungen w&auml;hrend der Behandlung und ich bin p&uuml;nktlich, Andreas kommt gegen 12.00 Uhr, zur&uuml;ck. Eigentlich habe ich heute noch nichts leisten m&uuml;ssen, bin aber schon wieder m&uuml;de und am Abend wollen wir noch mit Kollegen in die NaTo zum Kabarett, also werde ich die M&ouml;glichkeit nutzen, um einen erholsamen Mittagsschlaf durchzuf&uuml;hren. <br />Meine Nachmittagsaufgabe ist die Beantwortung von E-Mails, die ich auf meine Anfrage im INKA-Forum erhielt. Das Internet macht es m&ouml;glich: Kommunikation, Erfahrungsaustausch, Anteilnahme, Hinweise, Ratschl&auml;ge ... Ich bin etwas ruhiger, denn die Meinung, dass ich die Tumormarker nicht so ernst nehmen solle, war herauszulesen. Auch einen interessanten Link habe ich so erhalten:<a href="http://www.alternativtherapie.info" rel="external"> www.alternativtherapie.info</a>, nat&uuml;rlich zum sofortigen Nachlesen. <br />Gegen 18.45 Uhr kommt Andreas von der Bandprobe, leider konnte ich nur einen Teil meines Vorhabens erf&uuml;llen. Ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell doch die Zeit vergangen ist.<br />Den besten Falafel und Halloumi gibt es im Alexandrina, schr&auml;g gegen&uuml;ber der naTo. Wir haben riesigen Appetit und beginnen damit unser Abendprogramm. Anschlie&szlig;end gehen wir in die naTo, dort erwarten wir unsere Kollegen und freuen uns auf:<br /><br /> <span style="font:12px Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; "><em>Pigor singt. Benedikt Eichhorn muss begleiten. &raquo;Volumen 4&laquo;<br /></em></span><span style="font:11px Verdana, serif; "><br /></span><span style="font:11px Verdana, serif; ">&raquo;Mies, fies, gut.&laquo; <br />(S&uuml;ddeutsche Zeitung) <br />&raquo;B&ouml;sartig, satirisch, intelligent und einfach tierisch gut!&laquo; <br />(Frankfurter Rundschau) </span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-28T23:17:15+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-85</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-85</guid><content:encoded><![CDATA[Grau-schwarze Wolken &uuml;berzogen das gesamte Wochenende. Bei kalten Temperaturen regnete es in Str&ouml;men und ein starker Wind brauste &uuml;ber die Landschaft. Ausgedehntes Tiefdruckgebiet!<br />Ich schildere nicht den aktuellen Wetterbericht, nein, ich schreibe von meinen Gef&uuml;hle und Empfindungen. Beides war konform.<br />Die Mitteilung &uuml;ber die gestiegenen Tumormarker brachte mich doch ganz sch&ouml;n durcheinander, auch die Internetrecherche &auml;nderte wenig daran. Um weitere Auskunft von ebenso Betroffenen zu erhalten, stellte ich den Sachverhalt im INKA - Forum ( <a href="http://www.inkanet.de" rel="external">www.inkanet.de</a> )vor. <br />Dies waren nur die grauen Wolken. Schwarz - ganz Schwarz - unheimlich schwarz war es nach dem Anruf von E. Meine mich durch die Krankheit begleitende, mich motivierende, aus Erfahrung berichtende, liebe Freundin H. hat Brustkrebs. Ich kann es nicht fassen. Befinde mich im absoluten Tiefdruckgebiet. Wer ist denn f&uuml;r die Verteilung von Abnormit&auml;ten auf dieser Welt zust&auml;ndig? Hier kennt JEMAND das Wort Gerechtigkeit nicht! <br />Ich habe meine Krankheit nie hinterfragt. Es gab kein: Warum ich? Ich war jetzt einfach mal an der Reihe. Warum H.? Sie hat ihren Teil schon ertragen!<br />Am Nachmittag hockten wir wieder zusammen, wie am 5.11.2005 und versuchen uns gegenseitig zur Seite zu stehen. ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-27T09:30:11+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-84</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-84</guid><content:encoded><![CDATA[H. hat Brustkrebs.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-26T22:35:28+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-83</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-83</guid><content:encoded><![CDATA[Meinen Freunden gegen&uuml;ber habe ich mich heute f&uuml;r ein paar Stunden ohne Kopftuch gezeigt. Das Wachsen der Haare interessierte sie und nach kurzer &Uuml;berlegung pr&auml;sentierte ich dann meine grau-schwarz-blonde Stoppelpracht. Es war lustig - alle wollten mir die Haare kraulen. Der Vergleich mit einem Babykopf (Baby war auch anwesend) hinkt allerdings, da das Gesicht nicht passend ist. Ich konnte jedoch ihre Zuneigung und Behutsamkeit beim Streicheln sp&uuml;ren. <br />Noch muss der Wachstumsprozess stetig fortschreiten, damit ich im Sommer dann nur mein Haar tragen kann.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-25T14:24:56+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-82</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-82</guid><content:encoded><![CDATA[Heute ist M&auml;nnertag - den ganzen Tag! <br />Na da will ich doch den Mann / meinen Mann verw&ouml;hnen. Ganz so datumsverbunden ist es f&uuml;r uns nicht. Nur weil gerade laut Kalender ein "besonderer" Tag ist, m&uuml;ssen wir nicht auch besonders handeln. Wir sollten immer sehr aufmerksam miteinander umgehen. Ich freue mich dennoch, wenn es an speziellen Tag &Uuml;berraschungen gibt. Es ist doch etwas wunderbares, den Partner auch nach Jahren noch zu verbl&uuml;ffen, ihm zu zeigen, dass man sich &uuml;ber seine Freude freuen kann.<br />Heute ist auch ein Tag f&uuml;r mich zum Nachdenken &uuml;ber Andreas. <br />Mehr als ein halbes Jahr ertr&auml;gt / tr&auml;gt er meine Krankheit / meinen Krebs mit. Ohne ihn w&auml;re ich nicht so, wie ich jetzt und was ich jetzt bin. <br />Er ist ein <a href="../page5/page13/page13.html" rel="self">Stein</a> in meinem Leben und meine <a href="../page5/page13/page13.html" rel="self">Spur im Sand</a>.<br />Von Anfang an (1.11.2005) hatte ich einen Mitstreiter gegen die Krankheit und einen Mitk&auml;mpfer f&uuml;r die Gesundheit. Er ist immer f&uuml;r mich da! Andreas hat mich jeden Tag im Krankenhaus besucht, hat mich zu jeder Chemotherapie gefahren und wieder abgeholt, an Arztgespr&auml;chen teilgenommen, mich gepflegt und umsorgt, wenn nichts allein mehr ging, stundenlang am Bett gesessen, die Verbindung zur Familie, zu Freunden und Bekannten gehalten, unendlich langsame und lange Spazierg&auml;nge unternommen, mich zum Lachen gebracht, als mir zum Heulen war,  mich in die Schranken verwiesen, wenn die Informationen &uuml;ber Krebs mich erdr&uuml;ckten, f&uuml;r Abwechslung gesorgt, meine Lieblingsgerichte mit gegessen, mich getr&ouml;stet, neue Ziele gestellt, z.B. das Erstellen der Homepage, stundenlang &uuml;ber das Leben diskutiert, die Glatze gek&uuml;sst, mein Selbstwertgef&uuml;hl gepuscht, mich geliebt, mit mir gestritten, um mir seine Sorgen zu verdeutlichen, das Auto und den Computer gekauft, damit ich es leichter habe, gemeinsam mit mir geweint, an der Verwirklichung unseres Lebenstraumes gearbeitet, mich angespornt und motiviert die Bewerbung in NRW durchzusetzen, nicht einen Zentimeter zugelassen, der mit dem Aufgeben zu tun hat, mir verdeutlicht, dass ich immer ich sein darf / muss. <br /><strong>Danke!</strong><br /> ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-24T22:47:31+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-81</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-81</guid><content:encoded><![CDATA[Ich mache mir ernsthafte Gedanken. Was ist denn nun wieder nicht in Ordnung? Dr. M. erkl&auml;rte mir in den letzten beiden Tagen wiederholt, dass die Blutwerte nicht gut seien und die Tumormarker w&auml;ren auch viel zu hoch. Nat&uuml;rlich m&uuml;sse ich mir keine Sorgen machen, doch es solle abgekl&auml;rt werden. Au&szlig;erdem seien die Untersuchungen von Bauchraum, Lunge und Skelett bereits im November letzten Jahres gewesen. Was versucht man mir so umst&auml;ndlich zu erkl&auml;ren? Besteht der Verdacht auf Metastasen? Ich konnte diese Frage so direkt nicht stellen. Vielleicht schaffe ich es beim n&auml;chsten Gespr&auml;ch. Die n&auml;chsten Untersuchungen werde ich abwarten m&uuml;ssen.<br />Ich werde mich wieder informieren m&uuml;ssen, ich werde wieder lesen, ich werde mich wieder mit meinem Krebs auseinandersetzen. Die Zeit, in der ich mich nicht so intensiv mit Krebs besch&auml;ftigt, in der ich einfach nur gelebt habe, war viel zu kurz.<br /><br />Was sagen denn erh&ouml;hte Tumormarker aus?<br /><br /><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">"Dank molekularbiologischer Krebsforschung lassen sich im Blut von Krebspatienten zahlreiche Stoffe nachweisen, die die Tumorzellen selbst bilden oder deren Bildung sie anregen. Wissenschaftler und &Auml;rzte setzten lange Zeit gro&szlig;e Hoffnungen darauf, f&uuml;r jede Krebsart eine charakteristische Substanz zu finden, deren erh&ouml;htes Auftreten in K&ouml;rperfl&uuml;ssigkeiten eindeutig und fr&uuml;her als andere Untersuchungsmethoden auf einen neu entstehenden oder wieder auftretenden Tumor hinweist. Diese Erwartungen haben sich nicht erf&uuml;llt. Im Gegenteil: Internationale Experten sch&auml;tzen den Stellenwert von Tumormarkern heute nicht mehr so hoch ein. Die meisten Marker sind eben doch nicht spezifisch f&uuml;r eine bestimmte Erkrankung. Deshalb eignen sie sich auch nicht zur sicheren Diagnosestellung geschweige denn zur Fr&uuml;herkennung. Auch k&ouml;nnen aus der H&ouml;he der Tumormarkerwerte keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die Tumorausdehnung oder die Tumormasse gezogen werden. In den aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft zur Krebsbehandlung spielt der Nachweis von Tumormarkern auch zur Therapiebegleitung und Verlaufskontrolle nur noch bei wenigen Krebsarten eine Rolle."<br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><a href="http://www.krebsinformationsdienst.de/Fragen_und_Antworten/tumormarker.html" rel="external">www.krebsinformationsdienst.de/Fragen_und_Antworten/tumormarker.html</a></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><br /><br />Ich bin beunruhigt!</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-22T22:02:51+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-80</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-80</guid><content:encoded><![CDATA[Eine neue Woche beginnt. Es ist die 10. Bestrahlung und ein Arzt wird mich heute untersuchen. Nach der Bestrahlung, die schon fast Routine geworden ist, erscheint Dr. M. in meiner Kabine. Freundlich erkundigt er sich nach meinem Befinden und ob ich irgendwelche Fragen h&auml;tte. Da ich noch nicht angezogen bin, kann ich ihm die zwei verh&auml;rteten Stellen an meiner rechten Brust zeigen. Nach dem Abtasten entschied er, dass alles o.k. sei. Es k&ouml;nnten Vernarbungen sein. Sonst sieht die Haut des Bestrahlungsfeldes sehr gut aus. Wir sind beide zufrieden und ich kann  mich nach dem weiteren Bestrahlungsverlauf erkundigen. Es folgen noch 18 Bestrahlungen, danach weitere 8 mit einer anderen Intensit&auml;t, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Entweder gleich anschlie&szlig;end von au&szlig;en oder mit einer Woche Pause von innen. Ein Gespr&auml;ch mit Frau Dr. Kunze zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt w&uuml;rde Kl&auml;rung versprechen. Ich solle morgen noch einmal ins Labor, um die Blutwerte, die noch nicht einwandfrei waren, kontrollieren zu lassen. <br />&Uuml;ber alle Gespr&auml;chspunkte bin ich froh, so kann ich am Nachmittag einige neue Termine planen: Zahnarzt, Gyn&auml;kologie, Laparoskopie, Amtsarzt.<br />Zum Lesen oder Schreiben am Abend habe ich keine Lust, da darf es auch mal ein Fernsehfilm sein. <br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-21T21:38:50+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-79</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-79</guid><content:encoded><![CDATA[Das Familiendasein beginnt meistens am fr&uuml;hen Morgen - also raus aus den Federn. Andreas, J. und R. fahren zum Fu&szlig;ballspiel von J., C. und ich zu meinen Eltern. Am Mittag treffen wir uns noch bei meinem Bruder und dann d&uuml;sen wir wieder nach Leipzig. Der Kofferraum ist mit selbst hergestellten Dingen sowie Blumen und unsere Herzen mit viel Liebe gef&uuml;llt. Ich bin oft hin und her gerissen zwischen diesen beiden Seiten meines Lebens.<br />Am Nachmittag kommt die F.-Familie zu Besuch, wir wollen u.a. die Gestaltung des M&auml;nnertages absprechen. Somit vergeht ein sch&ouml;nes Wochenende wieder viel zu schnell.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-20T22:54:13+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-78</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-78</guid><content:encoded><![CDATA[Ein Bestrahlungssamstag, denn sonst ist das Wochenende bestrahlungsfrei. Also fahre ich am Vormittag mit  dem Rad zur Uni-Klinik, alles verl&auml;uft ohne besondere Vorkommnisse. Wieder Zuhause werden Sachen gepackt, denn am Nachmittag wollen wir nach Oschersleben zum Geburtstag von J. fahren. Ich freue mich auf die gesamte Gro&szlig;familie, auf ihre Herzlichkeit, ihre Normalit&auml;t, ihre Fr&ouml;hlichkeit, ihre Sorgen - eben auf unser Zusammensein. Drei Generationen bilden diese Familie, die immer f&uuml;r mich da ist. Zu meinem Leben geh&ouml;rt diese Familie. Ohne diesen Teil meines Lebens k&ouml;nnte ich mir mein Dasein gar nicht vorstellen.<br /><br /><strong><a href="../page5/page13/page13.html" rel="self">Familie</a></strong><strong> ist, von ihrem Ur-Sinn her, Geborgenheit. Bedingungslose Geborgenheit, solange sie intakt ist. <br />Familie ist Schutz f&uuml;r Leben und Schutz f&uuml;r menschenw&uuml;rdiges Sterben. <br />Familie ist Nachsicht gegen&uuml;ber der Jugend und R&uuml;cksicht gegen&uuml;ber dem Alter. <br />Familie ist das Wissen, einen unverlierbaren Platz auf dieser Welt zu haben, an dem man immer willkommen ist, sei man Bettler oder Million&auml;r. (E. Lukas)<br /></strong><br />Um mit den Worten meiner Eltern zu sprechen: "F&uuml;r euch steht unsere T&uuml;r immer offen, egal zu welcher Zeit ihr kommt!"<br />Ich wei&szlig;, dass dies nicht selbstverst&auml;ndlich ist. Alle "Kinderfamilienmitglieder" haben von dem Angebot schon profitiert. <br />In leutseliger Runde sitzen wir zusammen und jeder kann so sein, wie er es gern m&ouml;chte. Es wird ein langer Abend werden, ich f&uuml;hle mich wohl und wir werden bei meiner Schwester schlafen.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-19T23:57:23+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-77</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-77</guid><content:encoded><![CDATA[Mein erstes Patientenforum "Brustkrebs" im St. Elisabeth - Krankenhaus.<br />      <img class="imageStyle" alt="IMG_0017" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//Einladung.jpg" width="200" height="200"/>   <img class="imageStyle" alt="IMG_0022" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//11.jpg" width="200" height="200"/>     <img class="imageStyle" alt="IMG_0021" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//Aroma.jpg" width="200" height="200"/><br /><br />Alles trifft genau zu. Ein Forum wie f&uuml;r mich pers&ouml;nlich zugeschnitten. Doch ich befinde mich in einem Kreis von vielen, sehr vielen Interessierten, Betroffenen, Engagierten, Wissbegierigen, Helfenden, Neugierigen, &Auml;rztinnen, Schwestern, Patientinnen, ...<br />Mit so vielen Menschen auf engem Raum h&auml;tte ich nicht gerechnet. I., eine Bekannte und ich bahnen sich den Weg durch die Massen. Es ist eine fantastische Atmosph&auml;re - es geht so viel Kraft und Dynamik von allen Anwesenden aus, ein Zusammengeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl, welches Sicherheit birgt, &uuml;bertr&auml;gt sich. Beruhigend, dass ich jetzt bekannte Gesichter erkenne. Nicht nur Gesichter von den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe, nein, auch die mir wohl bekannten Gesichter der Schwestern und &Auml;rztinnen der Station 10. Frau Dr. Langanke versucht viele Besucher pers&ouml;nlich zu begr&uuml;&szlig;en. Eine liebensw&uuml;rdige Geste, die uns Krebskranken verdeutlicht, dass wir nicht nur eine Nummer im medizinischen Alltag sind, sondern im Moment sehr empfindsame Pers&ouml;nlichkeiten. Stark frequentiert werden die Informationsst&auml;nde im Foyer, auch ich nehme mir Lesematerial, ein "Dr&uuml;ckerherz" und Magnete mit. Nun aber schnell in den Vortragsraum, denn fast alle Pl&auml;tze sind schon besetzt. Die Idee haben andere auch, die St&uuml;hle reichen nicht, es werden noch welche organisiert und in den hinteren Teil des Raumes gestellt. Gegen 17.10 Uhr er&ouml;ffnet Frau Dr. Langanke das 4. Brustkrebspatientinnenforum. Sie spricht &uuml;ber die Anwendung von Aromatasehemmer. Ein f&uuml;r mich sehr interessantes Thema, da ich schon vor einiger Zeit bei Frau Dr. L. um Auskunft bat, ob diese Medikamente auch f&uuml;r mich infrage k&auml;men. Anschlie&szlig;end spricht Prof. Dr. med. R. Schwarz zum Thema Fatique. Ausf&uuml;hrlich stellt er uns die Abteilung Sozialmedizin der Uni Leipzig vor, kommt dann aber auch noch zum angek&uuml;ndigten Sachverhalt. Im Moment leide ich noch nicht unter der scheinbar unbeeinflussbaren Ersch&ouml;pfung: Fatique. Ich bin zwar sehr h&auml;ufig m&uuml;de und immer noch sehr langsam, doch bis jetzt ziehe ich mich wie M&uuml;nchhausen immer am eigenen Schopf wieder heraus, versuche durch Aktivit&auml;t "wach" zu bleiben. Die Pause ist ersehnt und im Programm steht mit Imbiss. Imbiss ist untertrieben, es erwartet uns ein  liebevoll angerichtetes B&uuml;fett und eine gro&szlig;e Auswahl an S&auml;ften. Alle geben sich sehr viel M&uuml;he und ich bin beeindruckt, nur zum Essen komme ich nicht, denn  jetzt k&ouml;nnen wir alle miteinander so richtig quatschen. Eine Zimmerkollegin von der ersten Chemotherapie treffe ich auch wieder. Schon zu diesem Zeitpunkt ist das Forum f&uuml;r mich ein voller Erfolg, aber wir d&uuml;rfen noch auf das Improvisationstheater gespannt sein. Wir alle, die zum Zuschauen geblieben sind, haben eine weitere Stunde lang Spa&szlig; und am&uuml;sieren sich k&ouml;stlich. Eine tolle Idee - ein insgesamt gelungener Abend - zufriedene Patientinnen. <br />Doch ausgequatscht haben wir uns noch nicht. I. und ich fahren ins Volkshaus und lassen bei einem Glas Wein die Eindr&uuml;cke Revue passieren.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-17T15:25:41+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-76</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-76</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Ich habe mir zwei Tage Zeit gelassen, um zu sehen, wie sich mein Tagesablauf gestaltet. So ganz zufrieden bin ich noch nicht. Die Eckpfeiler des Zaunes sind gesetzt, nun m&uuml;ssen Zaunlatten und Zwischenr&auml;ume ein harmonisches Gebilde abgeben. <br />Gegen 6.00 Uhr stehen wir auf (ab 4.30 Uhr bin ich meistens munter), Fr&uuml;hst&uuml;ck (Tee, Obst, M&uuml;sli), "Hausarbeit" (Aufr&auml;umen, W&auml;sche...), Joggingrunde oder Gymnastik (je nach Wetterlage), K&ouml;rperpflege (dauert doppelt so lange), Anziehen (Was passt zu welchem Tuch?), E-Mail-Check (erst einmal nur lesen), 10.30 Uhr Bestrahlung (Fahrrad oder Auto - wetterabh&auml;ngig), Einkaufen / Stadtbummel / Termin (gut, wenn es Freude bereitet), Computerarbeit (lesen, schreiben, informieren), Mittagessen (15.00 Uhr) vorbereiten (h&auml;ufig verfeinerte Beutelsuppe - schmeckt uns beiden), 3 h Freizeit (Zeit f&uuml;r wichtige Aufgaben oder f&uuml;r mich, z.B. Freunde treffen), zwischen 19.00 und 20.00 Uhr Abendbrot (Salat / Gem&uuml;sepfanne), Abendgestaltung (gemeinsam, interessant).<br />Mir geht es wirklich gut. So werde ich mir f&uuml;r jeden Tag eine Herausforderung, eine Aufgabe, etwas Besonderes suchen. <br />Ich glaube, die Zeit, die ich jetzt f&uuml;r mich nutzen kann, werde ich dann ganz lange nicht mehr zur Verf&uuml;gung haben. Es ist bestimmt die kostbarste Zeit w&auml;hrend der Krankschreibung.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-14T18:06:06+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-75</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-75</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#333333; font-weight:bold; ">Muttertag</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; "><br />Ich kenne die Worte gut: Erst wenn man selbst Mutter ist, kann man verstehen, was einem die Mutter bedeutet.<br />Seit fast 19 Jahren bin ich Mutter und mein Kind hat heute am Morgen angerufen, an mich gedacht und zum Ausdruck gebracht, dass ich wichtig f&uuml;r ihn bin, dass er mich lieb hat. Eine wohltuende W&auml;rme steigt aus dem Bauch auf und breitet sich &uuml;ber den ganzen K&ouml;rper aus. Mein Kind / Ein Kind schafft es, dass ich / man lachen und weinen gleichzeitig k&ouml;nnte.<br />Doch ich bin noch nicht lang genug Mutter, um weitere Gedanken &uuml;ber mich zu schreiben. Meine Gedanken gelten meiner Mutter.<br />Mutter ist man immer, 24 Stunden pro Tag, sieben Tage pro Woche - immer. Meine Mutsch ist noch mehr! F&uuml;r mich ist sie eine Freundin, Gef&auml;hrtin, Vertraute, Zuh&ouml;rerin, Ratgeberin und Partnerin. Auch wenn uns ein besonderes Mutter-Tochter-Band verbindet, so m&ouml;chte ich meinen Vater mit einbeziehen.<br />Meine Eltern sind immer f&uuml;r mich da, w&uuml;rden mir immer helfen, immer zu mir stehen und mich unterst&uuml;tzen - es ist eine bedingungslose Liebe. Sie leben t&auml;glich diese Liebe zu ihren Kindern. Ich danke ihnen f&uuml;r dieses tiefe Gef&uuml;hl, welches sie uns vermittelt haben und m&ouml;chte es als Mutter an mein Kind weitergeben.<br /><br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#333333; font-weight:bold; ">"M&uuml;tter halten ihrer Kinder H&auml;nde f&uuml;r eine Weile und ihr Herz f&uuml;r immer!"</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; "> (unbekannt)<br /><br />Sie leiden unter meiner Krankheit sehr, weil sie meinen, dass sie mir nicht helfen k&ouml;nnen. Doch sie haben schon so viel f&uuml;r mich getan und tun es immer noch. Sie lieben mich und haben mir gezeigt: <br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#333333; font-weight:bold; ">Man muss das Leben lieben, um es zu leben; und man muss das Leben leben, um es zu lieben.<br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; "><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-13T16:20:55+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-74</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-74</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Dieses Wochenende erh&auml;lt einen besonderen Titel: Korrekturwochenende!<br />F&uuml;r mich gilt dies ja gar nicht, ich bin eigentlich nur "mit". Andreas hat die Abituraufs&auml;tze zu Hause und muss korrigieren. Doch wenn man als f&uuml;rsorgliche Frau auch nur "mit" ist, so wird es eine rundum Betreuung geben. Mahlzeiten anrichten, f&uuml;r Ruhe sorgen, Prellbock sein, Korrekturlesen der Korrektur, Pausen gestalten, Anrufe entgegennehmen, gemeinsame Entspannungsspazierg&auml;nge unternehmen, sich auch mal in Luft aufl&ouml;sen, immer als Ansprechpartner vorhanden sein.... Es wird mir Spa&szlig; bereiten (ehrlich) und gleichzeitig eine Bereicherung sein.<br />" ... sich auch mal in Luft aufl&ouml;sen" gefiel mir am besten, so bin ich f&uuml;r zwei Stunden mit D. in der Stadt gewesen. Erst haben wir in verschiedenen Gesch&auml;ften uns umgesehen und dann ein beschauliches Pl&auml;tzchen im Barfu&szlig;g&auml;sschen zum Quatschen und Milchkaffee trinken gefunden. Zuf&auml;llig kamen Y. und J. noch dazu, diese gem&uuml;tliche Runde wollten wir nat&uuml;rlich nicht gleich wieder aufgeben. Voller Elan konnte ich  mich dann sp&auml;ter meinen h&auml;uslichen Pflichten und Aufgaben zuwenden.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-12T21:35:05+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-73</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-73</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Gestern habe ich den Labortermin v&ouml;llig vergessen, heute wird er abgearbeitet. Andreas wird zur Bestrahlung mitkommen und so habe ich dann auch die n&ouml;tige Unterst&uuml;tzung, weil das Sp&uuml;len des Ports unangenehm ist. Das Wetter zeigt sich nach wie vor von seiner sonnigen Seite und mit dem Fahrrad ist der Bestrahlungslaborporttermin ein auszuhaltendes Unternehmen. Am Morgen habe ich mit K. telefoniert, wir wollen uns zur Mittagszeit in der Suppenbar treffen. Also wirklich alles gute Aussichten, dann fahren wir mal los.<br />Die Bestrahlungsschwestern begr&uuml;&szlig;en mich und fragen nach, warum ich denn gestern so schnell verschwunden war, die Ober&auml;rztin wollte mich doch noch sprechen. Ich verspreche, heute alles nachzuholen. Nach der Bestrahlung suche ich Frau Dr. Kunze auf, wir reden miteinander und sie &uuml;berwacht auch die Portsp&uuml;lung. Ich habe alles &uuml;berstanden, wir w&uuml;nschen uns ein angenehmes Wochenende und ich bin froh, dass keine Bestrahlungen sind. Es ist erst der Anfang. Bis jetzt vertrage ich alles sehr gut. Auf das Waschen bzw. "Brustnichtwaschen" kann ich mich gut einstellen und die Blauf&auml;rbung der T-Shirtinnenseite wird sich bestimmt wieder rauswaschen. Immer positiv denken.<br />P&uuml;nktlich sind wir in der M&uuml;nzgasse, sitzen in der Sonne, bl&auml;ttern in der Zeitung und freuen uns auf K. So angenehm kann ein Freitagmittag sein, wenn man nicht zur Arbeit muss. K. kommt und f&uuml;r zwei Stunden beginnt ein reger Gedankenaustausch. Nat&uuml;rlich wird auch das Probieren der verschiedenen Suppen nicht vergessen. Die spontanen Aktivit&auml;ten mit Bekannten werden mir ab August sehr fehlen.<br />Den Abend verbringen Andreas und ich bei angenehmen Temperaturen auf dem Balkon und wir f&uuml;hren miteinander lange Gespr&auml;che &uuml;ber die Zukunft. </span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-11T20:58:55+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-72</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-72</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Eigentlich habe ich keine Lust auf einen Arztbesuch, dazu kommt noch, dass Andreas nicht gerade sehr euphorisch von seinem Amtsarztbesuch gesprochen hat. Was sein muss, muss sein und wir haben gestern ausf&uuml;hrlich dar&uuml;ber diskutiert.<br />Den Impfausweis habe ich nat&uuml;rlich gefunden. Meinen Brustkrebsordner mit allen Befunden unter dem Arm und auch optimistisch fahre ich in die Gustav-Mahler-Stra&szlig;e. Die Schwestern sind freundlich und schnell kommen wir ins Gespr&auml;ch, Andreas hatte mich gestern schon avisiert. Zuerst f&uuml;lle ich einen Anamnesebogen aus, Blut - und Urinuntersuchung folgen, Sehkontrolle, H&ouml;rtest, Gewicht und Gr&ouml;&szlig;e werden erfasst, au&szlig;erdem kopiert die Schwester alle Befunde. Nun muss ich warten, bevor ich bei Frau Dr. Hahn vorstellig werden kann. Die Zeit dr&auml;ngt schon, denn um 10.45 Uhr soll ich zur Bestrahlung. Endlich werde ich aufgerufen. Mit dem Bericht &uuml;ber meine Krankheit beginnt der zweite Teil der Untersuchung. Dann wird mein k&ouml;rperlicher Zustand - jeder Quadratzentimeter gr&uuml;ndlichst begutachtet, Reaktionen getestet und nach Abnormit&auml;ten gesucht. Es ist soweit alles o.k. Da Frau Dr. H. nicht hellsehen kann und auch kein Prophet ist, m&ouml;chte sie von Frau Dr. Langanke wissen, wie gesund bzw. krank ich bin. Die beiden Frau Doktorinnen  einigen sich dahingehend, dass ich die Bestrahlung abschlie&szlig;en muss und in 2-3 Monaten nochmals durch Frau Dr. L. untersucht werde, sie einen Bericht f&uuml;r Frau Dr. H. erstellt und sie sp&auml;ter mich nochmals untersucht, um eine Entscheidung zu treffen, ob ich dann gesund bzw. krank bin und dementsprechend verbeamtet werden kann oder nicht. Ich kann dies verstehen, habe allerdings keine drei Monate Zeit und w&uuml;rde eine sofortige L&ouml;sung begr&uuml;&szlig;en. Wir kommen zu keiner klaren &Uuml;bereinkunft, doch ich solle erst einmal die 45 &euro; f&uuml;r diese Untersuchung bezahlen. Nach der Bestrahlung kann ich  mich dann um einen neuen Untersuchungstermin k&uuml;mmern. Ich bin leicht verwirrt, jedoch nach zweieinhalb Stunden froh, in meinem Auto zu sitzen. Leider war der Bestrahlungstermin vor einer Stunde. Nun aber hurtig. Zum Gl&uuml;ck finde ich einen Parkplatz und kann im Eiltempo die Strahlenklinik aufsuchen. Mir ist es unheimlich peinlich, den zweiten Bestrahlungstermin nicht p&uuml;nktlich einzuhalten. Die Schwestern zeigen Verst&auml;ndnis und beruhigen mich sogar, denn ich muss bewegungslos in den n&auml;chsten Minuten auf dem Tisch liegen. Alles funktioniert - ich auch. Nun m&ouml;chte ich  nur noch nach Hause, keinen &Auml;rzten und Schwestern, auch wenn sie noch so nett sind, begegnen.<br />Unser Abendspaziergang bringt die notwendige Ruhe.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-10T21:56:32+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-71</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-71</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Der erster Bestrahlungstag. <br />Meine Gedanken kreisen haupts&auml;chlich um diesen Punkt, obwohl ich auch an Andreas denke, der heute zum Amtsarzt muss. Er wird sicher ausf&uuml;hrlich berichten, dann kann ich mich auf meinen Besuch morgen einstellen. <br />Andreas ruft vom Arzt aus an und meint, dass mein Termin verlegt worden ist, ich solle auch heute schon vorstellig werden. Warum dieser Anruf bei mir Panik ausl&ouml;st, kann ich nicht nachvollziehen. Ich finde gar nichts und auch mich nicht zurecht. Mein Impfausweis ist spurlos verschwunden! Wo befindet sich die Stra&szlig;e? Was sollte ich mitbringen? Wann muss ich zur Bestrahlung? Was ziehe ich an?<br />Andreas ruft wieder an. Entwarnung! Mein Termin ist wie vereinbart erst morgen. Tief durchatmen - ich sitze in der Sonne auf dem Balkon. Ruhe - nur Bestrahlung - am Nachmittag kommen A., G. und S. zu Besuch - alles ganz easy!<br />Ich fahre mit dem Rad zur Klinik f&uuml;r Strahlentherapie und Radioonkologie in die Stephanstra&szlig;e. Bei sch&ouml;nem Wetter ein erholsame Fahrradstrecke, am Wasser entlang, durch den Clara-Park, zum Zentrum, an der Bibo vorbei und weiter durch die Br&uuml;derstra&szlig;e. Schon bin ich da und suche den Wartebereich 1. Eine freundliche Schwester nimmt mich in Empfang, zeigt mir die Kabine, erkl&auml;rt mir den Ablauf der Bestrahlung und beantwortet geduldig meine Fragen. Wieder liege ich auf dem Tisch, wie an allen folgenden Tagen, die Arme &uuml;ber den Kopf - rechts greift links - ruhig atmen. Mein K&ouml;rper wird in die richtige Position ger&uuml;ckt, bis die Markierungen &uuml;bereinstimmen. Die Schwestern meinen, dass es gar nicht so einfach bei mir ist, da sich Knochen schlecht verschieben lassen. Fettgewebe lie&szlig;e sich leichter positionieren. Na, da m&uuml;ssen wir eben geduldig sein, denn ich habe nicht die Absicht, in den n&auml;chsten f&uuml;nf Wochen Fettgewebe aufzubauen. Wir schmunzeln. Kurz ist die Bestrahlung und nur ein knatterndes Ger&auml;usch verweist auf Gy-Aktivit&auml;t. Frau Dr. Kunze schaut noch nach mir und erkundigt sich, ob alles o.k. w&auml;re. Ja! Weitere Fragen! Wann ich das letzte Mal im Labor war, wann habe ich den Port gesp&uuml;lt? Eine &Uuml;berraschung folgt der n&auml;chsten. Wieder Blut abnehmen und den Port sp&uuml;len - das ist gruselig. Schade, dass niemand mich darauf vorbereitet hat. Jetzt kommt es zu pl&ouml;tzlich. Mit uns Patientinnen muss ausf&uuml;hrlicher geredet werden, der Verlauf der einzelnen Etappen sollte klar dargelegt sein. F&uuml;r mich reicht eben nicht ein grober Behandlungsplan, nein, genaue Zeiten (Datum), wann etwas vonstatten geht. Die enge Zusammenarbeit, der an der Therapie involvierten &Auml;rzte/Einrichtungen, muss ich erkennen k&ouml;nnen. All diese Pl&auml;ne, die f&uuml;r jeden Patienten speziell zugeschnitten sind, k&ouml;nnten in den Brustkrebsordner, der genial ist. Die Unsicherheit w&uuml;rde nicht so gravierend sein, jeder k&ouml;nnte sich auf folgende Behandlungsetappen einstellen. F&uuml;r mich steht fest: Heute nicht, ich verschiebe die Unannehmlichkeiten auf morgen. Gut, dass ich jetzt Fahrrad fahren und alle l&auml;stigen Gedanken wegstrampeln kann.  <br />Zuhause angekommen - ich schaffe noch einige vorbereitende Handgriffe und dann klingelt es schon. Die n&auml;chsten Stunden werden am&uuml;santer sein.<br />Vier Frauen sitzen in der Sonne auf dem Balkon, plaudern ,trinken, essen Hefekl&ouml;&szlig;e mit Brombeeren und Eis - alles ist sehr angenehm und bereitet Freude. Andreas kommt hinzu und reit sich in unseren Gespr&auml;chskreis ein. Gegen 17.00 Uhr, unsere G&auml;ste haben sich gerade verabschiedet, sind wir beide so aufgekratzt, dass wir noch einmal mit den R&auml;dern in die Stadt fahren. Wir werden uns mitten in den Trubel setzen und einer unserer Lieblingsbesch&auml;ftigungen nachgehen: Menschen beobachten. <br />Vom Balkon aus schauen wir in den Sonnenuntergang, ein sehr turbulenter Tag geht schlafen.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-09T20:53:12+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-70</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-70</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Das Wetter ist herrlich, am fr&uuml;hen Morgen kitzeln die Sonnenstrahlen mein Gesicht. 4.30 Uhr ich kann nicht mehr schlafen, auch die V&ouml;gel sind schon seit einer halben Stunde wach und zwitschern auf den &Auml;sten. Verschwitzt stehe ich auf, dies ist in den letzten Wochen fast immer so, doch diesmal ziehe ich mich nicht um, sondern die Laufsachen an. Ich m&ouml;chte die Sonne drau&szlig;en pers&ouml;nlich begr&uuml;&szlig;en. Es ist ein berauschendes Lebensgef&uuml;hl, wenn die Natur erwacht. Eigentlich ist es schon zu sp&auml;t, denn die V&ouml;gel sind jetzt munter. Es gibt diese Stunde X: Alles ist ganz still, ganz ruhig - als ob die Zeit stillsteht, nur das Licht "bewegt" sich und enth&uuml;llt den neuen Tag.<br />Ich genie&szlig;e die Joggingrunde und habe im Moment nicht den Ehrgeiz, mit Macht durchzuhalten. Manchmal bleibe ich auf der Br&uuml;cke lange stehen, schaue in das schnell dahinflie&szlig;ende Wasser und schicke meine Gedanken mit oder gehe an den G&auml;rten entlang, dort entdecke ich jedes Mal etwas neu Erbl&uuml;htes. Auch von dieser vertrauten Strecke muss ich mich in acht Wochen trennen. Also genie&szlig;e ich wirklich jede Joggingrunde und besonders die am Morgen.<br />Der Tag ist ausgef&uuml;llt mit Allt&auml;glichkeiten: Aufr&auml;umen, W&auml;sche sortieren und waschen, zum Einkaufen fahren, auf dem Balkon sitzen und lesen ...<br />Gegen 17.30 Uhr hole ich D. ab und wir fahren gemeinsam zum Yoga. Eine sehr angenehme Zeit, auf die ich mich jeden Dienstag freue. Zum einen k&ouml;nnen wir Frauen ausf&uuml;hrlich quatschen (vorher/nachher) und zum anderen entspannen K&ouml;rper und Geist. In acht Wochen ist auch das vorbei. </span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-08T17:52:40+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-69</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-69</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Ich bin aufgeregt, da ich mal wieder nicht so richtig wei&szlig;, was mich erwartet. Heute begebe ich mich in das "Malstudio" der Uniklinik. <br />Das schwarze Kreuz zwischen meinen Br&uuml;sten (zentraler Vermessungspunkt) ist dank dem Pflaster noch gut erhalten, nun sollen neue Linien gezeichnet werden, die ohne Pflaster vier bis f&uuml;nf Wochen leuchten m&uuml;ssen.<br />Hoffentlich bleibt das Wetter sonnig und warm, dann werde ich immer mit dem Fahrrad fahren. Die Anspannung entf&auml;llt, da die Bewegung den Stress abbaut.<br />Im Wartebereich sitzen nat&uuml;rlich nur kranke Menschen, man sieht es ihnen an, dass es ihnen nicht gut geht. Ich f&uuml;hle mich zurzeit recht wohl, nur an meinem Kopftuch erkennt man, dass ich hierher passe. Dazugeh&ouml;ren m&ouml;chte ich nicht. <br />Nach einer Dreiviertelstunde werde ich aufgerufen und in die Kabine gebeten. Oberk&ouml;rper frei und zum Tisch bitte. Da ist Frau Dr. Kunze. Ich freue mich, denn mit ihr l&auml;sst es sich herrlich plaudern. Nur im Moment ist es eher schwierig, weil ich ganz still liegen muss. Die riesigen Apparate fahren um mich herum und vermessen alles. Anschlie&szlig;end bekomme ich zuerst auf der linken Seite ein Kreuz und danach werden mehrere lila-schwarze Linien auf der rechten Seite aufgemalt. Nett, es fehlt nur das Signum des K&uuml;nstlers. Ich bestelle liebe Gr&uuml;&szlig;e von fr&uuml;heren Bemalten, erhalte Gr&uuml;&szlig;e zur&uuml;ck und nach dem Verhandeln des Zeitpunktes f&uuml;r die erste Bestrahlung, Dienstag werden die Ger&auml;te gewartet (oder die Uni-Klinik streikt mit), also Mittwoch, kann ich wieder in die Kabine. Jetzt habe ich noch einen Tag Aufschub f&uuml;r das n&auml;chste Event. <br />Vorsichtig ziehe ich mich an und kann dann wieder nach Hause radeln. Ich habe einen kleinen B&auml;ckerladen entdeckt, hier gibt es leckere Olivenbrotstangen. Wenn Andreas nicht schon zu hungrig war, dann k&ouml;nnen wir noch gemeinsam zu Mittag essen, wenn auch versp&auml;tet. Alle Neuigkeiten werden berichtet und meine  "Kriegsbemalung" m&ouml;chte ich obendrein zeigen. <br />Gerade weil es mir jetzt gut geht, muss ich mich ab und zu in den Mittelpunkt r&uuml;cken, denn: "Hallo, noch bin ich krank!?"</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-07T17:29:08+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-68</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-68</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Mit einem Vers&ouml;hnungskuss auf meine Glatze (stimmt nicht ganz, denn die Haare sprie&szlig;en) ist der emotionale Abstand betr&auml;chtlich geschrumpft. <br />Eine kleine Geste und eine so gro&szlig;e Wirkung. Es ist schwer, &uuml;ber den eigenen Schatten zu springen, auf den anderen, auch ohne L&ouml;sung oder Ergebnis, zuzugehen. Die eigene Person nicht so wichtig zu nehmen, weil man sp&uuml;rt, dass der andere traurig ist und man nur gemeinsam die innere Zufriedenheit genie&szlig;en kann. <br />Ich empfinde es sehr befreiend, dass DU wieder DA bist.<br />Wir werden reden m&uuml;ssen - sp&auml;ter.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-06T22:21:00+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-66</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-66</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">"Ich &ouml;ffne dir eine T&uuml;r und zeige dir einen neuen Weg, gehen sollst du ihn selbst." (Josef Fattinger)<br />Unter diesem Leitspruch stand unsere Kr&auml;uterwanderung mit der Selbsthilfegruppe in die D&uuml;bener Heide. <br />Constanze Dakshinya Schimmel - Geistige Heilerin (DGH) wird eine T&uuml;r f&uuml;r uns &ouml;ffnen: GEMEINSAM-HEILSAM. Sie meint, dass wir den Schl&uuml;ssel f&uuml;r die T&uuml;r zum "HEIL SEIN" in unseren H&auml;nden halten: "Im Erkennen, dass alles, was in unserem Leben geschieht, stets mit uns selbst zu tun hat."<br />                 </span><img class="imageStyle" alt="IMG_0041" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//xxx.jpg" width="161" height="121"/>             <img class="imageStyle" alt="IMG_0036" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//xyx.jpg" width="161" height="121"/>            <img class="imageStyle" alt="IMG_0019" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//xcy.jpg" width="161" height="121"/>  <img class="imageStyle" alt="IMG_0032" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//rrr.jpg" width="146" height="121"/><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; "><br />Ich komme mir wie eine kleine Hexe vor, die ihre Kr&auml;uter f&uuml;r den Fr&uuml;hlingstee zusammenstellen soll. Zur Verst&auml;rkung habe ich mir meine Hexenfreundin H. mitgenommen. 12 Weiber begeben sich auf die Suche nach heilenden Kr&auml;utern. Das Wetter gestaltet sich pr&auml;chtig, die Sonne scheint, doch es ist nicht zu warm. Gut gelaunt und mit K&ouml;rbchen, Leinenbeutel sowie Papiert&uuml;ten best&uuml;ckt, ziehen wir quatschend &uuml;ber die Wiesen. So verscheuchen wir ja alle Heilkr&auml;fte. Wir m&uuml;ssen erst einmal zur Ruhe kommen und daf&uuml;r eignet sich eine Meditation. Jeder hat einen Platz im Gras gefunden und streckt sich erwartungsvoll aus. Nun k&ouml;nnen C. beruhigenden Worte uns alle tiefe Entspannung und Ruhe sp&uuml;ren lassen. Nur die Fliege auf meiner Nase ist nervig. Danach sollten wir endlich auf Kr&auml;uterschau gehen... Es ist bereits Mittag, da knurrt schon der ein oder andere Magen. Auch gut, wir sitzen ja bereits auf einer Vielzahl von "Kr&auml;utern". C. macht uns darauf aufmerksam und hat f&uuml;r jeden gr&uuml;nen St&auml;ngel einen wohltuenden Verwendungszweck parat. Doch alle halten sich erst einmal an die mitgebrachten Vorr&auml;te. Ein unterhaltsame Picknickatmosph&auml;re breitet sich aus. Jeder erz&auml;hlt mit jedem, jeder isst von/mit jedem (nur gesunde Sachen). Zum Gl&uuml;ck hat B. einen leckeren Apfelkuchen gebacken, der auch bis zum letzten Kr&uuml;mel verputzt wird. K&ouml;stlich gest&auml;rkt ziehen wir endlich in die Heide. Zwei weitere Stunden pfl&uuml;cken, zupfen, ernten und sammeln wir Schafgarbe, L&ouml;wenzahn, Brombeer- Himbeer- Birkenbl&auml;tter, Brennnesseln, Ackerstiefm&uuml;tterchen und Sauerampfer. In einem Hand-out, welches C. zusammengestellt hat, lesen wir &uuml;ber Wirkungsweise und Verwendungszweck der Kr&auml;uter nach. Viele Fragen werden auch sofort beantwortet. Der Nachmittag vergeht viel zu schnell, nur an meinen m&uuml;den Beinen merke ich, dass sich der lehrreichen Rundgang schlie&szlig;t. Etwas m&uuml;de, jedoch entspannt und mundfaul verabschieden wir uns mit der Motivation, alle gesammelten Bl&auml;tter und Kr&auml;uter noch zum Trocknen am Abend auszulegen. Ein herrlicher Tag geht dem Ende zu. <br />Wir werden alle unseren neuen Weg gehen, eine weitere T&uuml;r ist ge&ouml;ffnet worden.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-05T23:25:13+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-67</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-67</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Wir reden noch nicht miteinander - es belastet mich und ich bin traurig. Ist aber auch ein St&uuml;ck Normalit&auml;t. In jeder Beziehung gibt es diese und andere Tage und so holt mich ein St&uuml;ck Alltag wieder ein.<br />Am Abend war ich in der Schule zur Talentenacht. Die Freude &uuml;ber ein Wiedersehen mit Kollegen und Sch&uuml;lern ist nach wie vor gro&szlig; und ich genie&szlig;e diese Zeit. Staunen kann ich &uuml;ber die Talente der Sch&uuml;ler, in jedem schlummert etwas, manchmal muss es nur geweckt werden. Sch&ouml;n, dass sie ihre Scheu ablegen und uns Lehrern auch eine andere Seite zeigen k&ouml;nnen. Ein wenig Abschiedsstimmung breitet sich bei mir aus. Es ist die letzte Talentenacht an der Schule, die ich  miterlebe.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-04T17:13:43+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-63</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-63</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Ich komme gerade vom Kosmetikseminar f&uuml;r Krebspatientinnen. Es war eine interessante Veranstaltung im Sankt Georg, welche die gemeinn&uuml;tzige Gesellschaft mbH DKMS LIFE ausrichtete. Immerhin bin ich motiviert, mich h&auml;ufiger zu schminken, da das Seminar "Krebspatientinnen zu einem lebensbejahenden Umgang mit den Folgen der Krebserkrankung ermutigt". Es gab viele Tipps und wir konnten das Schminken unter Anleitung mit zur Verf&uuml;gung gestellten Kosmetikprodukten, die wir anschlie&szlig;end mitnehmen durften, an uns selbst ausprobieren. <br />Jetzt sitze ich in vollendeter Sch&ouml;nheit vor dem Computer, leider merkt es keiner.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-05-02T12:14:57+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-60</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/may-2006#unique-entry-id-60</guid><content:encoded><![CDATA[Ich muss zur Computertomografie in die Uniklinik. Da packen wir die n&auml;chste gro&szlig;e Therapieetappe mal an. <br />Wie immer, wenn ich nicht wei&szlig;, was auf mich zukommt, habe ich ein wenig Angst. Nach l&auml;ngerem Warten werde ich von einer netten Schwester in den Ct-Raum gef&uuml;hrt. Zuerst wird ein Foto von meinem Gesicht aufgenommen, damit man (der Computer) mich erkennt, erkl&auml;rt die Schwester. Danach soll ich mich mit nacktem Oberk&ouml;rper auf eine bewegliche Liege legen. Gut, dass ich das Handtuch dabei habe. Es ist auch so nicht ganz angenehm, da f&uuml;r jedes K&ouml;rperteil eine entsprechende "Form" vorhanden ist, um die endg&uuml;ltige Lage einzunehmen. Die Arme sollen &uuml;ber den Kopf abgelegt werden und die H&auml;nde ineinander verschr&auml;nkt (rechts h&auml;lt links). So, genau so, muss ich auch zur Bestrahlung liegen. Schwarze Kreuze werden auf meinen Oberk&ouml;rper aufgezeichnet, Metallstreifen &uuml;ber die Narben geklebt - mir ist kalt. Die Schwester erkl&auml;rt ausf&uuml;hrlich, dass der Computer bestimmte Eckpunkte erfasst und dann das Bestrahlungsfeld errechnet. Das Kreuz zwischen meinen Br&uuml;sten muss erhalten bleiben und wird deshalb auch mit einem durchsichtigen Pflaster &uuml;berklebt. Nun muss ich f&uuml;r zweimal f&uuml;nf Minuten ganz still liegen und fahre in eine R&ouml;hre hinein. Mir ist sehr kalt, die Zeit wird lang und die Arme schlafen mir in dieser Haltung ein. Doch auch das schaffe ich und werde danach wenigstens von den Metallstreifen erl&ouml;st.<br />Am n&auml;chsten Montag komme ich zum genauen Anzeichnen wieder und am Dienstag beginnt dann die Bestrahlung.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-30T23:54:50+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-62</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-62</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">In Hornhausen am Fr&uuml;hst&uuml;ckstisch k&ouml;nnen wir dann gemeinsam mit meinen Eltern &uuml;ber unser Vorhaben reden. Bedenken werden ge&auml;u&szlig;ert, Vorstellungen diskutiert und der tiefe Wunsch ausgesprochen, dass es uns gut gehen soll, dass ich zuerst gesund werden muss. Auch mit meiner Schwester und R. f&uuml;hren wir dieses Gespr&auml;ch am Mittag und am Abend in Leipzig mit unseren Freunden. All diese Unterhaltungen bewirken bei mir eine Verfestigung der Ansicht, dass es richtig sein wird, wenn wir gehen. Wir werden uns in D&uuml;ren einen neuen Lebensabschnitt erarbeiten. Hoffentlich sieht dies mein K&ouml;rper auch so und die Zeit, um alles zu organisieren, wird nicht zu stressig, denn was sind schon 10 Wochen in der Krebstherapie.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-29T16:48:38+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-61</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-61</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#333333; font-weight:bold; ">Das Sankt Georg l&auml;dt ein: Patientinnentag Brustkrebs&nbsp;im&nbsp;Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, Grimmaische Stra&szlig;e 6, 04109 Leipzig, 29. April 2006</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">&nbsp;<br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; ">Unser Patientinnentag soll helfen, &uuml;ber gegenw&auml;rtige und neue Therapiem&ouml;glichkeiten aufzukl&auml;ren, betroffenen Frauen Mut zu machen, um ein St&uuml;ck Lebensfreude zur&uuml;ckzugewinnen. Neben Informationen zu den genetischen Grundlagen der Behandlung, dem Stand des Fr&uuml;herkennungsprogrammes in Sachsen und der &bdquo;S&auml;chsischen Brustkrebsinitiative&ldquo; soll viel Raum f&uuml;r Diskussion, Fragen Betroffener und dar&uuml;ber hinaus Interessierter bleiben. Wir m&ouml;chten die Veranstaltung als ein Forum nutzen, damit sich Selbsthilfegruppen und Rehabilitationseinrichtungen vorstellen k&ouml;nnen.<br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#333333; "><br />I. und ich wollen auch einige Informationen aufnehmen, uns beraten lassen - dabei sein. Nach dem ersten Teil hielten wir es f&uuml;r angebracht, Brosch&uuml;ren, Prospekte sowie Anschauungsmaterial zu sichten und uns dann mit einem Cappuccino bei M&ouml;venpick ausf&uuml;hrlich zu unterhalten. Es war richtig nett. <br />Am Nachmittag sind wir nach Oschersleben zum Geburtstag meiner Tante I. gefahren, haben dort auch meine Eltern getroffen und einen angenehmen Abend verbracht. Es wurde viel geplaudert. Meine Cousins nebst Frauen habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen und so war die Freude &uuml;ber das Wiedersehen auf beiden Seiten gro&szlig;. Gespr&auml;chsthemen, die die  Vergangenheit beleuchteten, wurden genauso begeistert aufgenommen wie auch zuk&uuml;nftige Aspekte. Dementsprechend wurden unsere ersten Informationen &uuml;ber die Bewerbungen sowie den anstehenden Umzug interessiert verfolgt.<br />Meinen Eltern f&auml;llt es schwer zu verstehen, dass es gerade in diesem Sommer sein muss. Sie machen sich gro&szlig;e Sorgen. Ich kann sie gut verstehen, denn auch ich bin noch nicht ganz davon &uuml;berzeugt, dass ich diese Herausforderung zur Zufriedenheit meistern werde.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-24T18:18:39+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-65</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-65</guid><content:encoded><![CDATA[Lebensentscheidung! Besser - Lebensabschnittsentscheidung!<br /><br />Wir haben uns schon im letzten Jahr um eine Stelle in NRW bem&uuml;ht. Da lagen jedoch nicht alle Unterlagen rechtzeitig vor. Jetzt haben wir auf unsere erneuten Bewerbungen viele Antworten erhalten, die mit der Einladung zum Vorstellungsgespr&auml;ch verbunden waren. Nicht so einfach waren die Organisation und Koordination der Gespr&auml;che in den verschiedenen St&auml;dten zu &auml;hnlichen Zeiten. Eine Auswahl musste getroffen werden. Wir einigten uns auf sechs Termine. Es klingt so sachlich, so normal, so einfach, doch dies war es f&uuml;r mich ganz und gar nicht. Hatte ich  f&uuml;r mich schon eine eindeutige Entscheidung getroffen? Wollte ich wirklich eine Ver&auml;nderung? Durfte ich jetzt alles aufgeben? Ist der Zeitpunkt nicht sehr ung&uuml;nstig? Fragen &uuml;ber Fragen, die ich nicht beantworten konnte. Meinen k&ouml;rperlichen Zustand kann ich noch nicht richtig einsch&auml;tzen. Ich bin sehr langsam, reagiere unflexibel, mir wird schlecht, ich bin vergesslich ... ich hatte unheimlich Angst. Wo war mein Selbstbewusstsein geblieben? Es hatte sich wie so oft unter all den Vorw&auml;nden verkrochen. Ich begab mich in eine Situation, die ich aus meinem Leben verbannen wollte. Vorstellungsgespr&auml;che - Pr&uuml;fungssituationen - ich werde eingesch&auml;tzt und bewertet - nein, dies wollte ich nicht wirklich! Andreas gingen die Argumente aus und er wollte auch nicht mit mir mehr dar&uuml;ber reden. Aus der Streitsituation ergab sich ein: "Jetzt erst recht!"<br />Gut, dass es das Internet gibt: Schulprofile lesen, Verkehrsverbindungen erstellen, Sachinformationen erarbeiten. Ich hatte viel zu tun und keine Zeit, &uuml;ber mein Empfinden nachzudenken, keine Zeit, &uuml;ber Brustkrebs zu recherchieren, keine Zeit, das Tagebuch zu schreiben, keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit. In NRW waren wir dann wieder ein Team - zum Gl&uuml;ck, ohne Andreas h&auml;tte ich es nicht geschafft. Daf&uuml;r habe ich im Vorfeld auch noch gek&auml;mpft. Ich kam mir wie im Film vor und spielte dort eine zwiesp&auml;ltige Rolle. Es war sehr anstrengend, lebensintensiv und bereichernd. Wir sind aufgeschlossenen, netten zugleich freundlichen Menschen begegnet, haben interessante Gespr&auml;che gef&uuml;hrt und einen groben &Uuml;berblick &uuml;ber das Bundesland erhalten. Das Angebot in D&uuml;ren war unschlagbar. Unheimlich schwer fiel mir die Entscheidung, eine lange Nacht habe ich &uuml;berlegt, gegr&uuml;belt und abgewogen. <br /><br />Ich habe eine Lebensabschnittsentscheidung getroffen! Wir werden das Einstellungsangebot der beiden Gymnasien in D&uuml;ren annehmen! <br />Jetzt geht es mir besser. Wir sind stolz auf uns, dass wir es wirklich geschafft haben. <br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-19T07:22:35+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-59</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-59</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font-size:14px; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; "><em>"Diskussion ist ein Austausch von Wissen. Ein Streit ein Austausch von Ignoranz.&ldquo;</em></span><span style="font-size:14px; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; "> &ndash; </span><span style="font-size:14px; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; ">Robert Quillen</a></span><span style="font-size:14px; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#000000; ">In der Wikipedia steht:</span><span style="font-size:14px; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; "><br /></span><span style="font-size:12px; font-weight:bold; color:#000000; font-weight:bold; ">Streit</span><span style="font-size:12px; color:#000000; "> ist eine (nicht notwendigerweise feindselige oder manifeste) Uneinigkeit zwischen mehreren Akteuren oder Parteien.<br />Der Beziehungsstreit tritt in vielen, wenn nicht in allen Beziehungen auf, und ist daher eine sehr h&auml;ufig verbreitete Form des </span><span style="font-size:12px; color:#000000; ">Streites</a></span><span style="font-size:12px; color:#000000; ">, deren Ursachen eine tieferliegende Bedeutung hat, die mit </span><span style="font-size:12px; color:#030303; ">Liebe</a></span><span style="font-size:12px; color:#030303; "> </span><span style="font-size:12px; color:#000000; ">und </span><span style="font-size:12px; color:#000000; ">Hass</a></span><span style="font-size:12px; color:#000000; "> in Ber&uuml;hrung gesehen wird. Die genauen Ursachen des Streits zwischen Partnern ist in seiner psychologischen Deutung nicht eindeutig gekl&auml;rt und Gegenstand von Theorien.<br />Ein Beziehungsstreit beginnt in nahezu den meisten F&auml;llen mit einem Vorwurf oder einer Behauptung, die der Partner als falsch oder unangebracht empfindet und ihr daher widerspricht, oder nur mit einer Bemerkung in der falschen Tonlage.<br />Die dauerhafte Vermeidung des Beziehungsstreits verlangt von den Partnern die gegenseitige Anerkennung in allen ihren Schw&auml;chen und Fehlern, sowie die Toleranz gegen&uuml;ber wiederkehrenden Unertr&auml;glichkeiten und die Anerkennung der Partnerschaft als eine Verbindung, die diese Toleranz rechtfertigt.<br /><br /></span>Ist doch alles ganz einfach, warum streiten wir &uuml;berhaupt? <br />Jeder spricht in Ruhe &uuml;ber seine Gedanken und Empfindungen, der andere h&ouml;rt zu und &auml;u&szlig;ert dann ebenfalls seine Meinung. Man sucht gemeinsam nach L&ouml;sungen, dabei &uuml;berlegt man, was der Partner mit dieser Bemerkung gemeint hat, wenn sie nicht ganz verst&auml;ndlich formuliert wurde. Fragt nochmals nach und gibt eigene Denkanst&ouml;&szlig;e, da man von den Ausf&uuml;hrungen nicht &uuml;berzeugt worden ist. Gemeinsam sucht man nach einem Kompromiss, einen f&uuml;r beide begehbaren Weg, weil die Partner Achtung voreinander haben und sich gut kennen. Sie vertrauen einander und wissen, dass jeder auch f&uuml;r den anderen nur das BESTE will. <br /><br />So k&ouml;nnte ich noch einige Zeilen schreiben. Theoretisch ist mir alles klar. Man sollte eben diskutieren. Wir ignorieren den anderen, nicht aus Boshaftigkeit, nein, eher aus .... Ich wei&szlig; es auch nicht so richtig. Vielleicht, weil man dem anderen nicht so richtig zuh&ouml;rt, die eigene Person im Mittelpunkt sieht, in Stresssituationen von der bedingungslosen Liebe nicht &uuml;berzeugt ist.<br />Ich habe bewusst "man" geschrieben, denn nicht nur ich streite. "Man" ist so sch&ouml;n anonym, die Enth&uuml;llung, dass ich mich dabei entdecke, ist erschreckend. Doch zum Streiten geh&ouml;ren immer zwei Personen. Andreas ist also auch mit involviert. F&uuml;r mich ist es fast immer unfassbar, wie es zur Auseinandersetzung kommt. Ursache und Anlass kann ich nur sehr selten erkennen. Auf einmal ist ER, der STREIT, da. Und unsere Streitkultur (furchtbares Wort) ist schauderhaft, nach all den Jahren entmutigend. Immer wieder mit der Frage besch&auml;ftigt: Wenn man sich liebt, warum "tut" man sich das an? (Wir lieben uns doch, warum "tun" wir uns das an?) Es l&auml;uft alles nach einem bestimmten Muster ab. Immer und immer wieder. Warum k&ouml;nnen wir nicht miteinander reden? Selbst das Lesen von "Streitb&uuml;chern" hat noch nicht geholfen. <br />Es wird wieder gut werden, kostet immer sehr viel Kraft und ist mit der stetigen Hoffnung verbunden, dass auch Andreas versuchen wird, mich zu verstehen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-16T22:06:35+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-58</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-58</guid><content:encoded><![CDATA[STREIT - SCHREIB - UNTERBRECHUNG]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-14T12:01:44+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-57</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-57</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Die Osterzeit<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="0,2299,OID674494,00" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_1.jpg" width="112" height="56"/></strong><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">Mal feiern wir Ostern im M&auml;rz, mal im April. Warum eigentlich? Die Kirche hat im 4. Jahrhundert festgelegt, dass Ostern auf einen bestimmten Sonntag f&auml;llt, n&auml;mlich den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Fr&uuml;hlingsanfang. Der 22. M&auml;rz ist somit der fr&uuml;heste Termin und der 25. April der sp&auml;teste. Weil Christi Himmelfahrt und Pfingsten vom Termin des Osterfestes abh&auml;ngen, geh&ouml;ren auch sie zu den beweglichen Feiertagen. Die Osterzeit dauert bis Pfingsten.<br /></span><span style="font:1px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Palmsonntag<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="0,2299,OID1177046,00" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_2.jpg" width="112" height="56"/></strong><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. Mit ihm beginnt die Karwoche. Das Neue Testament berichtet, dass Jesus an diesem Tag auf einem Esel in Jerusalem einritt. Die Bev&ouml;lkerung, die in ihm den Messias sah, begr&uuml;&szlig;te ihn jubelnd und legte Kleidung, Palm- und &Ouml;lbaumzweige auf die Stra&szlig;e - als "roten Teppich" f&uuml;r Jesus.<br /></span><span style="font:1px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Gr&uuml;ndonnerstag<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="0,2299,OID1177130,00" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_3.jpg" width="112" height="56"/></strong><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">Der Gr&uuml;ndonnerstag erinnert an das Abendmahl, das Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen zw&ouml;lf J&uuml;ngern gefeiert hat. Auf dieses Abendmahl geht das Heilige Abendmahl zur&uuml;ck, das in der Kirche begangen wird. Dieses Ereignis hat Leornado da Vinci mit seinem ber&uuml;hmten Fresko in einem Mail&auml;nder Kloster dargestellt. Am Gr&uuml;ndonnerstag wird noch weiterer Ereignisse gedacht: Jesus wusch seinen J&uuml;ngern die F&uuml;&szlig;e und zeigte ihnen so, dass er ihnen diente. Sp&auml;ter am Abend, im Garten Gethsemane, fiel er seinen Verfolgern in die H&auml;nde, weil Judas ihn f&uuml;r 30 Silberlinge und durch einen Kuss, den Judaskuss, verraten hatte.<br /></span><span style="font:1px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Karfreitag und Karsamstag<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="0,2299,OID1177174,00" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_4.jpg" width="112" height="56"/></strong><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">"Kar" wird abgeleitet von einem Wort, das Klage, Elend oder Trauer bedeutet. An diesem Tag wurde Jesus dem r&ouml;mischen Statthalter in Jud&auml;a, Pontius Pilatus, gegen&uuml;bergestellt, zum Tode verurteilt und auf dem H&uuml;gel Golgatha ans Kreuz genagelt. Die 15. Stunde gilt als seine Todesstunde, daher werden karfreitags um 15.00 Uhr Gottesdienste abgehalten. Der Karsamstag, auch Ostersamstag genannt, ist der Tag der Grabesruhe. Es findet kein Gottesdienst statt und die Alt&auml;re in den Kirchen sind frei von Kerzen und Blumen.<br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#000000; "><br />Ich habe Tamoxifen zum ersten Mal eingenommen!<br /></span><span style="font:1px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Ostersonntag und Ostermontag<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="0,2299,OID1177224,00" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_5.jpg" width="112" height="56"/></strong><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu. Am Morgen hatte sich sein Grab durch ein Erdbeben ge&ouml;ffnet - und war leer. Der Bibel zufolge verk&uuml;ndete ein Engel, Jesus sei auferstanden. Ostern ist das h&ouml;chste Fest der Christen und das zentrale Ereignis ihrer Religion. Denn die Auferstehung Jesu begr&uuml;ndet den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Am Ostermontag begegneten zwei J&uuml;nger ihrem Herrn. Sie hatten bis dahin an seiner Auferstehung gezweifelt, verbreiteten die Nachricht nun aber mit Freude.<br /></span><span style="font:1px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Christi Himmelfahrt<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="0,2299,OID896774,00" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_6.jpg" width="112" height="56"/></strong><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">40 Tage nach dem Osterfest, also immer an einem Donnerstag, wird Christi Himmelfahrt gefeiert. Die Apostelgeschichte berichtet davon, dass Jesus mit seinen J&uuml;ngern zusammen war, als ihn eine Wolke erfasste und in den Himmel trug. In Deutschland wird an diesem Tag zugleich der Vatertag gefeiert. Grundeigent&uuml;mer mussten fr&uuml;her einmal im Jahr ihren Grundbesitz umschreiten, um so ihren Besitzanspruch aufrecht zu erhalten. Diese Vatertagstour sieht heute etwas anders aus: Mit einem Bollerwagen voller Alkohol ziehen die M&auml;nner an diesem Tag durch die Gegend.<br /></span><span style="font:1px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#0c3667; font-weight:bold; ">Pfingsten</span><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; ">50 Tage nach Ostern findet das Pfingstfest statt. Daher auch der Name: Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort "pentekost&eacute;", der F&uuml;nfzigste, ab. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der den Aposteln erschienen sein soll. Dieses Ereignis war der Ausgangspunkt f&uuml;r das missionarische Wirken der J&uuml;nger Jesu.<br /></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><a href="http://www1.ndr.de" rel="external">(www1.ndr.de)</a></span><span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#0c3667; "><br /><br /></span><img class="imageStyle" alt="Unbekannt" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry57_7.jpg" width="127" height="162"/><br /><br />Ich w&uuml;nsche uns ein freundliches Osterfest!      ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-13T20:50:17+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-64</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-64</guid><content:encoded><![CDATA[Eine Weiberzusammenkunft kann doch immer sehr erbaulich sein. E. hat H. und mich zum Tee trinken und zum Quatschen eingeladen. Alles war ganz liebevoll vorbereitet. Wir hatten lustige Stunden und ich staune immer wieder, wie viele Informationen in k&uuml;rzester Zeit ausgetauscht werden k&ouml;nnen. Wie kleine Kinder haben wir uns &uuml;ber die "Vorostergaben" gefreuten. Als A., E. Tochter, uns je mit einer Blume beschenkte, war der Nachmittag un&uuml;bertrefflich. Diese Zeit sollten wir uns viel &ouml;fter g&ouml;nnen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-12T18:52:52+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-56</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-56</guid><content:encoded><![CDATA[Mittwoch,	12.04.2006:	Gymnastik, Tagebuchschreiben, Gespr&auml;ch in der Strahlenklinik, Schwindel, Regen<br />Dienstag,	11.04.2006:	Yoga, Vorbereitung Vorstellungsgespr&auml;che, Labor, Kopfschmerzen, Wind<br />Montag, 	10.04.2006:	Joggen, Stadtbummel, Arztgespr&auml;ch, M&uuml;digkeit, K&auml;lte<br />Sonntag, 	09.04.2006:	Radtour, Freunde treffen, Internetrecherche, gute Laune, Sonnenschein <br /><br />Jeder Tag ist ausgef&uuml;llt, es gibt immer ein oder zwei wichtige Aktivit&auml;ten (Unterhaltungen mit &Auml;rzten, Telefonate, letzte Laborbefunde >Hb 6,9 / Leuko 3,4 / Trombo 352< ). Auch kleine oder gro&szlig;e Freuden (lustige Mails, Anrufe, Tagebucheintragungen, &Uuml;-Ei vom Postmann, Gespr&auml;che mit Freundinnen). Wenn ich intensiv dar&uuml;ber nachdenke, &uuml;berwiegen die Gl&uuml;cksgef&uuml;hle und es k&ouml;nnte alles sehr behaglich sein. Die schlimmste Etappe, die Chemotherapie, habe ich &uuml;berstanden - es geht mir doch mit jedem Tag ein wenig besser - muss.  ABER, es ist nicht ganz so. Auch wenn ich die Chemotherapie ganz schnell vergessen m&ouml;chte, mein K&ouml;rper kann es noch nicht. Immer wieder werde ich daran erinnert, dass ich noch krank bin. Nach den Fahrradtouren war ich ausgelaugt, meine Joggingrunde schaffe ich noch nicht, ich bin m&uuml;de und ersch&ouml;pft vom Nichtstun, vergesslich, konzentrationsschwach, unheimlich langsam, entscheidungsarm. Au&szlig;erdem habe ich st&auml;ndig Kopfschmerzen, meine Brust tut weh, der rechte Arm ist schwer und eine stink Wut auf das besch... Wetter!<br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-08T18:23:52+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-55</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-55</guid><content:encoded><![CDATA[Ein sonnig-warmer Fr&uuml;hlingstag. Ich &ouml;ffne die Fenster, auch die Balkont&uuml;r (m&uuml;ssten geputzt werden), lasse frische Luft in die Wohnung und wei&szlig;, dass wir diesen Samstag viel drau&szlig;en sein werden. Die Knospen des Kastanienbaumes, der vor dem Balkon steht, werden zusehends kr&auml;ftiger. Ich vermag leider nicht zu sagen, ob die Bl&uuml;te oder das Blatt zuerst heraussprie&szlig;en wird. Die V&ouml;gel zwitschern munter, selbst "unsere" beiden Eichh&ouml;rnchen spielen auf den B&auml;umen Hasche. Dass wir vielleicht im Sommer diese Wohnung aufgeben werden, bedaure ich jetzt schon.<br />Zuerst ein wenig Computerarbeit. Ich suche Informationen zur Strahlentherapie, denn in der n&auml;chsten Woche m&ouml;chte ich mich in der Uniklinik vorstellen. <br />Der Einkauf wird auch noch am Mittag erledigt. Andreas kommt mit und ist f&uuml;r die schweren Sachen (H2O, Milch, Wein, Saft, ...) zust&auml;ndig. <br />Nach dem Mittagessen geht es raus. F&uuml;r mich nach langer Zeit eine erste Runde mit dem Fahrrad (m&uuml;sste auch geputzt werden). K. und T. sind bestimmt im Garten und freuen sich, wenn wir vorbeischauen. Au&szlig;erdem ist die erste Tour dann nicht so weit. Ich genie&szlig;e alles, die Sonne, den frischen Wind, die Bewegung, den B&auml;rlauchduft, die Ger&auml;usche - eine Minifahrradtour f&uuml;r meine Sinne. Es macht Spa&szlig;! <br />Am Abend gehen wir zum Konzert in den Anker und vielleicht treffen wir danach noch K. Mir bekommt die aktive Zeit gut, denn ich habe im Moment keine Verpflichtungen. <br />Freude am Leben ist eine sinnige Freude!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-07T23:26:14+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-54</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-54</guid><content:encoded><![CDATA[Wir k&ouml;nnen um 7.00 Uhr im Bett gut miteinander reden. Ich versuche, die Ansichten von Andreas zu verstehen. Es sind Filme, Reportagen und Diskussionen, alles hat doch nur bedingt etwas mit mir zu tun. Ja, es geht um KREBS - ich muss alles sehen und ich muss leiden - dies muss ich mir in dieser Woche antun!<br />Nach dem Fr&uuml;hst&uuml;ck fahren wir zu einer Kollegin, Andreas wird am Computer etwas richten und wir k&ouml;nnen uns unterhalten. Danach lassen wir meine Werte im Labor untersuchen (Hb 7,1 / Leuko 4,2 / Thrombo 278) - eine deutliche Verbesserung. Ich staune nicht schlecht, was eine Spritze und zwei Eisentabletten bewirken k&ouml;nnen. Frau Dr. R. schreibt alles ein und  ist auch zufrieden. Dann werde ich mich am n&auml;chste Dienstag zur vorl&auml;ufig letzten Blutuntersuchung im Krankenhaus einfinden. Ein neuer Abschnitt beginnt in der folgenden Woche.<br />Andreas m&ouml;chte zum Fris&ouml;r, ich begleite ihn. Es ist sehr spannend, in die Gesichter der Fris&ouml;rinnen zu schauen, wenn man mit Kopftuch dabei steht. Ich bin nur Zuschauerin, auch wenn die Haare wieder sprie&szlig;en, wird es noch eine Weile dauern, bis ich zum Haare schneiden einen Fris&ouml;rsalon betreten werde. Anschlie&szlig;end fahren wir noch in die Stadt, bummeln durch die Gesch&auml;fte, bestaunen Neues, beobachten Menschen und sind erst gegen 17.00 Uhr zu Hause. Auch so kann die Zeit vergehen. <br />Wir haben einige Zusagen f&uuml;r die Vorstellungsgespr&auml;che in NRW. Sehr erfreulich, nur die Termine lassen sich schlecht f&uuml;r uns zwei koordinieren. Es ist das Abendgespr&auml;chsthema bei einer Flasche Wein. Zum Gl&uuml;ck kommt heute kein Krebsfilm.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-06T23:10:51+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-53</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-53</guid><content:encoded><![CDATA[Diese erste Aprilwoche forderte mich ganz sch&ouml;n. Ich hatte mir viel vorgenommen, denn die neu gewonnene Freiheit wollte ich gut nutzen.<br />Am <strong>Montag</strong> fuhr ich zu meiner Arbeitskollegin R.. Ein angenehmes Gef&uuml;hl, selbst entscheiden zu k&ouml;nnen, wen man wann besucht. Es gab viel zu erz&auml;hlen, nat&uuml;rlich &uuml;ber die Schule, und nach zwei Stunden verabschiedeten wir uns mit dem festen Vorhaben, dass wir uns bald wieder sehen werden. Am Nachmittag unternahm ich einen langen Spaziergang und abends schaute ich mir von der ARD-Themenwoche: Krebs etwas an. Die Gesundheitsministerin U. Schmidt kann ich nicht ertragen, weder die Aussprache noch ihre &Auml;u&szlig;erungen - furchterregend! <br />Ich schlafe nachts wenig. Erst ist mir immer sehr kalt. Da helfen nur Betts&ouml;ckchen, Schlafm&uuml;tze und Doppeldecke oder Andreas. Nach einigen Stunden strampele ich alles weg und ziehe es wieder aus - Schwei&szlig;perlen auf der Glatze sind unangenehm. Gegen morgen beginnt das Spiel in umgedrehter Reihenfolge.<br /><strong>Dienstagmorgen</strong> komme ich nicht so munter aus dem Bett, stehe dennoch mit Andreas auf, trinke Tee und esse Obst. Ich habe Kopfschmerzen, meine Nase ist entz&uuml;ndet - mir ist nicht gut. Vielleicht hilft frische Luft und Bewegung. Laufen kann ich nicht, ich versuche es mit einem Spaziergang durch den Wald, &uuml;ber den Damm - gehen, gehen, gehen .... Es wird etwas besser, die Kopfschmerzen bleiben. Die Natur ist am fr&uuml;hen Morgen besonders reizend, das Licht fast zu grell. Gegen 11.00 Uhr fahre ich ins Labor. Die Blutwerte sind miserabel (Hb 6,6 / Leuko 1,8 / Thrombo 174 / Neutro 0%). Damit l&auml;sst mich die f&uuml;rsorgliche Schwester A. nicht gehen. Die Werte m&uuml;ssten genauer bestimmt werden und eine Blutentnahme aus dem Arm soll Kl&auml;rung bringen. Daf&uuml;r brauche ich einen weiteren Laborschein. Also ins Sekretariat zu Frau G. Hier ist immer Zeit f&uuml;r ein kurzes Gespr&auml;ch und freundlich kommt sie meiner Bitte nach, muss allerdings noch die Unterschrift der Chef&auml;rztin einholen. Diese Situation nutze ich, um zwei Fragen an Frau Dr. Langanke zu stellen. Mein Her-2 neu - Rezeptorstatus ist einfach &uuml;berexpremiert, d.h. "negativ". Damit ben&ouml;tige ich kein Herceptin? Ja, dies ist richtig! Weiterhin werden keine Aromatasehemmer verschrieben, sondern Tamoxifen. Korrekt! <br />Ich denke, dass ich jetzt beruhigter bin und werde das Tamoxifenrezept sp&auml;ter in der Apotheke einl&ouml;sen. Dies ist wieder ein typisches Beispiel f&uuml;r die Nicht&uuml;bereinstimmung von Kopf und Bauchgef&uuml;hl. So bin ich beruhigt worden, f&uuml;hle mich trotzdem nicht ganz sicher. Doch gibt es &uuml;berhaupt eine Sicherheit in der Krebsbek&auml;mpfung? Weiterhin lasse ich mir eine Kopie des pathologischen Befundes aush&auml;ndigen. Danach begebe ich mich wieder auf die Station zur Blutabnahme. Jedes Spritzen empfinde ich schmerzvoll, meine Schmerzgrenze ist weit &uuml;berschritten. Auch dieses Mal bleibt ein blauer Fleck. Jetzt muss auf die Auswertung gewartet werden. Ich setze mich in den Wartebereich und treffe auf Frau A., die ich von der letzten Chemotherapie kenne. Wir unterhalten uns, bis Schwester A. zum Auswertungsgespr&auml;ch kommt. Die neuen Werte sind noch schlechter (Hb 6,6 / Leuko 1,3 / Thronbo 164 / Neutro 16,5 %). Damit die Blutbildung angeregt wird, gibt es eine Spritze in den Bauch. Weiterhin erkl&auml;rt mir Schwester A., dass ich achtsam mit mir umgehen soll: keine gro&szlig;en Menschenansammlungen, keine umfangreichen Aktivit&auml;ten, Fieber messen. F&uuml;r morgen wird eine weitere Blutuntersuchung gleich auf der Station angeordnet. Schon ein wenig geschafft sitze ich im Auto und fahre zu Frau Ge&szlig;ner. Meine Gyn&auml;kologin wird mir die Verl&auml;ngerung des Krankenscheines ausstellen und mit ihr kann ich &uuml;ber die Entfernung der Eierst&ouml;cke sowie deren Auswirkungen reden. Da ich keinen Termin habe, muss ich eine Weile warten, unterhalte mich derweilen nett mit der Sprechstundenhilfe. Frau G. empf&auml;ngt mich freundlich und schnell ist der Papierkram erledigt, auch Tamoxifen verschrieben. Der Sachverhalt der Entfernung der Eierst&ouml;cke besch&auml;ftigt uns l&auml;nger. Meine &Uuml;berlegungen, dass drei Sachen ausgeschaltet werden: &Ouml;strogenproduktion unterbunden, Verh&uuml;tung gekl&auml;rt, Krebsbildung ausgeschlossen, findet Zustimmung. Doch &Ouml;strogen hat f&uuml;r den K&ouml;rper auch positive Eigenschaften, die nach drei Jahren wieder wichtig w&auml;ren. Ich werde nach einer Operation gleich in die Wechseljahre katapultiert - kann nicht wieder zur&uuml;ck. Meinem K&ouml;rper entziehe ich 8 bis 10 Jahre. Also nicht 42 Jahre sein, sondern 52 Jahre. Das ist doch eine absurde Vorstellung! Bilder von alten Frauen schie&szlig;en mir durch den Kopf. Alt jedoch gesund?!?! Ich will jetzt nur nach Hause.<br />Gemeinsames Mittagessen mit Andreas (16.00 Uhr) und dann muss ich schlafen. Eingekuschelt im Bett kann ich besser Gedanken ordnen.<br />Um 19.00 Uhr fahre ich zur Selbsthilfegruppe. A., die Bibliothekarin, hat wie immer alles gef&auml;llig vorbereitet. Hier offenbart sich viel Engagement  und Liebe f&uuml;r die Sache. Wieder finde ich neue Gesichter - wieder neue "F&auml;lle". Nach kurzen Gespr&auml;chen gehen wir in den Sportraum zum Qui Gong. Diese Bewegungsart ist f&uuml;r mich ganz neu, wird aber nicht meine zuk&uuml;nftige sportliche Bet&auml;tigung sein. Vielleicht ist es eine Anregung f&uuml;r die anderen aus der Gruppe, mit sanften Bewegungen ihrem K&ouml;rper Energie zuzuf&uuml;hren. Zwei weitere B&uuml;cher leihe ich mir noch aus. Gegen 22.30 Uhr bin ich wieder Zuhause, eine Kleinigkeit essen und dann schlafe ich schnell ein.<br /><strong>Mittwoch, 05.04.</strong>, vielleicht sollte ich mich ein wenig k&uuml;rzer fassen, diese Tagebucheintragung wird sehr umfassend. <br />Andreas spricht seit Montagabend nicht sehr intensiv mit mir, ich wei&szlig; nicht warum. Bin mir auch keiner Schuld bewusst, er wird seine Gr&uuml;nde haben. Trotzdem stehe ich mit auf, fr&uuml;hst&uuml;cke mit und lege mich anschlie&szlig;end wieder ins Bett. Mir geht es nicht besonders gut, nur einige Seiten m&ouml;chte ich in den neuem B&uuml;chern (Anja Forbriger: Leben ist, wenn man trotzdem lacht; Dr. B. Arnot: Das Anti-Brustkrebs-Buch) anlesen. Meine Kopfschmerzen haben noch nicht nachgelassen und nach einigen Minuten schlafe ich wieder ein. Jetzt nur nicht durchh&auml;ngen, munter werden. Duschen, nein ich m&ouml;chte einfach nur im warmen Wasser liegen - also baden. Ich entspanne und die Schmerzen im Kopf werden ertr&auml;glicher. Was ziehe ich bei dem Wetter an, welches Kopftuch passt dazu? Ich m&ouml;chte schick aussehen, unbesorgt und zufrieden sein. Wenn ich an das Krankenhaus denke, wird mir allerdings schlecht und in einer Stunde werde ich schon wieder den Geruch ertragen m&uuml;ssen. Andreas meint, ich &uuml;bertreibe, doch mein Wohlbefinden leidet in dieser Zeit. Heute gehe ich nichts ins Labor, sondern gleich zur Station. Wieder muss ein &Uuml;berweisungsschein ausgef&uuml;llt werden und dann nimmt zum Gl&uuml;ck Schwester A. das Blut ab. Freundlich erkundigt sie sich nach meinem Befinden und ich kann die Kopfschmerzen thematisieren. Dagegen kann ich Tabletten nehmen, auch f&uuml;r ein besseres Blutbild sollte ich Eisenpr&auml;parate schlucken. Werde ich alles versuchen - Hauptsache es hilft. Nach einer 3/4 Stunde sind die Werte da (Hb 6,2 / Leuko 2,11 / Thrombo 190 / Neutro 15,7%). Wir sind schon zufriedener, doch ein &Auml;rztin sollte mich noch einmal untersuchen. Leider sind alle sehr besch&auml;ftigt (OP), so muss ich am Freitag zur n&auml;chsten Kontrolle. Gegen 15.00 Uhr liege ich schon wieder im Bett und schlafe 1 1/2 Stunden. Am sp&auml;ten Nachmittag gehe ich zur Apotheke und l&ouml;se die Rezepte ein. Nach dem Abendbrot schaue ich mir die Krebsfilme im Fernseher an und muss danach wieder schlafen.<br />Am <strong>Donnerstag</strong> bleibe ich gleich liegen und stehe morgens nicht mit Andreas auf. Ich lese und freue mich, dass die Sonne durch die Fenster scheint. Ein wenig geht es mir besser, die Kopfschmerzen sind fort, also kann ich es mit Morgengymnastik versuchen. Auch der Haushalt verlangt nach Aktivit&auml;ten. Danach kann ich mich an den Computer setzen, lesen, Mails schreiben und Fotos ansehen. Mittagessen vorbereiten, auf Andreas warten, miteinander reden - ich soll doch die Beitr&auml;ge der ARD-Krebswoche nicht so verbissen wahrnehmen - schlafen, spazieren gehen, Abendbrot essen, telefonieren, Krebsfilm ansehen (sie sterben alle), schlafen. Ich bin traurig!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-02T22:41:15+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-52</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-52</guid><content:encoded><![CDATA[Ein Sonntag f&uuml;r Kurzentschlossene! <br />Wir holen einen Computer aus Bonn, m&uuml;ssen uns also auf vier bis f&uuml;nf Stunden Autofahrt f&uuml;r eine Strecke einstellen. Bei diesem Aprilwetter eine zumutbare Sonntagsbesch&auml;ftigung. Trotzdem gibt es meinerseits Bedenken. Ich bin nur Beifahrer, jedoch seit  vier Monaten nicht mehr so lange unterwegs gewesen. Au&szlig;erdem wurde mir auch ohne Chemotherapie bei l&auml;ngeren Fahrstrecken &uuml;bel. Deswegen habe ich zus&auml;tzlich zur normalen Verpflegung eine undurchl&auml;ssige T&uuml;te in meiner Tasche. Vorbeugen ist wichtig und gibt ein sicheres Gef&uuml;hl.<br />Andreas ist ein zuverl&auml;ssiger Fahrer, wird nur sehr missmutig, wenn etwas nicht funktioniert. Diesmal ist es das GPS-Ger&auml;t. So fahren wir unsere ersten 100 Kilometer, bis Bonn kommt man noch ohne elektronische Auskunft, erst in der Stadt wird es knifflig, eher stumm (ich w&uuml;rde in dieser Situation sowieso nur das Falsche sagen) und schlecht gelaunt. Nach einem Tankstopp wird nochmals die Funktionsweise des GPS-Ger&auml;tes &uuml;berpr&uuml;ft und wir staunen nicht schlecht, als sich alles zum Besten wendet - die Laune, das Wetter, die gesamte Fahrt. Jetzt finden wir in Bonn auch gleich die Stra&szlig;e, leider erreichen wir nicht unser Ziel, denn ausgerechnet an diesem Sonntag findet in dieser Stra&szlig;e der Bonn-Marathon statt. Nach 4 1/2 Stunden Autofahrt, die ich sehr gut &uuml;berstanden habe, ist es nervig, in einer fremden Stadt nach alternativen Wegen zu suchen. Die Verkehrspolizei ist freundlich und mit deren Unterst&uuml;tzung erreichen wir doch recht schnell unser Endziel. <br />Ein genialer iMac steht w&auml;hrend der R&uuml;ckfahrt auf der Sitzbank hinter mir. Unsere aufgelockerte Unterhaltung und mehrere Schlafminuten lassen die Fahrt nach Hause recht kurzweilig erscheinen. Am Abend schlie&szlig;t Andreas den Computer noch an, &uuml;berspielt alle Informationen und ich kann die erste SMS an Felix schreiben. Donnerwetter, ich habe nichts, wirklich gar nichts an diesem Tag geschaffen und bin am Abend v&ouml;llig erledigt. Das Nichtstun war unheimlich anstrengend.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-04-01T18:51:58+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-51</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/apr-2006#unique-entry-id-51</guid><content:encoded><![CDATA[Ein Yogaworkshop am 1. April - es war kein Aprilscherz. In f&uuml;nf Stunden habe ich versucht, das ICH meines K&ouml;rpers zu ergr&uuml;nden.<br /><br /><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; ">Was ist Yoga ?<br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="yla-09" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry51_1.jpg" width="108" height="129"/></strong><span style="font:16px Verdana, serif; font-weight:bold; color:#333333; font-weight:bold; "><br /></span><span style="font:11px Verdana, serif; ">Yoga ist ein praktisches System zur Entwicklung der gesamten Pers&ouml;nlichkeit. Dies beinhaltet die Erlangung von Gesundheit, Lebensfreude, Erfolg im Beruf, Erf&uuml;llung in Partnerschaft und Familie, Leben in Harmonie mit den kosmischen Gesetzen, Bewusstwerden h&ouml;herer Ebenen des Seins und Entwicklung des Kontaktes mit dem G&ouml;ttlichen.</span> <br /><br />D. hat mir die Teilnahme an diesem Workshop erm&ouml;glicht und ich bin ihr dankbar daf&uuml;r. Vielleicht werde ich diesen Weg noch intensiver verfolgen, leider verging die Zeit viel zu schnell. Es war eine wahre Bereicherung f&uuml;r K&ouml;rper, Seele und Geist.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-31T18:02:17+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-50</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-50</guid><content:encoded><![CDATA[Der Monat M&auml;rz ist nun vorbei, damit auch das erste Vierteljahr 2006. Ich empfinde, dass die Zeit unheimlich schnell vergeht, sobald es mir besser geht, noch viel rasanter. Nach wie vor versuche ich, jede Stunde intensiv zu erleben. Besonders bewusst waren die Spazierg&auml;nge in den letzten Tagen. Die Natur,  zurzeit der Fr&uuml;hling, ist (sind)  genial. Man kann so viel lernen, verstehen, begreifen, erfahren, erkennen, mitbekommen,kapieren ..., wenn man es m&ouml;chte und sollte versuchen, dies im eigenen Leben umzusetzen. Ich liebe das Leben! Bestimmt wird es mich auch gern haben!<br />Am Mittwoch habe ich den Schwerbehindertenausweis abgeholt. Es geht mir ja gut und darum f&uuml;hle ich mich auch nicht wie schwerbehindert - keine komischen Gef&uuml;hle. Ob er zum Einsatz kommt? Vielleicht im Notfall. Doch was ist ein Notfall? Dar&uuml;ber werde ich im Moment keine Gedanken verschwenden. F&uuml;r die Bewerbung ist er allerdings auch jetzt schon bedeutsam. An dieser Stelle einen wichtigen <strong>Tipp</strong>: Passbilder sollte man vor dem Verlieren der Haare anfertigen. F&uuml;r den Schwerbehindertenausweis habe ich noch ein ganz altes Bild gefunden, doch f&uuml;r die Ausstellung eines neuen Reisepasses brauche ich ein aktuelles. Beim B&uuml;rgeramt konnte man mir keine sofortige Auskunft geben, erst nach mehreren Telefonaten wurde mir mitgeteilt, dass  eine Fotografie mit Kopftuch m&ouml;glich w&auml;re. In der n&auml;chsten Woche werde ich dieses Projekt in Angriff nehmen. <br />Unsere Wohnung ist schon f&uuml;r das Osterfest geschm&uuml;ckt. Gestern, als der Wind und der Regen eine Pause einlegten, habe ich den Balkon vom Wintermantel befreit und ihm ein blumiges Fr&uuml;hlingskleid &uuml;bergestreift. Balkon und Wohnung sieht man meine Vorfreude auf Ostern an. Es ist nicht das Fest an sich, eher die Freude &uuml;ber das Familienzusammensein. <br />Nach dem Herrichten war noch Zeit f&uuml;r einen kurzen Spaziergang. Wir haben einige B&auml;rlauchbl&auml;tter im Wald "geerntet", um Kr&auml;uterquark anzurichten, denn am Abend kommen Bekannte zu Besuch. Selbst gebackenes Brot mit B&auml;rlauchkr&auml;uterquark ist ein geschmacksintensives Abendbrot - lecker!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-28T22:17:01+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-49</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-49</guid><content:encoded><![CDATA[Mir geht es gut, so gut, so gut! Nach einer Woche ist dies ein ganz normaler Tag! Dar&uuml;ber bin ich sehr froh!<br /><br />Ich kann mit Andreas morgens aufstehen, Gymnastik&uuml;bungen absolvieren, zum Fr&uuml;hst&uuml;ck Obst essen, mit dem Auto zum Einkaufen fahren, am Computer l&auml;nger arbeiten, Eierkuchen riechen und mit Appetit verspeisen, kein Krebsbuch lesen, Blumenduft ertragen und einen tollen Strau&szlig; f&uuml;r die Apotheke aussuchen, Laborwerte nicht beachten, auf der Station sagen, dass ich keine Zeit habe, eine liebe Freundin treffen und mit ihr gemeinsam am Abend einen Yogakurs besuchen, nach 20.00 Uhr allein nach Hause fahren - ich kann, ich kann, ich kann!<br /><br />Guten Nacht!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-27T17:24:13+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-48</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-48</guid><content:encoded><![CDATA[FR&Uuml;HLING<br />Die V&ouml;gel<br />zwitschern zwischen Schneegl&ouml;ckchen.<br />Sonnenscheinstrahlen sp&uuml;ren im Gesicht.<br />DASEIN<br /><br />Ich habe ihn heute gefunden.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-26T16:41:26+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-47</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-47</guid><content:encoded><![CDATA[Ich versuche es wieder, so richtige Stabilit&auml;t habe ich noch nicht erreicht. Die &Uuml;belkeit, Schwindelattacken und das Erbrechen bestimmen nach wie vor den Tagesablauf. Ich komme mir wie ein Seefahrer auf hoher See vor. Es war die letzte Chemotherapie! Es wird besser werden mit jedem Tag! Wann beginnt<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "> endlich</span> "jeder Tag"?<br />Mit vier bis f&uuml;nf Apfelspalten und einem gro&szlig;en Pott Tee startete ich in den Fr&uuml;hling, 21.03.2006 - zur letzten Chemotherapie. Alle haben mir gut zugesprochen, auch Andreas fl&uuml;stert mir aufmunternde Worte ins Ohr beim Verabschieden. Zuerst der Piekser im Labor (Hb 7,5 / Leuko 3,20 / Thrombo 263), dann gehe ich zur Station 10. Die Werte werden eingetragen und Schwester I. bringt mich zum EKG. Es ist alles o.k., also muss ich nur noch ein Zimmer beziehen. Ich &uuml;berbr&uuml;cke die Wartezeit, indem ich Frau Dr. Langanke aufsuche, um mir einen &Uuml;berweisungsschein f&uuml;r die anschlie&szlig;ende Bestrahlung ausstellen zu lassen. Leider ist ihre Zeit se<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">hr begrenzt un</span>d ich kann nur eine Frage loswerden. F&uuml;r mich ist es sehr schwierig, die passende Gelegenheit zu finden, um in einem Gespr&auml;ch meine Probleme zu besprechen. W&auml;hrend der Chemotherapie bin ich nur auf meine K&ouml;rperreaktionen bedacht und kann mich schlecht auf andere Sachverhalte konzentrieren, die Schwestern k&ouml;nnen nur bedingt Auskunft geben und die Assistenz&auml;rztinnen sind &uuml;beraus besch&auml;ftigt. Ich muss gestehen, dass ich in der vergangenen Behandlungszeit der Chemotherapie nur einmal um einen Gespr&auml;chstermin gebeten habe, der ist mir auch gew&auml;hrt worden. Also, wenn ich etwas m&ouml;chte, dann muss ich schon Initiative zeigen.<br />Das Zimmer 31 ist vorgesehen und ich treffe bekannte Patientinnen von der letzten Therapie. Zum Gl&uuml;ck wird mir die Entscheidung zwischen Bett oder Stuhl &uuml;berlassen. Zufrieden richte ich mich im Bett ein. Es ist das letzte Mal! Assistenz&auml;rztin W. sticht den Port an. Es ist das letzte Mal! Sie erkundigt sich nach der Arbeit an der Homepage und berichtet &uuml;ber das Patientenforum im Mai. Toll, bestimmt werde ich diesen Gedankenaustausch zwischen Patienten und Medizinm&auml;nnern/frauen auch nutzen. <br />Meine Bettnachbarin bekommt Besuch, ebenfalls eine Krebspatientin, auch deren Mann ist an Krebs erkrankt (Schicksale!). Es entwickelt sich eine interessante Frage - Antwort - Situation. Begierig nehme ich alle Informationen auf, die von Betroffenen weitergegeben werden k&ouml;nnen. Ich muss noch intensiver das Er - Nach - Ausfragen lernen. <br />H. kommt f&uuml;r einen Kurzbesuch vorbei und bringt die ersten Schneegl&ouml;ckchen aus dem Garten mit. Ich hoffe, sie wei&szlig;, wie wichtig mir diese Besuche immer sind - danke! <br />Aus der Mittagssuppe suche ich mir f&uuml;nf kleine M&ouml;hren heraus, vielleicht ist es gut, wenn der Magen eine Verdauungsaufgabe hat. Das Wechseln der Flaschen geht sehr z&uuml;gig, so kann ich Andreas telefonisch mitteilen, dass er mich gleich nach der Schule abholen kann. Frau Dr. R. ersetzt eine Infusion und erkundigt sich nach unserem Befinden. Ich m&ouml;chte wissen, ob es M&ouml;glichkeiten gibt, die &Uuml;belkeit st&auml;rker zu unterdr&uuml;cken. Wir unterhalten uns, sprechen &uuml;ber die nachfolgende Bestrahlung, die Blockade der Hormonbildung, auch &uuml;ber die Operation der Eierst&ouml;cke. Nach und nach bekomme ich eine deutlichere Vorstellung f&uuml;r meinen weiteren Behandlungsweg. Gegen die &Uuml;belkeit erhalte ich noch eine zus&auml;tzliche Infusion sowie Tabletten (Emend), Tropfen (MCP) und Z&auml;pfchen (VomexA) f&uuml;r zu Hause. &Uuml;ber dieses einf&uuml;hlsame Gespr&auml;ch habe ich mich sehr gefreut.<br />Andreas "genie&szlig;t" mit mir Tropfen f&uuml;r Tropfen aus der letzten Infusionsflasche. Gemeinsam &uuml;berrumpelt uns die &Uuml;belkeit. Der Port wird versiegelt. Schwester M. k&uuml;mmert sich f&uuml;rsorglich um uns. Ich komme nicht so richtig auf die Beine und brauche jetzt sofort die Brechschale. Da sind die f&uuml;nf M&ouml;hren wieder und mir ist immer noch so schlecht. Schwester M. bietet mir die Nacht im Krankenhaus an, doch Andreas und ich ben&ouml;tigen unbedingt frische Luft. Langsam verlassen wir das Krankenhaus. Die letzte Chemotherapiegabe ist &uuml;berstanden, warten wir, was der Abend, die Nacht und die n&auml;chsten Tage bringen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-25T05:49:15+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-46</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-46</guid><content:encoded><![CDATA[Zweiter Versuch! Ich kann nicht mehr schlafen, im Traum sagte man mir gerade, dass ich jetzt gehen soll. Tr&auml;ume - ich tr&auml;ume, tr&auml;ume, tr&auml;ume. Angeblich tr&auml;umt man in jeder Nacht, doch viele Traumgeschehen hatte ich am n&auml;chsten Tag schon wieder vergessen. Seit der Chemotherapie verarbeite ich "tr&auml;umerisch" mein bisheriges Leben und kann am Morgen die Traumerlebnisse in Einzelheiten nacherz&auml;hlen. Einige habe ich auf Zettel kurz notiert, andere werde ich nie vergessen und wenn ich dann einmal Zeit und Lust habe, schreibe ich sie alle in mein Traumbuch (I. hat mir eine sehr sch&ouml;nes Exemplar am Anfang meiner Krebserkrankung geschenkt). Jetzt bin ich froh, dass ich wach bin, ich will sehr munter sein - endlich. Den Zeitpunkt kann Andreas allerdings nicht verstehen. Da muss er durch, denn diesmal lag ich lang genug im Bett.<br />Nachdem Felix am Freitag fahren musste, hatte ich das Wochenende und den Montag noch, um mich auf die letzte Chemotherapie vorzubereiten. Es ist immer wie ein langgezogener Count-down. Man m&ouml;chte die meist unbeschwerte Zeit auskosten, noch etwas erleben, sich wohl f&uuml;hlen und aktiv sein. Ich habe ausgiebige Spazierg&auml;nge unternommen, viel gelesen, dann auch geb&uuml;hrend gegessen, mit Bekannten gefeiert, telefoniert, einige Mails geschrieben - mich bewusst f&uuml;r die n&auml;chste Zeit von all diesen T&auml;tigkeiten verabschiedet. <br />Am Montag musste ich noch einmal ins Labor ( Hb 7.2 / Leuko 2.7 / Thrombo 322(?) ), obwohl sich bis  Dienstag an den Werten bestimmt nicht viel &auml;ndern wird. Wenn die Rechnungen aus dem Labor kommen, sch&uuml;ttele ich den Kopf. In der letzten Woche sind drei Briefe mit je drei wei&szlig;en B&ouml;gen Papier (Rechnung, Duplikat, Zahlungsanweisung) &uuml;ber einen Betrag von 3,62 &euro; gekommen. Kann man hier nicht &ouml;konomischer arbeiten? Ich bin Krebspatienten, muss im Monat 5-6 - mal ins Labor, um die Blutwerte regelm&auml;&szlig;ig kontrollieren zu lassen, eine Sammelrechnung w&uuml;rde Geld sparen. Oder spricht man bei einer Krebsbehandlung nicht &uuml;ber Einsparungen? Jedenfalls nicht &uuml;ber so kleine Betr&auml;ge. Wenn die Chemotherapie abgeschlossen ist, ich alle Rechnungen bekommen habe, dann bin ich auf den Endbetrag gespannt. <br />Unterbrechung! <br />Ich muss sofort ins Bett, mir ist sooooooo &uuml;bel.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-24T17:59:39+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-45</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-45</guid><content:encoded><![CDATA[Ich m&ouml;chte versuchen, meine Gedanken zu ordnen und aufzuschreiben. Leider ist es noch nicht so weit, denn mir ist schon wieder schlecht. Vielleicht morgen. Der Geduld geht es nicht besser.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-17T09:58:32+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-43</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-43</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Ich bin so traurig. Felix muss heute wieder fahren und Abschied nehmen ist erdr&uuml;ckend. Mein Herz tut weh, der Hals wie zugeschn&uuml;rt und Tr&auml;nen stehen mir st&auml;ndig in den Augen. Ich bin einfach seelenwund - der See ohne Abfluss l&auml;uft &uuml;ber. Dabei sind die Worte von Immanuel Kant so wahr: <br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; ">Leuchtende Tage - weine nicht, dass sie vor&uuml;ber, sondern l&auml;chle, dass sie gewesen.<br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Felix schl&auml;ft noch.</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; "><br /></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Ich wasche, b&uuml;gele und flicke die Sachen, suche Kleinigkeiten zusammen und verarbeite meine Traurigkeit, nehme mit jedem St&uuml;ck ein wenig Abschied. Lieber jetzt, damit es mich am Nachmittag nicht so &uuml;berw&auml;ltigt. Es tut so verdammt weh!</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-16T22:32:12+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-42</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-42</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Ich w&uuml;nsche mir Zeit (</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><a href="../page5/page5.html" rel="self">Ich w&uuml;nsche dir Zeit</a></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">) - ich habe jetzt Zeit! Darum diese f&uuml;nf Tage Schreibpause. Viele Ereignisse waren in diesen Tagen bedeutsam, f&uuml;r die ich mir Zeit nahm. Wir waren bei lieben Freunden zu besuch, Freunde waren bei uns und ich habe E., eine liebe Freundin, im Volkshaus getroffen.</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; "> "Gute Freunde sind ideal f&uuml;r unsere Gesundheit."</span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "> (Dr. Irwin Sarason) Ja, dies stimmt wirklich. Ich genie&szlig;e diese unbeschwerte Atmosph&auml;re, das Quatschen, ihre F&uuml;rsorge, gemeinsames Essen und Trinken, unser Dasein - Normalit&auml;t.<br />Am Sonntag ist Felix gekommen. Ein Mutterherz freut sich, wenn viertelj&auml;hrlich das Kind zu Hause ist. Ich war daheim, war pr&auml;sent und konnte meinen Sohn verw&ouml;hnen. Interessant war seine Reaktion auf meine Glatze. Nur seine Augen konnten sprechen: "Ja, Mutti, du bist krank, ich sehe es jetzt auch." Vorsichtig gingen wir miteinander um. So b&uuml;gelte er seine Sachen selbst, r&auml;umte auf, streichelte mir &uuml;ber den Arm, ich durfte ihn dr&uuml;cken und wir f&uuml;hrten l&auml;ngere Gespr&auml;che, waren gemeinsam in der Stadt. Fr&uuml;her war ich unzufrieden, wenn ich am Abend auf ihn warten musste oder er tags&uuml;ber schlief. Ich habe es sehr genossen, zu wissen, dass er im Zimmer nebenan schl&auml;ft oder sp&auml;t bzw. fr&uuml;h noch kommt. Er wird an dieser Lebenssituation wachsen, so wie unsere Mutter - Kind - Beziehung auch.<br />Am Montag war ich beim Hautarzt , denn ich wollte das massenhafte Erscheinen von Leberflecken abkl&auml;ren. 10 Minuten warten - 5 Minuten Untersuchung - 1 Minute Verabschiedung: "Es gibt Zeiten, da treten Leberflecke h&auml;ufiger auf. Es ist alles o.k.!"<br />Dienstag ist immer Laborzeit. Die Werte (Hb 6.6 / Leuko 1.8 / Thrombo 141) veranlassten die erneute Untersuchung am Donnerstag (Hb 6.6 / Leuko 2.5 / Thrompo 159). Mit diesen Werten muss ich am Montag zum Test, damit ich dann am Dienstag die letzte Chemotherapie bekommen darf.<br />Wir haben an zwei Abenden Bewerbungen f&uuml;r das n&auml;chste Schuljahr geschrieben. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann hat Andreas das Meiste verfasst. Mir fiel es unheimlich schwer zu formulieren, dass ich eine engagierte schwerbehinderte  Lehrerin bin, die sich um eine Stelle in NRW bewirbt. <br />Oh, das Leben ist eine gro&szlig;e B&uuml;hne und ich wei&szlig; noch nicht, ob ich Schauspieler oder Zuschauer sein m&ouml;chte.<br />Mir geht es gut, ich freue mich &uuml;ber die Zeit.<br />Andreas ist immer f&uuml;r mich da. Ich muss/m&ouml;chte ihm einen extra Tag widmen!<br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-11T22:37:02+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-41</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-41</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Ich brauche am Morgen wirklich meine Zeit, um den Tag zu begr&uuml;&szlig;en und aktiv zu werden. Ob es nun daran liegt, dass ich nicht zwingend aufstehen muss, es am Morgen h&auml;ufig noch dunkel ist oder mein Kreislauf signalisiert, einstweilen l&auml;uft er noch nicht hochtourig. Aus diesen Gr&uuml;nden habe ich eine Kuschellesestunde im Bett entwickelt. Danach kann ich dann entweder eine Stunde Walken oder Joggen oder Gymnastik&uuml;bungen absolvieren. Manchmal muss ich mich schon &uuml;berwinden, doch meistens bereitet es mir Freude. Ich kann dann meinen K&ouml;rper sp&uuml;ren, mich mit ihm unterhalten, anschie&szlig;end f&uuml;hle ich mich immer wohler. Entweder runde ich meine sportlichen Bet&auml;tigungen mit Entspannungs&uuml;bungen oder dem </span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><a href="../page5/page5.html" rel="self">Sonnengru&szlig;</a></span><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "> ab. Heute ist es die Gymnastik, die mich aufmuntert. Die Haushaltsaktivit&auml;ten am Samstag fallen nicht so umfangreich aus, Andreas korrigiert und ich lese. Die Schule, die sonst so wichtig f&uuml;r mich war und einen Gro&szlig;teil meiner Lebenszeit eingenommen hat, r&uuml;ckt mehr und mehr in den Hintergrund. Wird sie noch mehr an Bedeutung verlieren, je l&auml;nger ich zu Hause bin? Welchen Stellenwert wird sie einnehmen, wenn ich wieder gesund bin? Andreas ist ein wichtiger Verbindungsmann und auch die Telefonate mit meinen Kollegen sind bedeutsam. Ich bin zurzeit keine aktive Arbeiterin in der gro&szlig;en Fabrik namens Schule, eher eine Beobachterin, die Interesse am Produktionsgeschehen hat, doch nicht eingreifen kann, nach so langer Zeit auch nicht mehr m&ouml;chte. Wenn ich heute die Aktivit&auml;ten von Andreas beobachte, die ja auch meine Aktivit&auml;ten vor der Erkrankung waren, dann staune ich, was wir so alles am Tage geschafft haben - schaffen mussten. Hinterfrage ich gerade meinen Beruf? Ja! Ich wollte schon immer P&auml;dagogik studieren und bin auch nach 19 Jahren noch gern Lehrerin. Es ist/war nicht meine t&auml;gliche Arbeit, die mich unzufrieden sein l&auml;sst, nein, die Schulpolitik gerade in den letzten Jahren. Jeder ma&szlig;t sich an, in unsere Arbeit reinzureden. Es geht doch gar nicht mehr um die Bildung und Erziehung von Kindern. Der Begriff "Fabrik" ist schon bewusst gew&auml;hlt- Schule ist ein Insolvenzunternehmen. Bei dieser Kurzsichtigkeit der "Bestimmer" werde ich unheimlich w&uuml;tend. Gewinne ich der Krankheit etwas positives ab und betrachte meine Arbeitsauszeit als die M&ouml;glichkeit, das bisher gelebte Leben zu hinterfragen. Arbeit und darin Best&auml;tigung zu finden, ist sehr wichtig. Sie bildet jedoch nur einen Teil meines Lebensbaumes. Ich stelle mir mein Leben wie einen Baum (dar&uuml;ber werde ich sp&auml;ter einmal schreiben) vor, vielleicht liebe ich deswegen die B&auml;ume so. Ein anderes Teilst&uuml;ck des Baumes bin ich selbst. Ich stehe jetzt, bedingt durch die Krankheit, im Mittelpunkt. Ich bin wichtig. Warum? Weil der Krebs wichtig ist, Beachtung fordert. KREBS oder ICH? ICH oder KREBS? Durch den / Mit dem Krebs bin ich erst wichtig. ? NEIN! So darf es &uuml;berhaupt nicht sein! Wo ist mein Selbstwertgef&uuml;hl? Damit w&uuml;rde ich ja alle Menschen missachten, f&uuml;r die ich auch ohne Krebs wichtig war und bin. Zum Gl&uuml;ck gibt es sie!</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-10T23:57:04+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-40</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-40</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Ein Tag mit vielen Erlebnissen, da fehlt mir glatt die Zeit, um dar&uuml;ber nachzudenken, ob es mir gut oder schlecht geht. Also geht es mir gut! <br />Meine Joggingrunde gestern war ern&uuml;chternd. Dass ich nicht in topp Form bin, habe ich gewusst und trotzdem bin ich entt&auml;uscht. Nach nicht all zu langen Laufstrecken musste ich eine Gehpause einlegen. Ich habe nur mit Anstrengung atmen k&ouml;nnen. Fr&uuml;hling - wenn es doch endlich w&auml;rmer werden w&uuml;rde, trockene Wege, dann k&ouml;nnte ich auch kontinuierlicher laufen. Heute kann ich wieder nur im Zimmer herumhopsen. <br />Gegen Mittag fahren wir zum Einkaufen und dann kommt auch schon K., er wird mit Andreas am Computer arbeiten. Wir sitzen gerade bei einem sp&auml;ten Mittagessen, als es klingelt. P&uuml;nktlich, mit vielen gesunden Dingen ( Obst, Wein, Saft, Kuchen, Gem&uuml;se) in den H&auml;nden, begr&uuml;&szlig;en uns meine Geschwister, I. und Mutti. Ich freue mich, denn am Nachmittag wollen wir gemeinsam ins Gewandhaus, um uns die Highlights aus weltbekannten Musicals anzusehen. Jetzt geht das Mittagessen in ein lustig quasselndes Kaffee trinken - Kuchen essen &uuml;ber. Diese Stunden genie&szlig;e ich. Unser letztes Zusammensein waren die anstrengenden Stunden nach der Chemotherapie. Die sind f&uuml;r alle Beteiligten wirklich abschreckend. Mein Bruder verfrachtet alle Frauen ins Auto und f&auml;hrt in die Stadt. Wir g&ouml;nnen uns 2 1/2 Stunden Musikvergn&uuml;gen. Anschlie&szlig;end gehen wir ins Panorama -Restaurant, staunen &uuml;ber den herrlichen Ausblick und kr&ouml;nen unser Beisammensein mit einem leckeren Men&uuml;. Alle plaudern ganz ungezwungen, dabei kann ich fast vergessen, dass ich krank bin. Nur ab und zu verrutscht mein Kopftuch. Da ist er wieder - KREBS! Vielleicht ist es ja das letzte Mal, dass wir so zusammen sein k&ouml;nnen. Denken die anderen das jetzt auch? Mir ist beim Verabschieden ganz elend - wie immer. Eine gute Heimfahrt w&uuml;nsche ich.<br />F&uuml;r mich ist der Tag noch nicht zu Ende. In der MB gibt es einen Ausscheid f&uuml;r junge Musikbands, dort treffe ich Andreas. Wir wollen gemeinsam f&uuml;r die Black Wings die Daumen dr&uuml;cken. Eine interessante Atmosph&auml;re. Wie viele Jahre ist es wohl schon her, dass ich eine vergleichbare Veranstaltung miterlebt und mich nicht so alt gef&uuml;hlt habe? Es ist unfair und gemein, mit meinen Augen, den Augen einer Krebskranken, in die Augen der jungen M&auml;dchen zu blicken und zu wissen, dass in 15 Jahren bestimmt einige mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert werden. Ich m&ouml;chte es ihnen sagen - jetzt - sofort, dass sie Achtsam sein sollen. Sie w&uuml;rden es mir ver&uuml;beln, dass ich ihre Unbek&uuml;mmertheit untergrabe.<br />L&auml;rm und Zigarettenqualm vertrage ich im Moment nicht so gut und als Andreas meint, dass wir jetzt gehen k&ouml;nnen, bin ich nicht b&ouml;se. Bevor wir nach Hause fahren, g&ouml;nnen wir uns ein M&ouml;venpickeis. Holunderbeereneis habe ich noch nie im Leben gegessen. Vielleicht sollte man jeden Tag eine Besonderheit erleben.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-09T12:00:20+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-37</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-37</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Meine erste Laufrunde im Schnee, ich m&ouml;chte es wieder versuchen. Nach den beiden Wander- / Walkingrunden gestern und vorgestern, die schon anstrengend waren, wird das Joggen eine echte Herausforderung. Bange machen gilt nicht, denn es ist die bew&auml;hrteste Gelegenheit zum Nachdenken. <br />Das Gespr&auml;ch mit Frau Dr. Neubauer besch&auml;ftigt mich noch, ich muss zu einigen Sachverhalten erst noch eine eigene Einstellung entwickeln. Die Tatsache, dass die Technik, die Ger&auml;te, die Apparate das Gewebe darstellen k&ouml;nnen, allerdings nicht so genau, so eindeutig, dass jeder Radiologe eine 100% Diagnose stellen kann, also die Krebszellen erkennt, beunruhigt mich sehr. Das Entdecken von krankhaften Erscheinungen ist abh&auml;ngig von der F&auml;higkeit eines Menschen. Hat er gerade einen guten oder eher einen schlechten Tag. Ich wei&szlig; es ja, kann es trotzdem nicht fassen. Die Verantwortung, die Mediziner jeden Tag tragen, muss erdr&uuml;ckend sein - oder eine g&ouml;ttliche Herausforderung. Im Nachhinein muss ich Frau B.M. in der Radiologie sehr dankbar sein, dass sie mich nach der zweiten Mammografie nicht gehen lassen hat, sondern nochmals in meine Kabine kam, ihrem Bauchgef&uuml;hl vertraute und eine weitere Untersuchung vornahm und danach auf Verdacht (?) die Biopsie durchf&uuml;hrte. So wurde zuf&auml;llig mein Krebs erkannt. H&auml;tte er nicht schon vor einem Jahr aufgesp&uuml;rt werden k&ouml;nnen? Was w&auml;re anders? Er h&auml;tte kein Jahr zum Wachsen gehabt und die Lymphdr&uuml;sen w&auml;ren vielleicht noch nicht befallen und ... . Es ist jetzt m&uuml;&szlig;ig dar&uuml;ber nachzudenken. Ich vertrauen nicht mehr blindlings. Auch &Auml;rzte sind Menschen, keine Maschinen und Menschen machen Fehler. Doch in der Medizin k&ouml;nnen Fehler zum Tode f&uuml;hren. Es w&auml;re genial, wenn alle Mediziner den Patienten ihre 100% Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Dies entbindet uns allerdings nicht von der Eigenverantwortung f&uuml;r unser Leben. Leicht gesagt, nach der Diagnose Krebs habe ich nicht an Selbstverantwortung gedacht. Mit jedem Lebenstag mehr werde ich versuchen, mich im Kampf gegen den Krebs einzubringen. W&uuml;nschenswert w&auml;re, wenn Mediziner und Patienten sich gegenseitig respektieren und gemeinsam den Weg ins Leben gehen. </span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-08T22:40:07+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-36</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-36</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; ">Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch zum 95. Frauentag!<br /><br /></span><strong><img class="imageStyle" alt="natur (3)" src="http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files//page2_blog_entry36_1.jpg" width="100" height="90"/></strong><span style="font:13px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; "><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-07T23:48:46+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-35</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-35</guid><content:encoded><![CDATA[Schnee, Schnee, Schne<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">e und noch keine Fr&uuml;hlings</span>boten. Eigentlich sieht es drau&szlig;en wundersch&ouml;n aus und diejenigen, die nicht zur Arbeit m&uuml;ssen, sollten den Winter in seiner Sch&ouml;nheit genie&szlig;en. Ich ziehe meine Wanderschuhe an und bin f&uuml;r eine Stunde im Winterwald verschwunden. Frische Luft, Sonne und Bewegung k&ouml;nnen meinem K&ouml;rper nur gut tun. Die Gymnastik verschiebe ich auf tr&uuml;be Zeiten.<br />Ich werde noch ein Brot backen, dieses Mal ein s&uuml;&szlig;es, au&szlig;erdem Joghurt mitnehmen, denn heute Abend ist das Treffen der Selbsthilfegruppe. Um 18.30 Uhr ist der Gespr&auml;chskreis mit der Psychologin Frau Piskazeck und gegen 19.30 Uhr eine Diskussionsrunde mit Frau Dr. Neubauer zum Komplex Radiologie. Zuerst muss ich ins Labor, um die Blutwerte zu kontrollieren. Hier wundert man sich &uuml;ber mein sp&auml;tes Erscheinen, auf der Station war es abgesprochen, doch St. zwickt meinen Finger und erdr&uuml;ckt vorsichtig einige Tropfen Blut (Hb 6,8 / Leuko 2,9 / Thrombo 207) - normal. Ich gehe gleich zur Bibliothek, vielleicht kann ich noch beim Vorbereiten helfen. <br />Viele neue Gesichter sehe ich in der Runde. Obwohl ich erst zum zweiten Mal hier sitze, f&uuml;hle ich mich schon ein wenig heimisch. Es ist die liebenswerte Art von A., die alle freundlich empf&auml;ngt und Ber&uuml;hrungs&auml;ngste gar nicht aufkommen l&auml;sst. Frau Piskazeck, die Psychologin, f&uuml;hrt durch die ersten Gespr&auml;chsrunde. Wir werden aufgefordert von unserer Krankengeschichte und  der Kontaktaufnahme zur Selbsthilfegruppe zu erz&auml;hlen. Ich h&ouml;re aufmerksam zu und finde,dass wir alle ein &auml;hnliches Schicksal haben. Betroffenheit, Angst und Besorgnis sind in unserem Kreis deutlich zu sp&uuml;ren. Ich wei&szlig; nicht, ob dies so beabsichtigt ist / war. Ich wei&szlig; auch nicht, was ich erwartet habe. Wohlgef&uuml;hlt habe ich mich nicht, obwohl ein Zusammengeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl zu sp&uuml;ren war. Rege Gespr&auml;che werden in der Pause gef&uuml;hrt und die Atmosph&auml;re wird lockerer.<br />Frau Dr. Neubauer spricht anschlie&szlig;end &uuml;ber die vielf&auml;ltige T&auml;tigkeit in der Radiologie und die Schwierigkeiten in der Diagnostik. Viele Fragen werden gestellt, die sie ausf&uuml;hrlich, kompetent und zur Zufriedenheit aller beantwortet. Gegen 21.45 Uhr hat jeder dann seine pers&ouml;nlichen Gespr&auml;chspartner gefunden und wir tauschen unsere Gedanken aus. Ich spreche noch &uuml;ber meine Homepage und bin ganz sch&ouml;n aufgeregt. A. stellt zum Ansehen den Computer zur Verf&uuml;gung. Ich w&uuml;rde mich freuen, wenn wir diese M&ouml;glichkeit nutzen w&uuml;rden, um engeren Kontakt zu finden. Viele Gedanken und Eindr&uuml;cke begleiten mich auf den Weg nach Hause. Ich freue mich auf unseren n&auml;chsten gemeinsamen SHG-Abend und bestimmt hat jemand Mut, nach dem Lesen des Tagebuches, in das G&auml;stebuch einzuschreiben. ]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-06T10:34:44+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-31</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-31</guid><content:encoded><![CDATA[Es ist 6.00 Uhr, Andreas muss aufstehen, ich kann es heute noch nicht. Als er sich um 7.00 Uhr von mir verabschiedet, habe ich tief geschlafen, m&ouml;chte aber jetzt unbedingt wach bleiben. Ich lese im Buch von Ursula Goldmann-Posch: Der Knoten &uuml;ber meinem Herzen <a href="(Lekt&uuml;reempfehlung)" rel="self">(Lekt&uuml;reempfehlung)</a>. Nach einer Stunde muss ich aufh&ouml;ren. Mir ist sogar im Bett kalt, ich habe Angst, Angst vor meinem Krebs. Ich erinnere mich an die Einleitungsworte: "Dies ist weder ein Trost- noch ein Beruhigungsbuch. Es soll Nebenwirkungen haben." Die hat es, ich muss jetzt sofort aufstehen und mich bewegen. Meine liebe Schwester hat mir zum Gebutstag eine CD mit auserw&auml;hlten Liedern gebrannt. Jeder Titel ist eine Botschaft, erfasst und nimmt mich auf eine Reise in die Vergangenheit mit. Ich kann tanzen, meine Gedanken treiben von einer Erinnerung zur n&auml;chsten. Was haben wir nicht alles gemeinsam erlebt(?) Da waren viele tolle Konzerte, unsere erste Liebe, Motorradfahrten, die Geburten der Kinder, Studienerlebnisse, Disco, Urlaubszeit, Streit und Vers&ouml;hnung, Feiern, Freunde, Diskussionsn&auml;chte. Oh, ich m&ouml;chte keine Gemeinsamkeit missen, ich brauche dich. Du bist ein Teil meines Lebens!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-05T17:19:52+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-30</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-30</guid><content:encoded><![CDATA[In dieser Nacht habe ich durchgeschlafen, bis um 7.00 Uhr, ist in den letzten N&auml;chten nicht m&ouml;glich gewesen. Aufstehen m&ouml;chte ich derzeit nicht, denn auch Andreas schl&auml;ft noch. Ich lese und dann rutsche ich kuschelnd auf die andere Seite. Ein angenehmes Gef&uuml;hl, die W&auml;rme als Geborgenheit zu empfinden. Erst um 9.00 Uhr genie&szlig;en wir unser schon bekanntes Sonntagsfr&uuml;hst&uuml;ck und ich esse mit Appetit. Danach unternehmen wir bei Sonnenschein einen laaaaaangen Spaziergang. Frische Luft, Bewegung und wir k&ouml;nnen zwanglos reden - Zweisamkeit versp&uuml;ren. Am Nachmittag muss Andreas Stunden vorbereiten und ich arbeite an der Homepage. &Uuml;ber ermunternde Zuspr&uuml;che zur Gestaltung der Page habe ich mich gefreut. Sch&ouml;n, dass mich der Alltag wieder hat.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-04T21:23:56+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-29</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-29</guid><content:encoded><![CDATA[Schule, wir fahren in die Schule, denn heute ist bestimmt die beste Gelegenheit. Zum Tag der offenen T&uuml;r kann ich dem Schulalltag mit Stress und Hektik entgehen und trotzdem Schulatmosph&auml;re erleben. Eine M&ouml;glichkeit, mich pers&ouml;nlich f&uuml;r die lieben m&uuml;ndlichen und schriftlichen Gr&uuml;&szlig;e, die Zuwendungen, die Telefonate und das Mitempfinden zu bedanken. Ich bin aufgeregt, es wird viele Fragen geben. Wie werden die Kollegen reagieren und wie begegnen mir die Sch&uuml;ler? <br />Tuch oder Per&uuml;cke? Nein, die Per&uuml;cke hatte ich noch nie auf, mit dem Tuch f&uuml;hle ich mich sicherer. Sie wird immer ein Fremdk&ouml;rper bleiben. Andreas hatte schon beim Kauf seine Bedenken ge&auml;u&szlig;ert und Recht behalten, sie passt nicht zu mir - nicht zu meiner Nat&uuml;rlichkeit. Die brauche ich in den n&auml;chsten Stunden und eine Menge Selbstbewusstsein. Mit gemischten Gef&uuml;hlen betrete ich meine Schule. Schon im Lehrerzimmer werde ich mit freundlichem "Hallo" begr&uuml;&szlig;t, H&auml;nde sch&uuml;tteln und feste Umarmungen folgen.  Ein herrliches Ph&auml;nomen folgt: "Wie geht es dir?" "Gut siehst du aus!" Ich brauche also nicht zu antworten, m&ouml;chte ich auch nicht wirklich. Deshalb bin ich nicht hier. Ich m&ouml;chte nicht erkl&auml;ren, warum man bei einer lebensbedrohlichen Krankheit gut aussehen kann. Unsere gemeinsame Freude, dass ich in der Schule bin, steht im Mittelpunkt. <br />Bin ich wirklich seit vier Monaten nicht mehr hier gewesen? Ich empfinde mich als Besucher. S. und L., zwei meiner ehemaligen Sch&uuml;lerinnen, stehen in der T&uuml;r. Wir dr&uuml;cken uns und plaudern ganz ungezwungen. Ein Gef&uuml;hl von Wohlsein breitet sich in mir aus und begleitet mich w&auml;hrend des Rundganges. Mit viele Kollegen und Sch&uuml;lern komme ich ins Gespr&auml;ch, auf Grund ihres zug&auml;nglichen Verhaltens verliert sich meine Unsicherheit. Schimi ist wieder Schimi. Als ein Sch&uuml;ler mich ganz interessiert fragt, warum ich denn schon so lange nicht mehr in der Schule war, konnte ich mit fester Stimme antworten: "St., ich habe Brustkrebs." <br />Nach drei Stunden, in denen ich mich wohl f&uuml;hlte, fahren wir wieder nach Hause. Geschafft bin ich, jedoch innerlich gest&auml;rkt. Diese Erfahrungen sind ein bedeutendes Mosaiksteinchen auf dem Weg zur Gesundheit.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-03T22:13:03+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-28</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-28</guid><content:encoded><![CDATA[Andreas hat es geschafft, ich bin wieder Autobesitzer. Mann oh Mann, war das ein Tag! F&uuml;r mich nicht so sehr, eher f&uuml;r den Mann. Alles verlief f&uuml;r mich ganz in Ruhe, sch&ouml;n langsam, bitte keine hektischen Bewegungen, denn &Uuml;belkeit und Schwindelgef&uuml;hle bestimmen meine Aktivit&auml;ten. Ich war sogar f&uuml;r eine Stunde an der frischen Luft. Mein neues Auto schnupperte nicht nur frische Luft, sondern auch Wind und viel Schnee. Andreas holte aus Sonneberg den KIA Picanto und erk&auml;mpfte dann den Heimweg. Bei den Witterungsverh&auml;ltnissen war es eine echte Herausforderung f&uuml;r Auto und Fahrer. Jetzt bin ich stolz und kann es gar nicht so richtig verstehen, denn eigentlich wollte ich ja gar kein neues Auto. Es war eine Aktivit&auml;t von Andreas, die seine Zuneigung mir gegen&uuml;ber zum Ausdruck bringt. Er konnte endlich etwas f&uuml;r mich tun, endlich selbst etwas bewegen. Ich soll Freude empfinden und eine Erleichterung im Umgang mit Allt&auml;glichkeiten (Auto fahren z&auml;hle ich dazu). Zufrieden und gl&uuml;cklich betrachten wir am Abend den kleinen Schwarzen. Jetzt freue ich mich und dar&uuml;ber freut sich Andreas.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-03-02T18:27:15+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-27</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/mar-2006#unique-entry-id-27</guid><content:encoded><![CDATA[Da bin ich wieder und freue mich, dass das Schreiben m&ouml;glich ist. Drei Tage brauche ich nach jeder Chemotherapie, um wieder aktiv im Leben zu stehen. <br />Am 28.02., gegen 8.00 Uhr sa&szlig;en wir angespannt im Auto, ich fast n&uuml;chtern, denn das Fr&uuml;hst&uuml;ck schmeckte mir schon nicht mehr. Andreas versuchte, mich wenigstens durch ein belangloses Gespr&auml;ch zu ermuntern - vergebens. Alle Gedanken und Empfindungen drehten (im wahrsten Sinne des Wortes) sich um die Chemotherapie. "Stine, du musst aussteigen!" Andreas weckte mich aus meiner Lethargie. "Noch zweimal, du schaffst es wieder!" Ich muss ja und doch f&auml;llt es mir jedes Mal schwerer. Zuerst ins Labor. Nach dem ersten Anstechen lief das Blut nicht gen&uuml;gend - noch ein Piks. Die Werte sind niedrig (Hb 7,2 / Leuko 2,9 / Thrombo 234), doch f&uuml;r die Gabe der Chemotherapie ausreichend. Freundlich empfing mich Schwester M. auf der Station. Das Zimmer 30 sollte mich f&uuml;r mehrere Stunden beherbergen, drei Betten und eine Mittpatientin. Beim EKG war keine Wartezeit, so ging ich gleich zur Bibliothek, um ausgeliehene B&uuml;cher abzugeben. Mit A. konnte ich herrlich plaudern &uuml;ber die Therapie, das Leben, die Selbsthilfegruppe und die Homepage. Schnell verging die Zeit und auf der Station warteten sie schon auf mich. Das Anstechen des Portes ist f&uuml;r mich immer sehr schmerzvoll - aushalten. Nun lag ich wieder angeleint im Bett - Tropfen - Tropfen - Tropfen. Tief durchatmen! Zum Lesen hatte ich keine Lust, nachdenken wollte ich. Mittagessen, zum Gl&uuml;ck kam A. und wollte mit mir &uuml;ber die Homepage reden. Flaschenwechsel! H. besuchte mich am Nachmittag. F&uuml;r all ihre Besuche w&auml;hrend der Chemotherapie bin ich so dankbar. Zwischenzeitlich rief Andreas an und ich konnte ihm mitteilen, dass es diesmal nicht so lange dauern w&uuml;rde. Schwester M. k&uuml;mmerte sich sehr intensiv um alle Patientinnen. Mir war schlecht, selbst das tiefe Einatmen half wenig, der Geschmack &auml;nderte sich und das Sprechen fiel schwer. Alle Flaschen waren leer, der Port versiegelt und Andreas stand in der T&uuml;r. Ich konnte aber nicht aufstehen, mir war so elend. Meine Bettnachbarin meinte, dass ich es der Schwester mitteilen solle. Die Schwester war etwas aufgebracht, ich h&auml;tte es schon eher sagen k&ouml;nnen, denn nun war der Port schon versiegelt. Au&szlig;erdem m&uuml;sste sie erst die &Auml;rztin fragen. Es gab Z&auml;pfchen. Ich wollte nur nach Hause. F&uuml;r den Notfall habe ich immer eine T&uuml;te in der Tasche. Wir fuhren noch am Bahnhof vorbei, dort wartete schon meine liebe Schwester. Ich war so froh, als ich sie sah. Sie blickte allerdings etwas erschrocken. Meine gelbgr&uuml;ne Gesichtsfarbe war keine aufmunternde Begr&uuml;&szlig;ung. ZUHAUSE! Die Couch mit W&auml;rmedecke und mein wei&szlig;er Eimer, den ich noch am Abend zweimal benutzte, waren jetzt die besten Freunde. Geschafft - guten Nacht! <br />01.03. - Andreas musste zur Schule und C. k&uuml;mmerte sich liebevoll um mich. Beim W&auml;scheb&uuml;geln (f&uuml;nf Stunden) konnten wir uns unterhalten. Wir merkten deutlich, dass wir in den letzten Jahren viel zu wenig Zeit f&uuml;reinander hatten. Nur wir zwei Schwestern im regen Gedankenaustausch. Auch den Donnerstag (02.03.) verbrachte ich fast ausschlie&szlig;lich auf meinem Lager und freute mich &uuml;ber die leichte Besserung meines Zustandes. Am Mittag konnte ich dann Kartoffelbrei und Spinat essen - C. war begeistert. Drei Tage lang die uneingeschr&auml;nkte Liebe meiner Schwester zu sp&uuml;ren, war wundersch&ouml;n. Ich danke ihr daf&uuml;r.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-27T23:38:47+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-26</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-26</guid><content:encoded><![CDATA[Der Alltag hat uns wieder, die Ferien sind vorbei, Andreas muss zur Schule und um 6.00 Uhr aufstehen. Ich bleibe bis um 7.30 Uhr im Bett, dann m&ouml;chte ich die Zeit heute intensiv nutzen, denn morgen nach der Chemotherapie bin ich f&uuml;r die n&auml;chsten drei Tage handlungsunf&auml;hig. Also werde ich alles ganz bewusst zelebrieren. Die Gymnastik l&auml;nger und mit Musik durchf&uuml;hren, beim Duschen den Wasserstrahl auf der Haut sp&uuml;ren, w&auml;hrend des Fr&uuml;hst&uuml;ckens lesen, den Duft der frischen W&auml;sche bemerken, die neuen Eintr&auml;ge auf der Homepage speziell bearbeiten, mit meiner Mutti 45 Minuten telefonieren, die Bettw&auml;sche wechseln, f&uuml;r Andreas das Mittagessen liebevoll zubereiten. Da ist er schon, die Zeit vergeht zu schnell. Weitere Besonderheiten sind: Andreas kauft f&uuml;r mich ein neues Auto, wir schauen uns einen Film zum vierten Mal an, eine Mail von G. berichtet &uuml;ber die Nebenwirkungen von Taxotere, eine Sch&uuml;lerin schreibt mir einen netten Brief und schenkt mir ein Kaleidoskop (habe ich schon als Kind gemocht), H.,R.,C.,D rufen an und sagen, dass sie morgen an mich denken werden. Ich danke euch und habe trotzdem Angst.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-26T23:01:23+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-23</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-23</guid><content:encoded><![CDATA[Sonntagsfr&uuml;hst&uuml;ck, <br />Sonntagslekt&uuml;re, <br />Sonntagsgespr&auml;che, <br />Sonntagscomputerarbeit, <br />Sonntagsruhe, <br />Sonntagshausarbeit, <br />Sonntagsspaziergang, <br />Sonntagstelefonate, <br />Sonntagsabendbrot, <br />Sonntagsfilm, <br />Sonntagsgedanken.<br /><br />Ich habe heute noch eine Mail - Nachricht erhalten, die mich ersch&uuml;ttert hat. Karoline Erdmann (<a href="../page3/page8/page8.html" rel="external">siehe Lekt&uuml;reempfehlung</a>) ist gestorben.<br /><br />" Guten Tag Cerstin, ich habe gerade Ihren Beitrag auf der Homepage von Karoline gesehen und muss Ihnen leider mitteilen, dass sie Anfang Februar verstorben ist.&nbsp;Im Oktober letzten Jahres hatte sie pl&ouml;tzlich massive R&uuml;ckenschmerzen und man entdeckte, dass sie Metastasen des Krebses hatte. Ihr blieb nur noch der Abschied. Ihre Abschiedsfeier war eine wunderbare Zusammenstellung von Musik, Lesungen, Gedichte, die sie selbst noch gestaltet hatte. Ihre Familie, ihr Tanzpartner und viele FreundInnen nahmen auf dem Freiburger Hauptfriedhof &nbsp;teil.&nbsp;Mit den besten W&uuml;nschen&nbsp;Ingrid Fr&ouml;lich    Eine Freundin von Karoline"]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-25T20:26:46+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-20</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-20</guid><content:encoded><![CDATA[Ein ganz ruhiger Samstag. Ein wenig im Haushalt wirtschaften, Essen zubereiten, W&auml;sche sortieren, Blumen pflegen, im Internet lesen und telefonieren. Es gibt Situationen, z.B. die erste Zeit nach der Chemotherapie, da k&ouml;nnte ich das Telefon verfluchen und es gibt Tage, z.B. diesen Sonnabend, da freue ich mich &uuml;ber jeden Anruf oder telefoniere selbst. Ein fr&ouml;hliches Gespr&auml;ch mit meinen Eltern f&uuml;hrt mich wieder durch die Dorfidylle und l&auml;sst Kindheitserinnerungen wach werden. Es gibt f&uuml;r mich, so lange ich Kind bin, immer nur ein Zuhause. Ein Gef&uuml;hl von Angenommensein, Geborgenheit und Liebe verbinde ich mit ihnen. Sie sind Mutter und Vater, Freunde, Ratgeber, Zuh&ouml;rer, Vertraute, Begleiter und sind immer f&uuml;r uns, ihre Kinder, da - immer. Wenn ich einen Teil dieser Empfindungen an meinen Sohn weitergeben kann, dann f&uuml;hle ich mich in der Mutterrolle wohl. Die Sorge und das Mitf&uuml;hlen bestimmen unsere Gespr&auml;che zurzeit. Mit meiner Schwester bespreche ich ihr Kommen am Dienstag, wenn ich meine f&uuml;nfte Chemotherapie bekomme. Ich freue mich auf C., sie wird bei mir sein, wenn es mir nicht so gut geht. R. ruft an, sie ist aus dem Winterurlaub zur&uuml;ck und erkundigt sich nach meinem Befinden. Am Abend kann ich mit Felix telefonieren. Ich f&uuml;hle mich gleich viel besser, wenn es ihm auch gut geht. Ihm geht es gut.<br />Wir trinken Wein, Andreas spielt auf dem Klavier. Es ist sch&ouml;n, dass wir alle miteinander verbunden sind.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-24T18:01:41+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-16</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-16</guid><content:encoded><![CDATA[Meine erste Handlung am Morgen: Die Bilder m&uuml;ssen auf die Homepage. Es dauert keine 10 Minuten und ich schaue mir zufrieden die Fotos an. Toll! Ein freundlicher Morgen folgt  einem unangenehmen Abend. Wir m&uuml;ssen zur Blutwertkontrolle ins Labor und anschlie&szlig;end zur Station 10, um meine Chemotherapieentscheidung mitzuteilen. Ich habe mich entschieden. Keine neuen Nebenwirkungen und keine l&auml;ngere Therapie sollen mich &auml;rgern. Das &Auml;rzteteam wird schon verantwortungsbewusst mit ihrer Wahl der Chemotherapie im Kampf gegen meinen Krebs umgegangen sein. Ich muss/m&ouml;chte vertrauen. Ganz sicher bin ich mir nicht. Es wird sich ja erst in einigen Jahren zeigen. Die Blutwerte sind etwas besser (Hb 6,7 / Leuko 2,2 / Thrombo 176), doch die Gabe der Chemotherapie ist noch nicht sicher. Am Montag m&ouml;chte ich nicht noch einmal zur Kontrolle, dann richte ich mich lieber auf einen langen Dienstag ein. Als ich der Schwester M. meine Entscheidung mitteile, nimmt sie dies mit den Worten zur Kenntnis: " Dies ist ganz allein ihre Entscheidung, ich rede da nicht rein." Ich wei&szlig;. Dann soll ich mich auf die Waage stellen. Also lohnte das Gespr&auml;ch mit der Chef&auml;rztin Frau Dr. Langanke. Trotzdem war ich in diesem Moment &uuml;berrascht und verunsichert. Ich habe immer noch ein gest&ouml;rtes Verh&auml;ltnis zu Personenwaagen. Nur meine Jacke konnte ich ausziehen und musste dann auf die Waage treten. 53 kg - damit waren Schwester M. sehr zufrieden. Ich ??<br />Die Sonne scheint, ich habe die Augen geschlossen und genie&szlig;e auf der R&uuml;ckfahrt das Licht und die W&auml;rme. Am Nachmittag k&ouml;nnen wir nun endlich unseren langen Spaziergang antreten. Der Wind bl&auml;st kalt ins Gesicht. Gut, dass wir uns von der Sonne nicht haben t&auml;uschen lassen und jetzt die dicken Wintersachen tragen. Die Gespr&auml;chsthemen drehen sich nat&uuml;rlich um Autos und Chemotherapien. Erst nach einer Weile hat die frische Luft auch unsere Gedanken neu belebt. Mit einem hei&szlig;en Kakao kommt Zuhause die Behaglichkeit. Andreas wird wohl am Abend noch lange vor dem Computer sitzen und nach einem neuen Auto f&uuml;r mich suchen. Viel Spa&szlig;!<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-23T00:00:00+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-15</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-15</guid><content:encoded><![CDATA[Heute werden wir einen ganz langen Spaziergang unternehmen, vielleicht auch nach Naumburg fahren, um uns dort den Dom anzusehen. Ja, keine Termine oder andere Verpflichtungen, wir k&ouml;nnen einfach gehen oder fahren, ganz egal wohin.<br />Vormittags sitzen wir vor dem Computer, arbeiten, lesen, gestalten, probieren .... . Andreas hatte schon vor l&auml;ngerer Zeit vorgeschlagen, den Twingo zu verkaufen und ein kleines Auto mit Servolenkung zu erstehen. Doch ich kam bis jetzt mit meinem Auto gut klar, fuhr fast t&auml;glich meine Strecken. War es wirklich notwendig? Zwar standen Werkstattkontrollen, T&Uuml;V, Frontscheibenwechsel an. Doch ein neues Auto daf&uuml;r? Andreas meinte, es w&auml;re ein Versuch, das Auto &uuml;ber das Internet zu verkaufen. Kaum war dieser Versuch in die Tat umgesetzt, klingelte das Handy. Ich fasse es nicht! Innerhalb einer Stunde gab es 5 bis 6 Angebote. Mein Twingo war so gut wie verkauft. Andreas wollte mich beruhigen und fuhr mit mir zu verschiedenen Autoh&auml;usern. Beruhigt war ich dadurch nicht. Im Gegenteil! Kopfschmerzen stellten sich ein und ich f&uuml;hlte mich &uuml;berrumpelt. Wir wollten spazieren gehen. Am Nachmittag stand fest, dass ein potenzieller K&auml;ufer sich mein Auto ansieht. Nun war es so. Andreas will, dass es mir gut geht, dass ich mich freue. Es ist unserer Situation geschuldet: Jetzt das Leben genie&szlig;en. Ich sitze wieder vor dem Computer und versuche, Bilder auf die Homepage zu platzieren. Gedanklich bin ich nicht so richtig bei der Sache. Ich entwickele eine innere Beziehung gegen&uuml;ber Gegenst&auml;nden, die mir helfen, den Alltag zu meistern. Mein Auto war mir ein n&uuml;tzlicher Partner gewesen. Am Abend r&auml;umte ich alle pers&ouml;nlichen Dinge aus und verabschiedete mich. Dies ging mir viel zu schnell. Um 21.00 Uhr f&auml;hrt mein Twingo ohne mich auf der Autobahn. Lange arbeitete ich noch an der Homepage. So gegen 23.45 Uhr war ein Ende abzusehen, die Bilder ausgesucht, Texte geschrieben, nur noch ver&ouml;ffentlichen. Was jetzt? Der Bildschirm ist nur noch wei&szlig;. Gesichert? Nat&uuml;rlich nicht! Tr&auml;nen stehen mir in den Augen. F&uuml;r heute reicht es. Ich muss ins Bett!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-22T23:08:07+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-10</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-10</guid><content:encoded><![CDATA[Das Wetter: Regen, Wind, K&auml;lte - tr&uuml;b, grau, diesig - legt sich aufs Gem&uuml;t. Fr&uuml;hling w&auml;re sch&ouml;n, mit allen Sinnen genie&szlig;en: Sonne, Blumen, V&ouml;gel - warm, hell, duftend. Wo und wie tanke ich Gl&uuml;ckshormone? Sport ist im Moment f&uuml;r mich nur im Zimmer m&ouml;glich, also &ouml;ffne ich das Fenster und starte beschwingt in den Tag. Andreas albert mit herum, so wirkt alles schon viel entspannter. Telefonieren ist auch gut. Freundliche Worte schmeicheln der Seele. Meine Familie ist immer f&uuml;r mich da. Auch mit Bekannten l&auml;sst es sich herrlich quatschen. Am Abend wollen D. und D. kommen. Ich werde ein Brot backen. Frisches Brot, K&auml;se, Oliven und Wein bei Kerzenschein mit netten Freunden, das muss so sein. Jetzt geht es mir wieder gut, meine Gl&uuml;ckshormone breiten sich aus, der Kontakt zur Au&szlig;enwelt ist hergestellt, ich habe ein Ziel und Andreas hat mich lieb. So gut geht es oft den Gesunden nicht. Mir verbleibt noch einige Zeit zum Arbeiten an der Homepage.<br />Es wird ein angenehmer und langer Abend. Wir vier erz&auml;hlen und diskutieren, auch &uuml;ber Krebs, Therapie, Befindlichkeiten...,  bis 0.30 Uhr, dann m&ouml;chte ich nur noch ins Bett und schlafen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-21T23:59:14+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-9</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-9</guid><content:encoded><![CDATA[Auch dieser Tag ist fast zu Ende - die Zeit vergeht so schnell - viel zu schnell - Lebenszeit! Was beinhaltete heute meine Lebenszeit? Neben Allt&auml;glichkeiten, die wunderbar sein k&ouml;nnen, waren das Labor, die Werte und das Gespr&auml;ch auf der Station die wichtigsten Begebenheiten. Meine Blutwerte sind nicht sehr gut (Hb 6,7 / Leuko 1,8 / Thrombo 134), aber es ist kein Unwohlsein dabei. Jedoch wird in dieser Situation keine Chemotherapie gegeben und ich muss zur erneuten Kontrolle am Freitag erscheinen. Bevor wir (Andreas ist mit - sehr beruhigend!) die Station verlassen, f&uuml;hren wir ein ausf&uuml;hrliches Gespr&auml;ch mit Schwester M.. Sie ist sehr nett und h&ouml;rt sich meine Bedenken zum Wechsel der Chemotherapie an, informiert mich &uuml;ber Nebenwirkungen und r&auml;umt die M&ouml;glichkeit ein, dass ich mich am Freitag noch einmal mit der &Auml;rztin unterhalten kann. Ich bin zwar noch keinen Schritt in meiner Entscheidungsfindung weiter, habe aber Zeit zum Nachdenken und Recherchieren gewonnen. Daf&uuml;r bin ich sehr dankbar. Nun m&ouml;chte ich nur noch schnell diesen Ort verlassen. Kopfschmerzen und &Uuml;belkeit stellen sich ein, wenn ich das Krankenhaus betrete - die Psyche spiel mit mir.<br />Meine Internetanfragen bei <a href="mailto:pinnwand@inkanet.de" rel="self">pinnwand@inkanet.de</a> war auch erfolgreich. A., die meine Anfrage im Forum gelesen hatte, schrieb mir ganz lieb zur&uuml;ck und auch vom Patiententelefon sind viele Informationen zum Nachlesen gesendet worden. Toll, dass ich diese M&ouml;glichkeiten alle nutzen kann. Vielleicht kann auch ich irgendwann einmal meine Erfahrungen weiter geben und so schnell helfen.<br />Am Abend kam T. noch zu uns und sorgte f&uuml;r lustige Zerstreuung.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-20T22:00:35+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-3</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-3</guid><content:encoded><![CDATA[Ein verregneter Tag, grau, kalt, diesig - also muss es gem&uuml;tlich Zuhause sein. Wir lachen allerdings bei unseren gymnastischen &Uuml;bungen schon, so dass gar keine schlechte Laune aufkommt. Zum Fr&uuml;hst&uuml;ck bei Kerzenschein f&uuml;hlen wir uns wohl, plaudern und schauen "Fr&uuml;hst&uuml;cksfernsehen". Ja, man staune - ich besonders! Wir haben einen kleinen tragbaren Fernseher-DVD-Player gekauft. Er steht auf dem Tresen und wird im wahrsten Sinn des Wortes angesehen. Wie gestalten wir denn den Tag so? Eine wichtige Aufgabe wird die Homepage sein. Die andere Aufgabe das Suchen nach Informationen &uuml;ber den Wirkstoff Docetaxel. Bis morgen muss ich mich n&auml;mlich entscheiden, welche Chemotherapie ich am 28.02.2006 erhalten soll. 4X habe ich die Standardchemotherapie FEC bekommen und sie mit &Uuml;belkeit und Erbrechen ertragen. ABER: "<span style="font:12px Verdana, serif; ">Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass Frauen, die mit dem modernen Krebsmedikament Taxotere (Wirkstoff Docetaxel) behandelt wurden, um 32 Prozent seltener einen R&uuml;ckfall erlitten als Patientinnen, die eine Standardtherapie mit herk&ouml;mmlichen Medikamenten erhielten. Bei Frauen, die einen nur geringen Befall der Lymphknoten hatten, stieg die &Uuml;berlebenschance um mehr als 50 Prozent an." (</span><span style="font:12px Verdana, serif; "><a href="http://www.gesundheit.de" rel="external">http://www.gesundheit.de</a></span><span style="font:12px Verdana, serif; ">) ????????? Wof&uuml;r entscheide ich mich nun? Die Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Docetaxel auftreten, sind umwerfend. Lesen, lesen - Informationen sammeln. Wir gehen trotz des Schneeregens eine Stunde nach drau&szlig;en. Frische Luft und Bewegung sind gut. Andreas meint, dass es auch vorteilhaft sein kann, wenn man wei&szlig;, was passiert. Er erinnert an das Gespr&auml;ch mit Frau Dr. Langanke. Aber entscheiden soll ich selbst. Muss ich auch. Ich werde morgen, wenn ich ins Labor muss, noch einmal das Gespr&auml;ch mit Schwester A. suchen und dann entscheiden.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-19T21:30:09+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-2</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-2</guid><content:encoded><![CDATA[Wenn jede Stunde sehr intensiv genutzt wird, das muss nicht immer mit Aktivit&auml;t verbunden sein, dann vergeht die Zeit besonders schnell. Es sind genau 24 Stunden vergangen und ich sitze wieder vor dem Computer und schreibe meine Tagebuchaufzeichnungen. War es Leben, was die Zeit f&uuml;llte? Nat&uuml;rlich! Nach vier Stunden Schlaf in der Nacht waren wir putz munter. Erst unterhielten wir uns um 4.00 Uhr und dann haben wir eine Stunde gelesen, bis mir doch noch die Augen zufielen. Andreas konnte dann sogar noch l&auml;nger schlafen, er ist erst gegen 9.30 Uhr aufgestanden, da hatte ich schon meine Gymnastik absolviert. Das Sonntagsfr&uuml;hst&uuml;ck ist das Fr&uuml;hst&uuml;ck in der Woche. Bei frischen Br&ouml;tchen und einem weichen Ei lassen wir so richtig die Seele baumeln, quatschen, planen, philosophieren ... Die Arbeit an der Homepage war heute nicht so produktiv, viele technische Details musste ich erfragen und konnte die Seiten noch nicht gestalten. Kleine Schritte f&uuml;hren auch zum Ziel, man muss nur gehen. Am Nachmittag waren wir eingeladen und haben nette Stunden im "Andreas-Familien-Kreis" verbracht. Das Thema Krebs wurde von I. angesprochen. Ich sah die Betroffenheit in den Gesichtern und merkte, wie aufmerksam uns zugeh&ouml;rt wurde. Mir geht es heute gut, ich bin fr&ouml;hlich und genie&szlig;e die Zeit, so konnte ich unbefangen alle Fragen beantworten. Es kam keine bedr&uuml;ckende Stimmung auf und ich wollte nicht im Mittelpunkt stehen. Au&szlig;erdem war heute nicht der Zeitpunkt und es waren auch nicht die Personen, mit denen ich tiefe Gespr&auml;che f&uuml;hren wollte. So waren wir alle dankbar, als ein neues Thema gefunden wurde. Es ist schon interessant, dass ich durch die Krankheit bereits einiges gelernt habe. Ich lasse mich nicht zu Sachen dr&auml;ngen, die ich nicht will. Heute wollte ich nicht &uuml;ber Krebs reden.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2006-02-18T21:30:27+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-0</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/feb-2006#unique-entry-id-0</guid><content:encoded><![CDATA[21.30 Uhr eigentlich bin ich schon wieder m&uuml;de. Mein K&ouml;rper verlangt sehr h&auml;ufig nach Schlaf. Doch heute m&ouml;chte ich diese Homepage noch ins Netz stellen. Carpe diem!<br />Andreas hat schon seit Tagen gedr&auml;ngelt, doch ich konnte mich nicht so richtig durchringen. Sollte ich wirklich einen Teil meines Lebens so f&uuml;r alle zug&auml;nglich machen? Auf der anderen Seite m&ouml;chte ich unbedingt mit Betroffenen in Kontakt treten, sie so kennen lernen und etwas &uuml;ber ihre Erfahrungen lesen. <br />Der heutige Tag hat nur darauf gewartet, etwas Neues zu beginnen. Die Sonne weckte uns - Licht, Helligkeit in der ganzen Wohnung. Das Aufstehen fiel nicht schwer, Fenster auf und tief ein - und ausatmen. Herrlich! Jetzt noch einige sportliche &Uuml;bungen, damit der Kreislauf munter wird und ich nicht ganz meine Beweglichkeit verliere. An vielen Tagen ist es mir nicht m&ouml;glich sportlich aktiv zu sein. 11 Tage nach der 4. Chemotherapie geht es mir jedoch gut und ich m&ouml;chte diese Zeit wirklich nutzen. Bei unserem Fr&uuml;hst&uuml;ck (Obst und M&uuml;sli) besprechen wir den heutigen Tag. Andreas arbeitet am Computer und k&ouml;nnte mir bei der Gestaltung der Homepage (alle technischen Arbeiten) helfen. Also ran an die Arbeit! Der Zeitpunkt f&uuml;r einen langen Spaziergang wird auch vom Wetter mitbestimmt. Am Nachmittag scheint die Sonne und wir lassen uns den noch recht kalten Wind ins Gesicht wehen. Wir reden &uuml;ber die n&auml;chsten Entscheidungen, die anstehen, z.B. &uuml;ber den Wechsel der Chemotherapie (morgen mehr dazu). Ich f&uuml;hle mich erfrischt und setze mich wieder vor den Computer. Es bereitet mir Freude auch wenn mir das Schreiben nicht so leicht f&auml;llt. Andreas liest mit, korrigiert, stellt ein. Auch das Abendbrot bereitet er vor. Ich schaue mir die einzelnen Seiten an und freue mich, dass ich doch schon einiges geschafft habe. Morgen arbeite ich weiter.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-12-24T09:38:51+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2005#unique-entry-id-137</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/dec-2005#unique-entry-id-137</guid><content:encoded><![CDATA[8.00 Uhr - wir sind wach und in der K&uuml;che wird schon das Fr&uuml;hst&uuml;ck hergerichtet - ein heiliger Tag in der Familie soll es werden. Felix schl&auml;ft noch tief und fest, auch A. hat mit dem Aufstehen so seine Schwierigkeiten. Doch diese Mahlzeit ist in Hornhausen immer sehr sch&ouml;n, weil dort die Zeit ihren Platz mit hat. Liebevoll wird der Tisch gedeckt, in Ruhe gegessen und viel erz&auml;hlt. Danach beginnt die Hausarbeit - jeder bekommt seine Aufgabe. Wir fahren noch zum Einkaufen nach Oschersleben, meine Eltern bereiten den Nachmittag und Abend vor, da f&uuml;r viele Stunden die Familie zusammen und versorgt sein m&ouml;chte. Am Mittag ist auch Felix wach und hilft mit. Dann sucht er eine Mitfahrm&ouml;glichkeit f&uuml;r den 25. nach M&uuml;nchen &uuml;ber das Handy. Alles schl&auml;gt fehl, auch A. sucht - beide liegen im Flur auf dem Boden. Viele Absagen! Schlecht von Felix organisiert und von mir vorhergesehen, da ich bereits in Leipzig sagte, dass er eine M&ouml;glichkeit suchen solle. Je eher um so besser. <br />Gegen 16.00 Uhr treffen alle Gro&szlig;familienmitglieder zum Kaffeetrinken ein und der Trubel beginnt. In diesem Jahr werde ich seit langer Zeit nicht mit in die Kirche gehen. Ich habe dar&uuml;ber nachgedacht und meine, dass ich auch ZUHAUSE beten kann. Mutti, C., I., J. und der L&uuml;tte gehen gegen 17.30 Uhr und sind um 19.00 Uhr sehr verfrohren zur&uuml;ck. S. hat in der Zwischenzeit ihren Auftritt ge&uuml;bt und ich das Frikassee vorbereitet. 19.30 Uhr kommen die Weihnachtsmannfrau und der Wichtel zur Bescherung. Mutti hat alles wunderbar vorbereitet und alle merken, dass sie zusammengeh&ouml;ren - zusammen hier her geh&ouml;ren - eine Familie sind. M&ouml;gen wir noch sehr lange dieser Gemeinschaft angeh&ouml;ren und Kraft sowie Geborgenheit erhalten. S. und J. sind unschlagbar in ihrer Rolle und bereiten uns viel Freude. Selbst J. kommt mit einem langen Gedicht (C. meint immer, er kann es nicht.) der Weihnachtsatmosph&auml;re nach. Alle werden reichlich beschenkt. Das wichtigste Geschenk, was jeder besonders an diesem Abend vergibt und auch bekommt ist die LIEBE. Die Liebe der Eltern f&uuml;r ihre Kinder, die  Liebe der Kinder f&uuml;r ihre Eltern, die Geschwisterliebe, die Partnerliebe und das jeweils &uuml;ber zwei Generationen. Es ist der Heilige Abend!<br />Wir essen Abendbrot, trinken, erz&auml;hlen, h&ouml;ren zu, spielen und verabschieden uns gegen 23.00 Uhr. Bevor die Kerzen erl&ouml;schen, sitze wir, A. F. und ich, noch in der Stube und unterhalten uns ganz lieb. Jetzt ist wieder der Krebs bei uns, der f&uuml;r Stunden vergessen war und uns drei doch tief bewegt. <br />Ich habe euch alle sehr sehr lieb!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-20T17:15:08+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-143</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-143</guid><content:encoded><![CDATA[9.00 Uhr ich habe alle Sachen, die ich so im Krankenhaus brauchte gepackt. Eigentlich k&ouml;nnte ich gleich losmarschieren - einfach los und alle unangenehmen Dinge, die Krankheit, lasse ich im Krankenhaus zur&uuml;ck. Ist doch gut zu verstehen.<br />Die Visite muss ich wohl noch &uuml;ber mich ergehen lassen. Einige Fragen habe ich schon noch, kann sie auch kl&auml;ren.<br />10.00 Uhr Andreas holt mich ab! Endlich! ZUHAUSE!<br />I. und C. kommen am Nachmittag aus OC. Es geht mir gut und wir haben wirklich nette Stunden.<br />Alles ist angenehm und trotzdem muss ich mich auf die Couch legen. Und dann am Abend?<br />Ich kann baden - herrlich!<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-17T16:53:36+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-44</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-44</guid><content:encoded><![CDATA[Das Zusammentreffen mit J. zuf&auml;llig oder beabsichtigt, es ist genial. Wir verstehen uns auf Anhieb, quatschen, trauern und lachen gemeinsam, helfen uns gegenseitig und tauschen Erfahrungen aus. Wobei J. die Chemotherapie schon &uuml;berstanden hat, mir um Monate voraus ist und &uuml;ber erlebte Erfahrungen verf&uuml;gt. Von diesen Einsichten profitiere ich ungemein und frage, frage und frage. Ist es nicht eine interessante M&ouml;glichkeit, dass im Krankenhaus die Zimmerbelegung nicht nach der "Noch - Frei - Bett - Variante"  geschieht, sondern nach psychologischen Aspekten vorgenommen wird? Dies w&auml;re f&uuml;r das Wohlbefinden der Patienten w&uuml;nschenswert, ist jedoch im Alltag bestim<span style="font:12px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">mt unrealistisch</span>. Bei uns hat es geklappt.<br />Die Visite haben wir gut &uuml;berstanden, mein Heilungsprozess ist bestens, somit k&ouml;nnen die Dr&auml;nagen gezogen werden. Wie werden Schl&auml;uche gezogen? Unwissenheit und Angst vor Schmerzen verl&auml;ngern die Wartezeit. J. erkl&auml;rt mir den Ablauf. Schwester C. hat genau das richtige Gesp&uuml;r. Nach zweimaligem Einatmen und fast ohne Schmerzen bin ich die "Anh&auml;ngsel" los.<br />So kann ich meinen Besuch recht munter und frei empfangen. I. hat viele n&uuml;tzliche Utensilien mitgebracht. &Uuml;ber das Greifherz freue ich mich besonders. Frau Dr. Langanke kommt vorbei und teilt mir sehr ernst mit, dass der Befund da w&auml;re. Ich solle in einer halben Stunde zu ihr ins Behandlungszimmer kommen. J., A. und I. lenken mich ab. Dann ist es soweit und ich begebe mich nerv&ouml;s in das zweite Untergeschoss. Was erwarte ich? Der Krebs ist entfernt. Die Narben werden verheilen, ich werde wieder gesund. Bin ich zu naiv? Zum Gl&uuml;ck sitzen die Patienten so, dass sie nach drau&szlig;en blicken k&ouml;nnen. Vor 14 Tagen pl&auml;tscherte das B&auml;chlein noch vorbei und hat Gedanken weiter getragen. Jetzt sind es die grauen Steine, Bl&auml;tter und Staudengew&auml;chse, die beruhigen. Ich f&uuml;hle mich nicht so beengt, h&ouml;re aufmerksam zu, erkenne viele Begriffe vom Erz&auml;hlen und Lesen wieder. Mein Ged&auml;chtnis ist wie ein Sieb, nur Chemotherapie, Bestrahlung und Port bleiben fest haften. Ich verstehe oder lege mir zurecht, dass es ein "guter" Krebs ist. Das Wort "positiv" fiel auch nicht durch das Sieb. Gef&uuml;hle? Ich glaube in diesem Moment hatte ich keine. Vakuum! Ein wenig benommen trottete ich wieder zu meinem Zimmer. I. und J. erwarteten mich schon. Sie k&ouml;nnen meine Empfindungen so gut nachvollziehen.<br />Meine Fassung verliere ich erst am Nachmittag, als Andreas und meine Eltern kommen. Hemmungslos heule ich in Andreas Armen. Hilflos blicken meine Eltern. Wir brauchen ein wenig Zeit. Andreas findet die richtigen Worte und tr&ouml;stet uns drei. Abwechslung bringt der Besuch in der Cafeteria. Bei Kakao, Kaffe und Kuchen f&auml;llt das Erz&auml;hlen leichter. Mir geht es jetzt wieder besser und meine Eltern g&ouml;nnen uns eine kurze Zweisamkeit. Ganz fest halten wir unsere H&auml;nde und endlich l&ouml;st sich bei Andreas die lange Anspannung. Tr&auml;nen laufen &uuml;ber die Wangen. Seine Angst, Wut, Groll, Entr&uuml;stung, Verzweiflung und Besorgnis finden ein Ventil. Ich kann tr&ouml;sten und wei&szlig;, dass wir es gemeinsam schaffen werden.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-16T20:25:49+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-39</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-39</guid><content:encoded><![CDATA[Ich lese und lese und lese, "&Uuml;ber-Lebensbuch/Brustkrebs" und "Wieder gesund werden" <a href="../page3/page8/page8.html" rel="self">(Lekt&uuml;reempfehlung)</a>. Unterbrochen werde ich von der Physiotherapeutin, sie versucht, mit gezielten &Uuml;bungen die eingeschr&auml;nkte Beweglichkeit meiner rechten Seite zu verbessern. Diese M&ouml;glichkeit kommt mir sehr entgegen. Voller Elan beginne ich die vorgezeigten Armbewegungen zu erproben. Oh je, es sind nicht nur die Schl&auml;uche, die eine aktive Bewegung verhindern. Ich habe Schmerzen. Langsam, viel langsamer hebe ich die Arme, drehe die H&auml;nde, zappele mit den Fingern, beuge die Schultern. Die Therapeutin motiviert mich, geduldig jeden Tag zu &uuml;ben, dann kann ich auch den Pullover wieder schmerzfrei &uuml;ber den Kopf ziehen. <br />Am Nachmittag kommt Andreas und bringt meine Eltern mit. Nein, heulen will ich ganz bestimmt nicht - sie auch nicht - doch die Tr&auml;nen stehen uns in den Augen. Mutti ist ganz ernst und Vati so still, ganz fest dr&uuml;ckt er meine Hand. Sie staunen &uuml;ber die freundliche Krankenhausatmosph&auml;re und w&uuml;nschen, dass es mir gut geht. Die T&uuml;r geht auf und herein kommt eine neue Bettnachbarin. J. stellt sich vor und fragt, ob wir etwas dagegen h&auml;tten, wenn sie ohne Per&uuml;cke im Zimmer ist. Wir sind irritiert, eine herrliche Ungezwungenheit. Nein, nat&uuml;rlich haben wir nichts dagegen und schwups wandert die Per&uuml;cke in den Schrank. Die Besuchszeit vergeht viel zu schnell, traurig muss ich nicht sein, denn morgen sind alle meine drei Lieben nochmals bei mir. Am Abend wird J. noch operiert.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-15T16:50:25+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-38</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-38</guid><content:encoded><![CDATA[Die Nacht ist vorbei, alle Schl&auml;uche und Kan&uuml;len noch vorhanden, leichte Schmerzen in der Brust und im Arm - es geht mir gut. Das Waschen gestaltet sich schwierig, au&szlig;erdem habe ich die Waschlappen vergessen, so bleibt es bei der "Katzenw&auml;sche". Selbst das Putzen der Z&auml;hne kann nicht ausgedehnt werden, weil der rechte Arm schlapp macht und mit dem linken m&ouml;chte ich heute noch nicht &uuml;ben. Ersch&ouml;pft liege ich wieder im Bett und warte auf die Visite. Als die &Auml;rztinnen und Schwestern mit meiner Akte vor dem Bett stehen, bin ich aufgeregt. Das Brustj&uuml;bchen wird ausgezogen und siehe da, meine Brust ist noch vorhanden. Verklebt und abgedichtet sieht sie jetzt doch krank aus. Ich erkundige mich nach der Bedeutung der Schl&auml;uche, die in kleinen Flaschenkugeln enden. Es sind Drainagen, die das Wundsekret auffangen. Hat die Handkan&uuml;le noch eine Funktion? Nein, die kann gezogen werden. Toll, ein wenig Bewegungsfreiheit mehr. Jetzt interessiert mich nur noch die Entfernung der Spirale. Ich schaue in erstaunte Gesichter. Das hat man vergessen. Die Computer waren noch nicht umgestellt und ... . Jetzt bin ich auch erstaunt. Sie soll dann beseitigt werden, wenn der Port gelegt wird. Der Befund wird am Ende der Woche erwartet. T&uuml;r zu!<br />Meine Aufregung ist verschwunden und f&uuml;r zuk&uuml;nftige Visiten werde ich mir meine Fragen aufschreiben, damit ich nichts vergesse.<br />Ich freue mich auf das Mittagessen, muss allerdings erw&auml;hnen, dass ich Vegetarier bin. Frau M. organisiert dies. Bevor es soweit ist, kommt Frau V. von der F&uuml;hrsorge. Sie erkl&auml;rt mir, wie wichtig es ist, einen Antrag auf erstmalige Feststellung von Behinderungen auszuf&uuml;llen und einen Ausweis ausstellen zu lassen. Im Moment m&ouml;chte ich dar&uuml;ber &uuml;berhaupt nicht nachdenken. Ich werde mit Andreas sprechen, hoffentlich kommt er bald. Er hat dienstags so lange Unterricht und dann noch ins Krankenhaus. Ich warte! Nach dem Mittagessen kommt erst A., sie ist Bibliothekarin im Krankenhaus und hat von I. den Hinweis bekommen, mal bei mir vorbei zu schauen. So komme ich zu interessanter Literatur (siehe <a href="../page3/page8/page8.html" rel="self">Lekt&uuml;reempfehlung</a>) und einem sehr angenehmen Gespr&auml;ch &uuml;ber Brustkrebs. A. leitet auch noch die Selbsthilfegruppe im Krankenhaus und informiert mich dar&uuml;ber. F&uuml;r die Literatur bin ich dankbar, alles andere bleibt noch weit entfernt. H. steckt den Kopf durch die T&uuml;r. Ich freue mich und beide m&uuml;ssen wir schmunzeln, denn von der gestrigen Unterhaltung wei&szlig; ich fast nichts mehr. Andreas l&ouml;st H. ab und wir k&ouml;nnen lange zusammen sein, da ich allein im Zimmer bin. Die andere Patientin ist entlassen worden. Es gibt so viel zu berichten von meinem ersten bewussten Krankenhaustag.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-14T16:08:17+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-34</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-34</guid><content:encoded><![CDATA[Den Krankenhausalltag kann man recht schnell erlernen. Wecken um 6.00 Uhr, Fieber messen, Puls kontrollieren, alles in den Akten notieren, Betten richten, waschen, warten. Ich habe Durst, doch meine Aufregung ist st&auml;rker und wird die Zeit bis zur Operation &uuml;berbr&uuml;cken. Am Vormittag soll alles erledigt sein. Interessant ist dann die Visite. Vier bis sechs wei&szlig;, blau oder gr&uuml;n angezogene Frauen stehen im Zimmer. Alle sind sehr wichtig und so f&uuml;hle ich mich dann auch. Frau Dr. Langanke wird den Tumor aus meiner Brust entfernen, die Spirale ebenfalls. Warten. Die wei&szlig;en Thrombosestr&uuml;mpfe werden gebracht und ich ziehe mich um. Warten. Gegen 12.00 Uhr werde ich in meinem Bett zum OP gefahren. Von meinem Bett &uuml;ber ein warmes Laufband auf eine OP-Liege gerollt und in Empfang genommen. Ein Stimmengewirr schl&auml;gt mir entgegen: "Wer kommt jetzt?" "Was, Brust?" "Dieser sch... Computer, noch nicht umgestellt!" Der An&auml;sthesist fragt freundlich nach meinem Namen und sucht nach einer Vene im linken Arm. Ich gebe bei diesem Wirrwarr zu bedenken, dass nicht das rechte Bein sondern die Brust operiert werden muss. Wenn es angenehm warm wird, soll ich es sagen. Jetzt!<br />H. sitzt an meinem Bett und ein Sonnenstrahl scheint durch das Fenster, an mehr kann ich mich nicht erinnern. Erst als Andreas kommt, stehen mir schon wieder die Tr&auml;nen in den Augen. Ich habe keine Schmerzen, f&uuml;hle nichts, finde die Schl&auml;uche komisch und m&ouml;chte schlafen. Mir wird erkl&auml;rt, dass das dicke Kissen eine Unterlage f&uuml;r den rechten Arm ist. Es ist kalt, ich habe Durst und schlafe schon wieder. Andreas verabschiedet sich, er ist morgen wieder da. Ich hab dich lieb!]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-13T18:10:35+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-33</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-33</guid><content:encoded><![CDATA[Um 18.00 Uhr muss ich im Krankenhaus sein. Am Nachmittag beim Einpacken der Sachen laufen mir die Tr&auml;nen &uuml;ber das Gesicht. Ich f&uuml;hle mich so hilflos, so unheimlich traurig. Was braucht man im Krankenhaus? Ich habe schon so oft Taschen / Rucks&auml;cke gepackt, jedoch f&uuml;r fr&ouml;hliche Zeiten. Jetzt habe ich keinen Plan. Andreas redet mit mir, h&auml;lt mich fest und hat noch ideale Vorschl&auml;ge. Den Laptop werde ich mitnehmen. So kann ich lesen, Musik h&ouml;ren, Fotos ansehen, schreiben, Filme schauen. Es ist im Krankenhaus Abendbrotzeit, als wir bepackt und ich wie ein H&auml;ufchen Ungl&uuml;ck die Station 10 betreten. Wir m&uuml;ssen einen Moment warten, daf&uuml;r gibt es eine Sitzgruppe in der Fensterecke. Zu dieser Zeit sind wir, anders als am Freitag, die einzigen Patienten. Doch schon kommt eine freundliche Schwester, welche uns kurz die Stationsschwerpunkte erkl&auml;rt und mein Zimmer f&uuml;r die n&auml;chsten Tage zuweist. Ein Zweibettzimmer - warme Farbt&ouml;ne(orange/gelb), Bilder an den W&auml;nden, Tisch und St&uuml;hle vor dem Balkon, abgetrennter Waschbereich,  farblich passende Vorh&auml;nge und Spinte. Ich bin angenehm &uuml;berrascht - italienisches Flair im Krankenhaus. Doch eigentlich m&ouml;chte ich wieder mit nach Hause, auch wenn das Fensterbett f&uuml;r mich ist. Ich begr&uuml;&szlig;e meine Mittpatientin, stelle die Sachen ab und dann setzen wir uns in den Aufenthaltsbereich der blauen Abteilung. Sogar hier ist es angenehm: Tisch und St&uuml;hle nett zusammen gestellt, B&uuml;cherregal, Blumen und Gr&uuml;npflanzen. Das Abendbrot wird verteilt, auch ich werde gefragt, ob ich etwas essen m&ouml;chte. Nein, kein Verlangen. Mir kommt das Gesicht der K&uuml;chenfrau sehr bekannt vor. Nach einer Weile f&auml;llt es mir wieder ein. Frau M. ist die Mutter von Y., ehemalige Sch&uuml;lerin der Klasse, die ich zuerst in Leipzig als Lehrerin &uuml;bernahm. Wir freuen uns &uuml;ber unser Wiedererkennen und ein wenig Vertrautheit schleicht sich ein. Andreas muss allein nach Hause fahren. Ich bringe ihn noch mit ganz langsamen Schritten bis zum Eingangsbereich. Kein Wort kann ich mehr sagen, ganz fest halten sich unsere H&auml;nde, die Tr&auml;nen piksen wie kleine Steine in meinen Augen - auf Wiedersehen. Schwer f&auml;llt mir der Weg zur&uuml;ck, an der Kapelle vorbei, irgendwann werde ich sie betreten und beten, diesmal f&uuml;r mich. <br />Zuerst packe ich meine "Festhalter" - die Gl&uuml;cksbringer aus, dann die Sachen in den Schrank bzw. Nachtschrank und jetzt muss ich mich umziehen - fein sein f&uuml;r das Krankenhausbett. Kurze Gespr&auml;che mit meiner Mitbewohnerin, sie ist nett und wird morgen vielleicht entlassen. Die Schwestern verteilen am Abend Schlafpillen, ich bekomme noch eine andere Tablette und den Hinweis ab 24.00 Uhr nichts mehr zu trinken, da ich morgen operiert werde. Ja, morgen, bis dahin gibt es noch viele Stunden Nacht. Ich werde versuchen, nicht so lange nachzudenken, erholsam schlafen.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-12T17:48:00+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-32</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-32</guid><content:encoded><![CDATA[Ich nehme Abschied von einem Teil meiner "heilen" rechten Brust. Warum empfinde ich sie sch&ouml;ner als meine linke Brust? Klein aber fein. Nach der Operation wird es anders sein, daf&uuml;r werde ich dich mehr lieben. Alles Besondere fordert Aufmerksamkeit. <a href="../page9/page9.html" rel="self">Fotos</a> werden deinen "Normalzustand" festhalten.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-11T21:09:22+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-25</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-25</guid><content:encoded><![CDATA[ S. hat heute Geburtstag, die n&auml;rrische Zeit beginnt und f&uuml;r mich setzen die Vorbereitungen f&uuml;r die Operation im Krankenhaus ein. Dort soll mir geholfen werden und damit dies optimal wird, muss man meine k&ouml;rperliche Verfassung kennen. Andreas wird immer an meiner Seite sein, mich unterst&uuml;tzen, mich tr&ouml;sten, mich ermuntern, mit mir warten ... DASEIN. Ich bin so froh, dass ich nicht allein sein muss. Ein Blatt f&auml;llt vom Baum und da ist der Wind, der bl&auml;st und daf&uuml;r sorgt, dass das Blatt sanft landet. Danke! <br />Wir sind gegen 9.00 Uhr im St. Elisabeth - Krankenhaus, Station 10:<br />	- Aufnahmegespr&auml;ch mit der Schwester<br />												- Blutentnahme<br />												- EKG<br />												- Wiegen<br />												- Gespr&auml;ch mit einer &Auml;rztin und Untersuchung<br />												- An&auml;sthesiegespr&auml;ch<br />												- Gespr&auml;ch mit Frau Dr. Langanke<br />Nach f&uuml;nf Stunden konnten wir das Krankenhaus endlich verlassen. Unser Fazit: Wenn man so lange im Krankenhaus ist, dann f&uuml;hlt man sich krank.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-10T16:19:01+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-24</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-24</guid><content:encoded><![CDATA[Untersuchung in der Radiologisch-Nuklearmedizinischen Gemeinschaftspraxis am Johannisplatz. Einen Termin so schnell zu bekommen, war mit hartn&auml;ckigen Verhandlungen verbunden. Ich solle viel Geduld mitbringen, denn diese Untersuchungen werden den ganzen Tag andauern.  Es erfolgt das R&ouml;ntgen des Thorax in zwei Ebenen, die Sonografie des Oberbauches und die Knochenszintigrafie. Frau B.M. spricht mir gut zu und das R&ouml;ntgen sowie die Sonografie waren bald "abgearbeitet". F&uuml;r die Knochenszintigrafie wird  ein Radiopharmakon intraven&ouml;s verabreicht. Nach Injektion des radioaktiven Nuklids habe ich eine Wartezeit von 3 Stunden, in der ich viel trinken soll. In dieser Zeit bin ich nach Hause gefahren. Die Aufnahmedauer selbst betrug dann noch 45 Minuten. Am Nachmittag hatte ich dann alles &uuml;berstanden und wartete auf die m&uuml;ndlichen Befunde. Nach einer Dreiviertelstunde berichtet mir Frau B.M. mit einem L&auml;cheln im Gesicht, dass alles in Ordnung ist und &uuml;berreicht mir noch eine CD mit den Aufnahmen. Schriftlich geht der Befund dann an Frau Dr. Langanke mit folgendem Inhalt:  "Bei bekanntem Mammakarzinom rechts kaudolateral kein Anhalt f&uuml;r Leber-, Knochen- oder Lungenmetastasen." Ich bin einfach gl&uuml;cklich.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-09T22:12:51+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-22</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-22</guid><content:encoded><![CDATA[Auf Wiedersehen sagen, sich verabschieden von jemanden, den man lieb hat, f&auml;llt so schwer. <br />Ich bin traurig, weil ich wei&szlig;, dass wir uns lange nicht sehen werden.<br /><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; font-weight:bold; ">Wenn wir uns wiedersehen, werde ich ein anderer Mensch sein. Vielleicht nicht besser oder schlechter, aber anders. (D. Wieser)</span><span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span>Dies trifft f&uuml;r alle Menschen zu, f&uuml;r mich besonders, weil sich durch die zuk&uuml;nftigen Erlebnisse meine Pers&ouml;nlichkeit ver&auml;ndern wird. Bedingt durch die Krankheit werde ich mein bisheriges Leben &uuml;berdenken, mich mit mir selbst auseinandersetzen, eigene Wertvorstellungen hinterfragen. H&ouml;rt sich sehr spannend an. Daf&uuml;r brauche ich Zeit und Mu&szlig;e. Bei den vielen Terminen, die auf mich zukommen werden, wird es wohl noch ein wenig dauern, bis der Denkprozess einsetzen wird. Lange schaue ich meinem Sohn nach.<br />Am Nachmittag bin ich wieder in Leipzig und freue mich auf Andreas. Viele Kollegen haben an mich gedacht und mit Gr&uuml;&szlig;en, Karten, Gl&uuml;cksbringern, Kraftsymbolen mir ihre Anteilnahme ausgedr&uuml;ckt, Hilfe angeboten, Mut zugesprochen. Es ist ein sehr sch&ouml;nes Gef&uuml;hl, angenommen zu sein. Ein angenehmes Wiedersehen. Einige Telefonate werden gef&uuml;hrt, Termine vereinbart und diverse Angelegenheiten organisiert. Am Abend lese ich noch im Internet nach. <br />Meine Familie, Bekannte und Freunde wissen nun alle, dass ich Brustkrebs habe. Jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen. Ich auch! <span style="font:15px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span> <br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-08T11:22:02+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-21</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-21</guid><content:encoded><![CDATA[Felix muss zur Schule. Wir werden uns am Nachmittag in der Stadt treffen, durch die Gesch&auml;fte bummel, vielleicht eine Winterjacke oder Hose kaufen. In der Zwischenzeit kann ich einige "Muttiaufgaben" &uuml;bernehmen: Aufr&auml;umen, W&auml;sche waschen, B&uuml;geln, Einkaufen ... Es ist sehr beruhigend, etwas zu tun. Schnell vergeht die Zeit und ich fahre zum Ostbahnhof, unserem Treffpunkt. Das Unternehmen: Mutter und Sohn kaufen eine Winterjacke, gestaltet sich recht schwierig. Nach dem dritten oder vierten Versuch halte ich mich dann zur&uuml;ck und lasse Felix allein entscheiden. Es funktioniert und wir sitzen bei einem Glas Bier bzw. Ratler in einer gem&uuml;tlichen Gastst&auml;tte, freuen uns &uuml;ber die Jacke und reden &uuml;ber die Zukunft. Ich genie&szlig;e die Zweisamkeit. Am Abend unterhalten wir uns dann noch einmal &uuml;ber die Krankheit, haben jedoch keine pessimistischen Gedanken. Felix schl&auml;ft schnell ein, ruhig sind seine Atemz&uuml;ge und sie verbreiten eine entspannte Stimmung. Ich liege noch lange wach, denn bereits jetzt versuche  ich Abschied zu nehmen, damit es morgen fr&uuml;h, wenn Felix wieder zur Arbeit muss, mich nicht so sehr ber&uuml;hrt. Irgendwann, nachdem ich meine Hand auf seinen Arm gelegt habe, schlafe ich auch.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-07T22:47:36+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-19</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-19</guid><content:encoded><![CDATA[Mein letzter Schultag. Ich muss meinem Direktor mitteilen, dass ich Brustkrebs habe und f&uuml;r das n&auml;chste Halbjahr ausfallen werde.  Er ist ergriffen, zwei Kolleginnen in einem Jahr an Krebs erkrankt. Laut Statistik d&uuml;rften weitere Lehrer verschont bleiben (mein schwarzer Humor). Viele Kollegen und Kolleginnen nehmen Anteil, sprechen mir Mut zu und sind zuversichtlich, dass ich die Kraft haben werde, den Krebs zu besiegen. I. musste diesen Weg auch schon gehen, sie hat gek&auml;mpft und arbeitet jetzt wieder. S. kann es gar nicht fassen und muss gegen die Tr&auml;nen k&auml;mpfen.  Ich dr&uuml;cke und ermutige sie, an mich zu glauben. Keiner kann es sich vorstellen, wenn er mich so munter sieht, dass ich "richtig" krank bin. Als ich der Planerin mitteile, dass ich f&uuml;r l&auml;ngere Zeit ausfalle, meinte sie: "Kein Problem!" Auch gut. Schwer f&auml;llt es mir, mich f&uuml;r l&auml;ngere Zeit von meinen Sch&uuml;lern zu verabschieden. Ich nehme mir vor den Kontakt zu halten, wei&szlig;, dass es die anderen ebenfalls versuchen. Auch hier wird Andreas mir/uns helfen.<br />Ein Vorhaben werde ich heute noch ausf&uuml;hren. Ich werde gegen Mittag nach M&uuml;nchen fahren und Felix von meiner Krebserkrankung erz&auml;hlen. Dieses Thema will ich auf gar keinen Fall am Telefon er&ouml;rtern. Ich muss mein Kind dabei ansehen und ber&uuml;hren k&ouml;nnen, also auf nach M&uuml;nchen. Ich freue mich auf Felix.<br /><br />F&uuml;r die Fahrt nach M&uuml;nchen habe ich f&uuml;nf Stunden gebraucht, Stra&szlig;en in der Stadt wiedererkannt, den Weg gefunden und stehe stolz in der doch aufger&auml;umten Wohnung meines Kindes. Es ist noch Zeit, Felix wird erst gegen 23.30 Uhr kommen. F&uuml;r unser gemeinsames Abendbrot habe ich alles mit und bevor ich mit den Vorbereitungen anfange, setze ich mich in den Sessel und genie&szlig;e die Ruhe in dieser Umgebung. Charli springt auf meinen Scho&szlig;, rollt sich ein und l&auml;sst sich streicheln. Schon fast ein Jahr  lebt die Katze jetzt hier und ich h&auml;tte nicht geglaubt, dass sie eine so wichtige Rolle &uuml;bernimmt. So wie ich mich gefreut habe, dass  "jemand" in der Wohnung wartet, wird Felix es auch empfinden und sich nicht so einsam f&uuml;hlen. Er hatte sich damals richtig entschieden, es selbst organisiert. Stolz bin ich auf ihn. Mit 17 Jahren ist er nach M&uuml;nchen gekommen und hat eine Ausbildung als Koch begonnen. Mir krampft sich jetzt noch das Herz zusammen und ein dicker Klo&szlig; steckt in meinem Hals, wenn ich daran denke, dass er allein die Wohnung, den Haushalt, die Ausbildung, die Schule und den Umgang mit fremden Menschen managt. Die H&auml;lfte der Zeit hat er geschafft und auch f&uuml;r die folgenden Jahre will ich seine Mutter sein, die ihn unterst&uuml;tzt und hilft, ein selbstst&auml;ndiges Leben zu f&uuml;hren. Ich muss ihm erkl&auml;ren, dass ich krank bin, jedoch geheilt werde und immer f&uuml;r ihn da bin. Jetzt sorge ich erst einmal f&uuml;r eine nette Gespr&auml;chsatmosph&auml;re. Dann steht Felix in der T&uuml;r und wir sp&uuml;ren unsere Freude beim Umarmen. Wir sitzen uns gegen&uuml;ber, plaudern,essen und trinken. Jetzt muss ich es sagen. Gro&szlig; und immer gr&ouml;&szlig;er werden seine Augen, Best&uuml;rzung und Angst erkenne ich. Seine spontane Frage, ob man an Brustkrebs sterben kann, beantworte ich ehrlich mit JA. Erkl&auml;re meinem Kind, dass ich nicht sterben werde, dass die Behandlungsmethoden zur Bek&auml;mpfung von Brustkrebs sich bew&auml;hrt haben und gute Heilungschancen existieren. In diesem Moment bestehen auch keine Zweifel f&uuml;r mich. "K&ouml;nnen M&auml;nner auch Brustkrebs bekommen? Hast du mir das schon vererbt?" Diese Vermutungen entkr&auml;fte ich einfach mit den Worten: "Selbst meine kleine Brust wird immer gr&ouml;&szlig;er sein als deine, du hast keinen Platz f&uuml;r Krebs. Au&szlig;erdem habe ich dir nur meine guten Eigenschaften vererbt." Ich wei&szlig;, dass die Aussage irrelevant ist, doch an diesem Abend brachte sie uns zum Schmunzeln. <br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-06T21:29:19+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-18</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-18</guid><content:encoded><![CDATA[Ich m&ouml;chte meinen Freunden und Bekannten von meiner Krebserkrankung erz&auml;hlen, auch meiner Familie muss es noch mitgeteilt werden. Auf vielen Schultern verteilt, k&ouml;nnen sie mir beim Tragen und Ertragen helfen. Auch ich h&auml;tte es nicht anders erwartet, denn nur so werden wir miteinander umgehen k&ouml;nnen. D. und D. sind ersch&uuml;ttert. Warum ich? Warum ich nicht? Im Moment habe ich noch keine Zeit dar&uuml;ber nachzudenken. Beide haben Verwandte (Bruder, Mutter), die an Krebs erkrankt oder gestorben sind. D. stehen die Tr&auml;nen in den Augen, wir halten uns fest, weinen kann ich nicht. Ich habe das Gef&uuml;hl, es ist wie ein Abenteuer. Wir rauchen unsere letzte gemeinsame Zigarette auf der Terrasse. <br />Heute Nachmittag wird mir die Mitteilung bei meinen Eltern und Geschwistern schwerer fallen. Zuerst fahren wir zu meiner Schwester nach Oschersleben. Sie freut sich &uuml;ber unseren &Uuml;berraschungsbesuch. Andreas betreut die Kinder und ich versuche die richtigen Worte zu finden, damit C. nicht zu sehr schockiert ist. Wie findet man die "richtigen" Worte? Sie ist so oder so geschockt, weint hemmungslos dicke Tr&auml;nen und umklammert mich: "Nicht du, du nicht. Ich brauche dich doch!" Schon bin ich in der verdrehten Rolle und tr&ouml;ste. Mit fester innerer &Uuml;berzeugung erkl&auml;re ich, dass die heutigen Behandlungsmethoden Brustkrebs heilen k&ouml;nnen und ich in keinster Weise die Absicht habe, in die Kiste zu springen. Eigentlich bin ich doch gesund. Wann f&uuml;hlte ich mich das letzte mal krank? Ich erz&auml;hle und erz&auml;hlte, C. beruhigte sich, konnte aber nicht mit mir reden. Sie musste erst einmal Ordnung in ihre aufgew&uuml;hlten Gedanken bringen, ihre Gef&uuml;le annehmen, meine Krankheit akzeptieren, dann wird sie f&uuml;r mich da sein. Wir fahren weiter nach Hornhausen zu meinen Eltern, die sich ebenfals &uuml;ber diesen Sonntagsbesuch zum Kaffee trinken freuen. Es war keine Freude. Ich konnte auch gar nicht so viel erz&auml;hlen. Als ich die entsetzten Gesichter mit den gro&szlig;en traurigen Augen von meiner Mutti und meinem Vati sehe, stehen mir auch die Tr&auml;nen in den Augen. Andreas hilft und erkl&auml;rt sachlich. Meine Eltern lieben uns, ihre Kinder, sehr, eines davon krank zu wissen und eigentlich nicht helfen k&ouml;nnen, muss entsetzlich sein. Meinem Bruder werden sie es erz&auml;hlen, heute schaffe ich es nicht mehr. Im Auto auf der R&uuml;ckfahrt kann ich zum ersten Mal weinen. Ich bin sehr traurig, nicht wegen der Krankheit, sondern wegen des Schmerzes, den ich Menschen zuf&uuml;ge, die ich sehr lieb habe. Andreas streichelt mir &uuml;ber die Wange und wischt die Tr&auml;nen fort. An seine Traurigkeit habe ich noch gar nicht gedacht.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-05T20:59:10+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-17</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-17</guid><content:encoded><![CDATA[Heute treffen wir uns zu mehreren Tassen Tee bei H. Ich m&ouml;chte von meiner Krankheit ihr, E. und G. berichten. Wir sind schon so lange miteinander befreundet und ich wei&szlig;, dass sie mir helfen werden, diese Krankheit zu &uuml;berwinden. H. war auch an Krebs erkrankt und sie spricht mit Erfahrung.  Spontan dr&uuml;cken wir uns und ich sp&uuml;re Anteilnahme, auch Kraft und Zuversicht verbreitet sie. Unsere vier verschiedenen Pers&ouml;nlichkeiten tragen dazu bei, dass wir uns gegenseitig bereichern und mit gutem Gewissen "benutzen" k&ouml;nnen. Auch diesmal schafft E. es wieder ein chaotisches Gespr&auml;ch zu f&uuml;hren - mir tut es gut. Wir haben einen netten Nachmittag und ich habe ein wenig von meiner Last abgegeben.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-04T22:19:46+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-7</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-7</guid><content:encoded><![CDATA[10.00 Uhr Treffen im Krankenhaus. Ich muss warten und bin sehr unsicher. Ein Ehepaar kommt aus dem Zimmer - die Frau blass und mit Tr&auml;nen in den Augen. Also Brustkrebs! Ich werde ruhiger, denn ich bin nur eine von vielen Frauen, die hier schon ein und aus gegangen sind. Ob sie mich wiedererkennt? Immerhin haben wir schon zusammen bei J. und Y. gefeiert. Die erste Minute ist entscheidend, ob man sich sympasthisch findet. So, jetzt ich! Frau Dr. D. Langanke ist sehr freundlich und erkennt mich wieder. Ich f&uuml;hle mich gut aufgehoben und versuche konzentriert zuzuh&ouml;ren. Alles kann ich nicht verstehen - ein weites Meer Unbekanntheit &ouml;ffnet sich vor mir. Sehr souver&auml;n sind Untersuchung und Gespr&auml;ch. Ergebnis: Eine schnelle  Aufnahme im Krankenhaus und OP. Vorher m&uuml;ssen noch einige Untersuchungen durchgef&uuml;hrt werden: Thoraxr&ouml;ntgen, Oberbauchsonografie, Knochenszintigrafie. Also wieder Termine vereinbaren. F&uuml;r alle Untersuchungen kann man die entsprechenden medizinischen Einrichtungen aussuchen. Auf der einen Seite toll, doch wenn man keine eigenen Erfahrungen bzw. Empfehlungen bekommt, dann finde ich es sehr schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Da ich ein gutes Gef&uuml;hl bei der Biopsie hatte, werde ich diese Untersuchungen auch in der Radiologie am Johannisplatz durchf&uuml;hren lassen. <br /><br />Abendbrot bei K. und T. Sie sind die Ersten, die es erfahren. Beide sind sehr betroffen. Zuerst wei&szlig; man nicht, was man sagen soll. Was soll man auch dazu sagen? Sch ...!! Es wird trotzdem kein tr&uuml;bsinniger Abend. Man sieht mir ja die Krankheit nicht an, mir geht es ja gut.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-03T18:22:13+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-14</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-14</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Verdana, serif; ">Die Unterrichtsstunden vergehen und in der gro&szlig;en Pause suche ich I. auf. Ich wei&szlig; noch nicht so richtig, wie ich das Gespr&auml;ch beginnen soll, au&szlig;erdem stehen andere Lehrer mit dabei. Es soll vorerst noch nicht in der Schule bekannt werden. Wir suchen uns eine ruhige Ecke und ich hoffe, dass I. mit mir &uuml;ber Brustkrebs reden kann. Sie kann. I. ist entsetzt (schon wieder eine Bekannte), traurig (sie wei&szlig;, was auf mich zukommt), emp&ouml;rt (dass man allein gelassen wird nach der Diagnose). Bereitwillig antwortet sie mir auf meine Fragen und empfiehlt auch das Elisabeth - Krankenhaus. Dort konnte sie nur gute Erfahrungen sammeln. Am Nachmittag muss sie zur Nachuntersuchung ins Krankenhaus und wird versuchen, f&uuml;r mich einen Gespr&auml;chstermin zu vereinbaren. Danke!<br />Am Abend ruft I. bei mir an und teilt mir mit, dass sie einen Termin f&uuml;r morgen, 13.00 Uhr, organisiert hat. So schnell - damit h&auml;tte ich nicht gerechnet. Wir treffen uns noch am Abend. I. &uuml;berreicht mir die Terminkarte, die mit einem Gl&uuml;cksschwein und einem Kleeblatt best&uuml;ckt ist. Ich bin ger&uuml;hrt. Als sie mir ihre Narben zeigt, verstehe ich zum ersten Mal, dass auch ich Krebs habe, dass mich etwas, was ich immer noch nicht ganz fassen kann, bedroht. Mit reichlichem Lesematerial (</span><span style="font:12px Verdana, serif; font-weight:bold; "><a href="../page3/page8/page8.html" rel="self">&Uuml;ber-Lebensbuch Brustkrebs - das erste Fachbuch f&uuml;r die m&uuml;ndige Patientin</a></span><span style="font:12px Verdana, serif; font-weight:bold; ">)</span><span style="font:12px Verdana, serif; "> und verwirrenden Gedanken im Kopf fahre ich wieder nach Hause. Gut, dass ich f&uuml;r morgen keine Unterrichtsvorbereitung mehr erarbeiten muss. Erst lese ich im &Uuml;ber-Lebensbuch und dann noch im Internet. Dunkel, sehr dunkel ist diese Nacht.  </span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-02T22:03:10+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-13</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-13</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="font:12px Verdana, serif; ">Nach der Schule fahre ich zur Gyn&auml;kologin und erwarte dort die Mitteilung des gesamten Befundes. Frau Ge&szlig;ner staunt &uuml;ber meine Gelassenheit und meine Einstellung gegen&uuml;ber einer lebensbedrohlichen Krankheit. Ich soll mir Zeit nehmen und mir ein Krankenhaus aussuchen, welches dann die Weiterbehandlung &uuml;bernimmt, dort einen Termin vereinbaren.... Ihre Empfelung: Elisabeth-Krankenhaus.<br />Ich habe keine Ahnung! Welches Krankenhaus ist f&uuml;r mich das BESTE?<br />Am Abend suche ich lange im Internet - keine Vorstellung - keinen Plan. Irgendwie sind wohl alle Krankenh&auml;user toll?! Das St.Elisabeth Krankenhaus hat ein zertifiziertes Brustzentrum und Frau Dr. Langanke "kennen" wir von J.und Y. Wir haben uns dort schon einmal gesehen. Ich komme mir wie ein Sch&auml;fer vor, der aus einer Schafherde mit nur schwarzen Schafen das wei&szlig;e heraussuchen soll.<br />Morgen muss ich I. sprechen. Sie hat dies alles bereits im letzten Jahr durchgestanden.</span>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-11-01T22:28:31+01:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-12</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/nov-2005#unique-entry-id-12</guid><content:encoded><![CDATA[Frau Dr. Ge&szlig;ner ruft am Abend (20.00 Uhr) bei uns zu Hause an. "Der Befund von der Biopsie ist heute gekommen. Er ist nicht in Ordnung." Pause! Sie erbittet f&uuml;r den n&auml;chsten Tag ein pers&ouml;nliches Gespr&auml;ch.  Stille.<br />Ich wei&szlig; seit einem Jahr, dass ich IHN habe. Andreas schaut mich an: Zweifel, Fragen .... Er wartet auf eine Reaktion. Ich bin nicht erregt, meine Vermutung (mein Bauchgef&uuml;hl) ist best&auml;tigt worden.<br />Der Abend verl&auml;uft ganz normal. F&uuml;r den n&auml;chsten Schultag muss ich noch Stunden vorbereiten, Sachen packen .... Normalit&auml;t!?!?  Nichts sagen, nur festhalten.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-10-26T23:25:07+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2005#unique-entry-id-8</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2005#unique-entry-id-8</guid><content:encoded><![CDATA[Biopsie! Im Internet habe ich mich informiert, jetzt beschlich mich doch die Angst. Andreas begleitete mich, so l&ouml;ste sich die Anspannung und ich konnte mich auf meine Empfindungen konzentrieren. 19.00 Uhr:<br />"Um ganz sicher zu sein und damit sie auch beruhigt sind, kl&auml;ren wir die Sache ab. Sie werden sehen, es wird "Nichts" sein." Mein Bauchgef&uuml;hlt sprach andere Worte. <br />Frau B.M. nahm sich Zeit und erkl&auml;rte mir alles ganz ausf&uuml;hrlich.<br />Die Biopsie: Bet&auml;ubungsspritze, f&uuml;nf "Bolzensch&uuml;sse" - war nicht schmerzhaft. Unangenehme Ger&auml;usche und das Ausgeliefertsein belasteten mich eher.<br />Ein kleines Pflaster deckte die Stichstelle ab. Der Befund geht dem Gyn.-Arzt zu. <br />Andreas war besorgt und k&uuml;mmerte sich ganz lieb um mich. Viel geschlafen haben wir beide in der Nacht nicht.<br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-10-24T23:15:15+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2005#unique-entry-id-6</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2005#unique-entry-id-6</guid><content:encoded><![CDATA[9.15 Uhr Mammografie (&Uuml;berweisungsschein, Handtuch, Chip-Karte)<br />Radiologisch-Nuklearmedizinische-Gemeinschaftspraxis<br />Johannisplatz 1<br /><br />Ich war aufgeregt, wollte aber auch eine Abkl&auml;rung, vielleicht auch eine Best&auml;tigung meiner Vermutung: Es gibt keinen guten Befund.<br />Die Untersuchung ist unangenehm - mein kleiner Busen erst zwischen den Platten, dann noch das kalte Gel verwischt - wir brauchten beide Platz und W&auml;rme. Frau Dr. M. sagte mir, dass nichts Auff&auml;lliges zu sehen ist und ich konnte mich in der Kabine wieder anziehen. Gerade wollte ich entt&auml;uscht gehen. Kannte ich meine Brust wirklich so schlecht? Da war doch etwas! Die Kabinent&uuml;r ging noch einmal auf und Frau Dr. M. meinte, noch eine Untersuchung vornehmen zu wollen. Also die Brust wieder raus und ... .  "Es ist so ein Bauchgef&uuml;hl, ich m&ouml;chte mir diese Stelle nochmals ansehen." Sie verabschiedete mich mit einem Termin f&uuml;r eine Biopsie am Mittwoch. Komisch, ich war jetzt beruhigt, denn es passierte etwas.]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:creator>cerstin2@web.de</dc:creator><dc:subject>Lebenszeit/ Tagebuch</dc:subject><dc:date>2005-10-11T15:08:17+02:00</dc:date><link>http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2005#unique-entry-id-11</link><guid isPermaLink="true">http://lehrer-kreativ.de/blog/page2/files/oct-2005#unique-entry-id-11</guid><content:encoded><![CDATA[Untersuchung Gyn.-&Auml;rztin S. Ge&szlig;ner. <br />Ich wollte wissen, wie lange die Spirale noch bleiben kann und was mit der feuerbohnengro&szlig;en Verh&auml;rtung in meiner Brust ist. Vor einem dreiviertel Jahr war diese Stelle noch kirschkerngro&szlig;. Spirale kann bleiben. Eine &Uuml;berweisung zur Mammografie, dies muss endg&uuml;ltig abgekl&auml;rt werden.]]></content:encoded></item></channel>
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